Kampf um den sauberen Sport

Jörg Balke - hier vor Harald Norpoth - verstarb mit 75 Jahren in einem Unnaer Krankenhaus.
Jörg Balke - hier vor Harald Norpoth - verstarb mit 75 Jahren in einem Unnaer Krankenhaus.
Foto: n.n.
Die Leichtathleten trauern um Jörg Balke, der im Alter von 75 Jahren im Unnaer Krankenhaus verstarb und auch in der Kreisstadt begraben wurde. Der pensionierte Polizeibeamte vrlegte der Anfang der 70iger Jahre seinen Lebensmittelpunkt von Berlin zunächst nach Dortmund und dann später nach Unna-Lünern.

Die Leichtathleten trauern um Jörg Balke, der im Alter von 75 Jahren im Unnaer Krankenhaus verstarb und auch in der Kreisstadt begraben wurde. Der pensionierte Polizeibeamte, der Anfang der 70iger Jahre seinen Lebensmittelpunkt von Berlin zunächst nach Dortmund und dann später nach Unna-Lünern verlegte, begann seine sportliche Laufbahn als Ruderer.

Später wechselte er in das Lager der Leichtathleten und war dort als Mittelstreckler sehr erfolgreich. So gewann er in der Zeit von 1959 bis 1967 neun deutsche Meisterschaften, nahm an 14 Länderkämpfen teil. Bei Olympia 1960 in Rom kam er über 800m in das Semifinale und schied dort mit 1:47,5 Minuten aus. Nach seiner aktiven Zeit heiratete Jörg Balke die Dortmunderin Rosi Klute, die in den 60iger und 70iger Jahren zu den besten deutschen Mittelstrecklerinnen zählte. Aus dieser Ehe entstammt Tina Balke, die im Kreis Unna/Hamm in der Klasse W 13 mit 2:20,1 Minuten über 800m immer noch den Kreisrekord hält. Tina wechselte später zur LG Dortmund, wurde dort deutsche Juniorenmeisterin.

Jörg Balke blieb zeitlebens der Leichtathletik verbunden. So war er in den 70iger und 80iger Jahren DLV-Trainer für den Mittelstrecken-Bereich der Frauen. Später arbeitete er zusammen mit seiner Ehefrau Rosi für die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) und war im Kampf um den sauberen Sport weltweit unterwegs.

Marco Jakobs aus Unna-Hemmerde, früher erfolgreicher Diskuswerfer und dann im Bobfahren Olympiasieger, Welt- und Europameister, erinnert sich noch sehr gut an den Dopingfahnder Jörg Balke. „Ich wurde mehrfach von ihm kontrolliert“, erzählte er unserer Sportredaktion, „er stand unangemeldet vor der Haustür meiner Eltern in Hemmerde und nahm die entsprechende Dopingproben vor. „Er war ein netter Mensch.“

In 15 Jahren Kampf für den sauberen Sport hat das Ehepaar Balke auch Kurioses erlebt. So kontrollierten sie 1984/85 auch einen gewissen Olaf Hense. Der damals in Ergste wohnende und für die LG Olympia Dortmund startende 400-m-Läufer konnte sich zu diesem Zeitpunkt bereits mit zahlreichen Deutschen Meistertiteln schmücken. Damals ahnten natürlich weder die Balkes noch Olaf Hense, dass sie ein paar Jahre später ganz enge Bande knüpfen würden. Jörg Balke erzählte später: „Zu diesem Zeitpunkt konnte ich nicht ahnen, dass Olaf eines Tages mein Schwiegersohn werden würde.” Die Henses machten die Balkes zu Oma und Opa mit den beiden Zwillinge Anna und Zaya.

„Mit Jörg Balke verlieren wir nicht nur einen hervorragenden Sportler und Trainer, sondern auch einen äußerst sympathischen Menschen,“ würdigte der sportliche Leiter der LG Olympia Dortmund, Manfred Richter, stellvertretend die großen Verdienste des Verstorbenen. Und auch in Unna-Lünern, wo das Ehepaar Balke lange Jahre lebte, herrschte Betroffenheit und Anteilnahme.

 
 

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