Hoffnungen ruhen auf Jana Hartmann

Hoffen auf ein erfolgreiches Abschneiden in Kassel: (v.l.) Carolin Strophff, Anna-Katharina Weller, Monika Merl, Sebastian Fiene und Jana Hartmann.
Hoffen auf ein erfolgreiches Abschneiden in Kassel: (v.l.) Carolin Strophff, Anna-Katharina Weller, Monika Merl, Sebastian Fiene und Jana Hartmann.
Foto: WR

Jana Hartmann (LG Olympia) ist stresserprobt und selbstbewusst. Daher macht es ihr nichts aus, dass die Hoffnungen der Dortmunder Leichtathleten bei den Deutschen Meisterschaften am Wochenende in Kassel wieder auf ihren schmalen Schultern ruhen.

„Inzwischen habe ich gelernt, mit diesem Druck umzugehen“, betonte die 30-jährige LGO-Mittelstrecklerin bei einer Pressekonferenz im Eintracht-Sportcentrum. Die WM-Teilnehmerin von 2009 möchte im Kasseler Auestadion ihren vierten 800m-Titel in Reihenfolge (davon zwei in der Halle) gewinnen.

Jana Hartmann führt mit einer Zeit von 2:00,93 Minuten, die sie am 13. Juni 2011 in Prag rannte, die aktuelle DLV-Bestenliste an und gilt daher für das Finale am Sonntag um 15.15 Uhr als Favoritin..

Allerdings ist Vorsicht geboten, denn Corinna Harrer (LG Regensburg, 2:01,85 Min.), Anne Kesselring (LAC Quelle Fürth, 2:02,15 Min.) und Annett Horna (TSV Bayer Leverkusen, 2:02,29 Min.) sind jederzeit für eine Überraschung gut.

„Es wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein taktisch bestimmtes Rennen geben“, vermutet Jana Hartmann, die bei ihren letzten 800m-Rennen unterstrich, dass sie auf der Zwei-Runden-Distanz jederzeit Zeiten zwischen 2:01 und 2:02 abrufen kann.

Dieses Leistungsspektrum reicht aber nicht für die Leichtathletik-WM vom 27. August vom 4. September im südkoreanischen Daegu aus, wo der DLV eine Zeit von 1:59,80 Minuten fordert. Jana Hartmann startete gestern Abend noch in Luzern starten, wo sie endgültig die WM-Norm „knacken“ wollte.

Janas Teamkollegin Monika Merl hat für die 800m- und 1500m gemeldet und kann auf beiden Strecken recht weit vorn landen. Der enge Zeitplan schließt einen Doppelstart aus. „Daher wird es für mich eine Bauchentscheidung geben“, kündigte die frühere deutsche 800m-Meisterin an. Die Qual der Wahl hat auch Mira Räker (LGO, die ebenfalls über 800m und 1500m in der Meldeliste steht und auf beiden Strecken Endlaufkandidatin ist.

Die Dortmunder Leichtathletik besteht natürlich nicht nur aus den Mittelstrecklerinnen. Hier ein Überblick über die weiteren Starter in Kassel.

Nach einer Knochenhaut-Entzündung lief in den letzten Wochen Friederike Feil (LGO) zur Höchstform auf, LGO-Coach Pierre Ayadi traut ihr daher über 3000m-Hindernis sogar Platz in der Nähe der Medaillenränge zu. Auch Heike Biensteins (LGO) Formkurve zeigte zuletzt deutlich nach oben, so dass sie

über 5000m unter die besten Zehn kommen kann.

Im Sprintbereich hat Ina Thimm (LGO) für die 100m- und 200m-Strecke gemeldet. Die Jura-Studentin hat auf der längeren Sprint-Distanz jedoch klar die besseren Aussichten.

Über 4x100m kann Coach Uli Kunst nicht die Jugendliche Katharina Grompe, die bei den U20-EM in Tallinn weilt, einsetzen. Trotz dieses Handicaps kann die LGO, die in der Besetzung Jessica Urbanski, Tina Thimm, Carolin Strophff und Janina Balke antreten wird, im Finale eine gute Rolle spielen.

Gespannt ist man auch auf den Auftritt der 4x400m-Staffel, die mit Jana Hartmann, Carolin Strophff, Janina Balke und Monika Merl starten wird. Ein Platz unter den ersten Sechs ist für das Quartett durchaus möglich..

Eine Woche nach ihrem achten Platz bei den U23-EM in Ostrava wird Anna-Katharina Weller im Auestadion wieder voll gefordert. Sollte sie im Diskuswerfen in den Bereich ihrer diesjährigen Bestweite von 53,23m kommen, kann sie das Finale erreichen.

„Hahn im Korb“ unter zehn Athletinnen ist Sebastian Fiene, der mit 47,98 Sek. über 400m als einziger LGOler bei den Männern die DM-Qualifikation schaffte. Der 22-Jährige hofft, wie bei der Hallen-DM in Leipzig, als er über 200m unerwartet in den B-Endlauf kam, wieder für eine Überraschung zu sorgen.

 
 

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