Jana Hartmanns Olympiatraum bleibt unerfüllt

Verfehlt die Olympia-Norm auch im letzten Versuch: Jana Hartmann.
Verfehlt die Olympia-Norm auch im letzten Versuch: Jana Hartmann.

Ihr Mut ist bewundernswert. Obwohl die Wahrscheinlichkeit, sich noch für die Olympischen Spiele in London zu qualifizieren, gen Null tendierte, setzte Jana Hartmann (LG Olympia) bei der Leichtathletik-Gala in Bottrop noch einmal alles auf eine Karte.

Doch die 31-jährige LGOerin konnte auf der 800m-Distanz ihr Glück nicht erzwingen. Mit 2:03,09 Minuten blieb sie als Siebte deutlich über der Vorgabe für London (1:59,75 Min.)

Dabei passte im Bottroper Jahnstadion eigentlich alles: Das angenehme Wetter, die hervorragende Stimmung und auch das flotte Tempo, für das vor allem die Südafrikanerin Caster Semenya (1. in 1:59,18 Min.) sorgte.

Bei 600 Metern lag Jana Hartmann mit der Zwischenzeit von 1:29,0 Minuten noch im Windschatten der Weltmeisterin von 2009, doch dann wurden ihre Beine immer schwerer. Im Ziel war ihr klar, dass ihr Olympiatraum ein Traum bleibt. Sofort eilten ihre Teamkolleginnen und ihr Coach Pierre Ayadi herbei und versuchten, sie zu trösten. Diesen Zuspruch konnte Jana gut gebrauchen, denn ihre Enttäuschung war hinterher natürlich riesengroß.

„Ich hatte in Bottrop die Olympianorm im Kopf, aber mit den beiden Krankheiten, die ich im Vorfeld hatte, war das nicht zu schaffen“, betonte die fünffache deutsche 800m-Meisterin. Und sie fügte hinzu: „Ich habe alles versucht. Daher habe ich mir auch nichts vorzuwerfen. Meine Planung war perfekt. Ich hatte im April bei meinem Trainingslager in Italien die Form meines Lebens. Wenn dann aber die Gesundheit nicht mitspielt, kann man nichts machen“.

Für einen erfreulichen Lichtblick auf der 800m-Strecke sorgte Jana Hartmanns Teamkollegin Carolin Strophff (LGO), die sich bei ihrem dritten Rennen auf der Zwei-Runden-Distanz um drei Sekunden auf ansprechende 2:09,92 Minuten verbesserte. Die Mehrkämpferin und Viertelmeilerin findet immer mehr Gefallen an den 800 Metern. „Auf den letzten Metern kommt zwar bei mir immer noch der Mann mit dem Hammer, aber das gibt sich sicherlich mit der Zeit“, hofft die angehende Lehrerin.

Noch nicht den richtigen Laufrhythmus fand Friederike Feil (LGO) über 3000m-Hindernis. In dem schnellen Rennen musste sie sich als Achte mit 10:26,27 Minuten begnügen. „Ich hatte mir eine Zeit um zehn Minuten vorgenommen. Wegen meines Zehenbruchs konnte ich jedoch erst seit einer Woche wieder über die Hindernisse trainieren. Das war offensichtlich zu wenig,“ befand die letztjährige DM-Dritte über diese Distanz.

Monika Merl gab in Bottrop der 1500m-Distanz den Vorzug, doch hatte sie in dem erstklassig besetzten Feld nichts zu bestellen, so dass sie nach der Streckenmitte enttäuscht aufgab.

Das Ziel erreichte dagegen ihr Vereinskamerad Florian Wolter im 1500m-Rennen der Männer. Allerdings präsentierte sich der Hallen-DM-Vierte, der in letzter Zeit durch Achillessehnenprobleme zurückgeworfen wurde, als Achter in 3:51,25 Minuten (noch) nicht in Bestform. „Ich habe mir während des Rennens zu viele Gedanken gemacht. Besser wäre gewesen, wenn ich mein eigenes Tempo gelaufen wäre,“ übte der 21-Jährige hinterher Selbstkritik. Deutlich besser war dagegen die Stimmung bei Christof Neuhaus (LGO), der sich über 1500m von 3:59,70 auf respektable 3:58,27 Minuten steigerte. „Nun habe ich mich in diesem Jahr bereits auf allen Strecken verbessert- von der 800m- bis zur Halbmarathon- Distanz“, freute sich Neuhaus, der anschließend im 5000m-Lauf noch Tempo für seinen Teamkollegen Philipp Hövelmann machte. Es half jedoch wenig, denn Hövelmann, der als Sechster 15:25,02 Minuten erreichte, hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Das Gleiche galt auch für Sprinterin Ina Thimm (LGO) über 100m (12,39 Sek.).
Am zweiten Tag der internationalen Leichtathletik-Gala in Bottrop standen vor allem die Jugendlichen im Mittelpunkt. Im 800m-Lauf der männlichen Jugend U18 glänzte Yannik Giese, der sich auf der Zwei-Runden-Distanz um drei Sekunden auf respektable 2:03,11 Minuten verbesserte.

Über schnelle Zeiten konnten sich auch die beiden LGOlerinnen Vanessa Guting (2:22,67 Min.) und Sarah Sager (2:23,33 Min.), die im Lauf der Klasse U 23 starteten, freuen.

Jana Hartmanns Saisonplanung

Jana Hartmann wird die Olympiasaison nicht vorzeitig beenden. Statt London nimmt sie nun Mönchengladbach in den Fokus. Dort finden am 22. Juli die Deutschen Staffelmeisterschaften statt, wo die LG Olympia über 3x800m ihren Titel verteidigen möchte. „Ich werde auf jeden Fall weiter trainieren und mich an Wettkämpfen beteiligen. Dabei möchte ich zeigen, dass mein ganzer Aufwand nicht umsonst war. Auf jeden Fall will ich in den nächsten Wochen noch meine diesjährige Jahresbestleistung von 2:02,30 Minuten verbessern,“ hat sich Jana Hartmann vorgenommen.

Auch möchte die LGO-Mittelstrecklerin der 800m-Distanz treu bleiben und nicht wie andere Läuferinnen, die leistungsmäßig stagnierten, auf eine andere Strecke wechseln. „Die 1500 Meter liegen mir überhaupt, so dass sie auf keinen Fall für mich in Frage kommen. Mein Herz schlägt weiter für die 800m-Strecke. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern,“ bekräftigt Jana Hartmann.

Fragezeichen hinter Hallen-DM

Mit ihrer Saisonbestleistung von 2:02,30 Minuten liegt die WM-Teilnehmerin von 2009 an zweiter Stelle der aktuellen DLV-Bestenliste. Damit hätte sie eine gute Ausgangsposition für die nächsten deutschen Hallenmeisterschaften, die am 23./24. Februar in Dortmund stattfinden. Die Führung der LG Olympia möchte sie dort gerne als Vorzeigeathletin am Start sehen, doch Jana Hartmann gibt sich bedeckt: „Hinter dem Jahr 2013 steht bei mir momentan noch ein Fragezeichen.“

 
 

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