Klasen kickt bald im Konzert der Großen mit

Lünen.. Nationalspielerinnen wie Kyra Malinowski oder selbst Weltmeisterinnen wie Linda Bresonik sind oder waren bereits für die Bundesligadamen der SG Essen-Schönebeck aktiv. Mit der erst 17-jährigen Jacqueline Klasen will ab der nächsten Spielzeit nun auch eine Lünerin in der höchsten Spielklasse für Furore sorgen, denn Klasen bekam in Essen jetzt einen Zwei-Jahres-Vertrag.

Über das Angebot aus der letztjährigen Kulturhauptstadt war die Überraschung jedoch zunächst groß. „Ich kam gerade von meinem Praktikum aus dem Kindergarten, als mich mein aktueller Trainer angerufen hat, um mir zu erzählen, dass mich ein Scout aus Essen mehrfach beobachtet hat und der Verein mich jetzt auch verpflichten will“, erzählt die Mittelfeldspielerin, die meistens auf der Sechser-Position eingesetzt wird.

Neben den plötzlich zahlreichen kleinen Fans aus dem Kindergarten zögerte auch Klasen keine Sekunde, dieses Angebot anzunehmen: „So eine Chance muss man nutzen, sonst ärgert man sich in ein paar Jahren sicherlich darüber, den Sprung nicht gewagt zu haben.“

Dass Potenzial bei Klasen im „Konzert der Großen“ mitzuspielen ist sicherlich da. Schließlich kickt das Talent aus der Lippestadt aktuell nicht nur mit der U17 der SG Lütgendortmund in der höchsten deutschen Nachwuchsliga, sondern gehört seit einigen Wochen auch bereits zu den Leistungsträgerinnen in der Damenmannschaft, die gerade versucht den Abstieg aus der 3. Liga zu verhindern.

Ab Sommer werden auf die angehende Fachabiturientin am Lippeberufskolleg dann zahlreiche Bahnfahrten zukommen, schließlich trainieren die Essener Damen, aktuell auf Platz neun der Bundesliga, immerhin sechs Mal in der Woche.

Neben Klasen, die von 2006 bis 2009 insgesamt auch drei Saisons unter Mentor Thomas Poppe beim TuS Niederaden spielte, wird dann Isabell Wolf im Bahnabteil sitzen. Die Stürmerin und Teamkollegin in Lütgendortmund wechselt ebenfalls nach Essen. Für Klasen ein großer Vorteil: „So haben wir es anfangs leichter uns zu Recht zu finden. Schließlich verstehe ich mich mit Isabell ja schon blind, kenne all ihre Laufwege, so sollten wir beide dann einfacher ins Spiel kommen.“

Ansonsten geht der Youngster mit der künftigen Drucksituation, auf ihrer Mittelfeld-Position spielt unter anderem mit Melanie Hoffmann immerhin eine 36-malige Nationalspielerin, im 23er-Kader der Essenerinnen aber locker um: „Die Möglichkeit, die mir jetzt geboten wurde, will ich unbedingt nutzen. Ich werde alles dafür tun, einen Stammplatz zu bekommen.“

Start schon am 30. Mai

Mit dem Männerbereich kann das Angebot aus Essen-Schönebeck aber nicht mithalten. Neben ein wenig Fahrgeld und einem kleine Gehalt wird lediglich noch die Ausrüstung gestellt. Dennoch ist die Vorfreude bereits jetzt riesig. „Besonders auf die Fahrten zum FC Bayern oder nach Frankfurt freue ich mich. Ab der nächsten Saison stehe ich plötzlich meinen einstigen Vorbildern wie Birgit Prinz gegenüber und darf gegen sie spielen.“

Los geht es bei der SG bereits am 30. Mai mit der offiziellen Vorstellung der neuen Mannschaft, ehe Anfang Juni die schweißtreibende Vorbereitung, in der es auch ein einwöchiges Trainingslager in Bitburg geben wird, beginnt.

Dass dabei auch schon einmal ganz schön die Fetzen fliegen können, bestätigt dann auch Klasen und muss dabei selbst ein wenig lachen: „Frauen sind eindeutig schwieriger zu trainieren, weil wir einfach Zicken sein können. Da kann ein Streit dann auch schon mal über zwei oder drei Monate andauern. Bei den Männern dagegen ist spätestens nach dem gemeinsamen Bier nach dem Training alles wieder vergessen.“

 
 

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