Google Street View zeigt Stadien von S04 und BVB

Ingmar Kreienbrink

Essen. Der umstrittene Google-Dienst Street View ist in Deutschland gestartet. In NRW ist bislang nur ein virtueller Rundgang durch die Stadien in Dortmund, Leverkusen, Köln und Gelsenkirchen möglich. Straßenbilder gibt es schon aus Oberstaufen.

Der umstrittene Straßenbilderdienst Google Street View hat erste Bilder aus Deutschland online gestellt. Unter anderem können sich Fußball-Fans auf einem virtuellen Rundgang durch die Fußballstadien in Köln, Leverkusen, Dortmund und Gelsenkirchen bewegen. Die Fotografien in den Stadien wurden mit einer 360-Grad-Kamera auf einem Street-View-”Trike”, einer Art Dreirad, gemacht. Fans sind auf den Bildern allerdings nicht zu sehen - die Stadien wurden in einem leeren Zustand aufgenommen. Auf den Rasen schafft man es von der Perspektive her mit dem Bilderdienst übrigens nicht - etwa um den Blick aufs Tor vom Elfmeter-Punkt aus zu betrachten.

Ausgewählte Straßenzügen sind seit heute aus der Gemeinde Oberstaufen im Allgäu online. Weiterhin können unter anderem das Bundeskanzleramt und die Siegessäule in Berlin virtuell umrundet werden. Bei einer „kleinen Deutschlandreise“ können der Theaterplatz in Dresden, die Köhlbrandbrücke in Hamburg, der Königsplatz in München, Oberstaufen im Allgäu und das Schloss Solitude in Stuttgart besichtigt werden.

NRW-Städte gehen in den „nächsten Wochen“ an den Start

Gegen den Internetdienst hatten rund eine Viertel Million Bundesbürger Widerspruch eingelegt. Sie wollen ihre Häuser nicht in dem Internetdienst abgebildet sehen. Street View startet in Deutschland mit 20 Städten, darunter Berlin, Hamburg, Köln und München. Zum Startaufgebot gehören aber auch die NRW-Städte Bo­chum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Köln, Bielefeld, Bonn und Wuppertal. Wie Google auf DerWesten-Anfrage mitteilte, werden die Bilder aus diesen Städten in Kürze zu sehen. Der Veröffentlichungstermin liege in den „nächsten Wochen“, hieß es.

Street View ist eine Funktion des Kartendienstes Google Maps. Damit können Straßen, Plätze und Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum in Rom oder den Zürichsee in einer 360-Grad-Ansicht erlebt werden. Alle Orte wurden mit einem Street View-Auto Bild für Bild aufgenommen und anschließend die einzelnen Bilder zu einem Panoramafoto zusammengesetzt

Bei allen Aufnahmen, die bei Street View gezeigt werden, habe Google modernste Technologien eingesetzt, um Autokennzeichen und Gesichter von Passanten automatisch unkenntlich zu machen. Jeder Nutzer könne darüber hinaus Bilder jederzeit unkenntlich machen lassen, indem er bei der betreffenden Ansicht den in Street View integrierten Link „ein Problem melden” klickt und nach Ausfüllen des Formulars das Bild an Google übermittelt, teilte das Unternehmen mit. (mit ddp)