Hinrunden-Fazit: Die Liga der Unkonstanten

Während der VfL Kemminghausen das Wochenende als spielfreies Team in der Zuschauerrolle erlebte, beendete das übrige Dortmunder Trio die Hinrunde in der Fußball-Landesliga. Welche Mannschaft überraschte bisher am meisten, wer enttäuschte die Fans? Zeit für ein Halbzeit-Fazit.

Dortmund.. Die Überraschung: Ein mageres Pünktchen fehlt dem Hombrucher SV auf Spitzenreiter Viktoria Resse. Dabei hatten viele der blutjungen HSV-Elf von Trainer Markus Gerwien eine schwierige Saison prophezeit. Vom gefährdeten Bereich ist der Drittplatzierte als bestes Dortmunder Hinrunden-Team aber weit entfernt.

Die Enttäuschung: Der Aufstieg war das Ziel, doch der BSV Schüren erlebte einen Krisen-Saisonstart mit der Roten Laterne. Zum Hinrunden-Abschluss weist die Tabelle gerade einmal 7 Siege in 14 Spielen aus. Allein den kuriosen Ergebnissen der Liga-Konkurrenz ist es zu verdanken, dass der BSV sich mit drei Punkten Rückstand zur Spitze auf dem fünften Rang weiter in bester Schlagdistanz befindet. Vorgestellt hatten sich Spielertrainer Dimitrios Kalpakidis und seine Elf die Hinserie aber anders.

Der beste Dortmunder Torjäger: Marcos Hill wird zu einer Art Lebensversicherung für den VfL Kemminghausen. 9 der 25 Treffer erzielte er, liegt damit auf Rang zwei der Torjägerliste hinter dem enteilten Sven Jubt (16 Tore) von Viktoria Resse. Drei Punkte waren Hills Treffer bislang wert. Ohne die würde die Mannschaft von Trainer Thomas Faust (Rang zehn) weiter unten im Keller stehen. Auf Hill folgt das Schürener Sturmduo Eyüp Cosgun (acht Tore) und Karim Bouzerda (neun Tore).

Die beste Serie: Dem enttäuschenden Start folgte beim BSV Schüren der Turbosprint an die Spitze. Innerhalb von sechs Spielen stürmte die Kalpakidis-Elf zwischen dem 25. September und dem 30. Oktober vom letzten Platz an die Tabellenspitze. Fünf Siege und ein Remis katapultierten das Team auf den Platz an der Sonne, den der BSV in den beiden vergangenen Partien wieder einbüßte.

Die schlechteste Serie: Beinahe hätte der VfL Kemminghausen das Kunststück fertiggebracht, in der gesamten Hinserie keinen einzigen Auswärtspunkt zu holen. Erst im letzten Hinrundenspiel siegte die Faust-Elf mit 2:0 in Günnigfeld. Damit ist sie knapp an diesem Titel vorbeigeschrammt, denn nun geht der SSV Mühlhausen-Uelzen mit zwei Auswärtspunkten als schwächstes Team auf fremden Platze in die Rückserie.

Die Heimfestung: Besonders schwer haben es die Gegner an der Deutsch-Luxemburger-Straße. Denn der Hombrucher SV ist zuhause eine Macht. Als einziges Team der Liga hat die Gerwien-Elf auf eigener Anlage kein einziges Spiel verloren und nur einmal Unentschieden gespielt.

Die schwer Bezwingbaren: Am regelmäßigsten punkteten nicht etwa Spitzenreiter Viktoria Resse oder die direkten Verfolger, sondern die sechstplatzierte Arminia aus Marten. Die Elf von Giovanni Schiattarella ging nur in zwei Partien leer aus. Dass es nicht für ganz oben reicht, liegt an der hohen Remiszahl. Sechs Siege und sechs Unentschieden holten die Martener.

Die Qualität der Liga: Für manche ist die Staffel extrem ausgeglichen, für andere schlicht zu unkonstant und qualitativ schlechter als in den Vorjahren. Da wäre dem BSV eine solch furiose Aufholjagd nicht in der Geschwindigkeit gelungen. Als Paradebeispiel dienen auch die beiden jüngsten Partien des VfB Günnigfeld: Erst setzte es die Heimniederlage gegen den VfL Kemminghausen als auswärtsschwächstes Team, dann gewann der VfB auswärts beim Ligafavoriten BSV Schüren. Prognosen sind nach dieser Hinrunde mit gebotener Ernsthaftigkeit nicht möglich.

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