„Es hat Spaß gemacht – ich weiß das zu schätzen“

Von 2006 bis ‘09 und seit Janur ‘11 eine Borussin: Svenja Spriestersbach. Foto: Knut Vahlensieck
Von 2006 bis ‘09 und seit Janur ‘11 eine Borussin: Svenja Spriestersbach. Foto: Knut Vahlensieck
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Es passte wie maßgeschneidert. Die Handballerinnen des BVB waren in den letzten Wochen vom Verletzungspech gebeutelt, fast täglich trafen Hiobsbotschaften ein. Gerade die Rückraumschützinnen hatte es hart getroffen. Letzten Montag meldete der TV Mainzlar seine Mannschaft vom Spielbetrieb ab. Mainzlar? Da war doch noch was?

Ja, Svenja Spriestersbach, die von 2006 bis 2009 bei den Borussinnen gespielt hatte. „Ideal“, sagte Trainer Gustl Wilke, „Svenja kennt den Verein, braucht keine Eingewöhnungszeit und kann uns auf Grund ihrer Klasse sofort helfen.“ Über Andrea Müller und Jochen Busch wurde der Kontakt hergestellt und der Kontrakt perfekt gemacht. Jetzt ist sie wieder eine Borussin – zunächst bis zum Ende der Saison. Bei ihrem Comeback erzielte sie neun Tore in nur 47 Minuten.

Vor zwei Wochen hätten Sie es vermutlich nicht für möglich gehalten, den Rest der Saison in Dortmund zu spielen...

Das kann man wohl sagen. Ich habe mich bei der ersten Kontaktaufnahme total gefreut. Nach eineinhalb Trainingseinheiten das erste Spiel – es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich kann das einordnen und weiß das umso mehr zu schätzen, weil die Zeit nach meinem Weggang aus Dortmund für mich nicht gerade glücklich verlief. Mit Zuzana Porvaznikova auf halbrechts und Julia Wolf auf Linksaußen kannte ich noch zwei wichtige Spielerinnen. Ich habe mich riesig gefreut, wieder mit Zuzana zusammenzuspielen, ich weiß, wann sie antritt oder was sie macht. Fehlte nur noch Manuela Fiedel. Ich wollte sie erst anrufen und fragen, ob sie auch Lust hat. Aber Spaß beiseite: Ich bin rundum glücklich.

Was passte nicht in Buxtehude und Mainzlar?

Ich Buxtehude habe ich nie richtig Fuß gefasst und hatte für meinen Geschmack viel zu wenig Spielanteile. Da wollte ich lieber eine Klasse tiefer spielen. Das ist nicht weit von zu Hause entfernt, und Doc Gerlach, den „Familienarzt“ der Spriestersbachs, kannte ich aus Lützellinden. Aber ich habe nicht auf die Warnungen gehört und wollte die Anzeichen, dass es in Mainzlar Probleme geben könnte, nicht sehen. Nun bin ich in Dortmund, und alles ist gut.

Privat auch...

...ja, mein Freund stammt aus Stuttgart, wollte sich, als ich in Buxtehude war, in Hamburg als Physiotherapeut und Osteopath selbstständig machen. Ich habe ihm gesagt: das kannst du auch woanders. Nun hat er seine Praxis – auch mir zuliebe – in Haiger eröffnet. Ich organisiere die Praxis und kann von Haiger aus zum Training, das ist nur eine gute Stunde mit dem Auto.

Sie sind Diplom-Soziologin, Praxis-Organisatorin und studieren...

Ich mache an der Uni Kassel meinen Master in mehrdimensionaler Organisationsberatung, Supervision und Coaching.

Zeit, sich auf den Handball zu konzentrieren, bleibt aber genügend?

Wir sind so verblieben, dass ich zunächst bis zum Saisonende bleibe und wir mit dem BVB die bestmögliche Platzierung herausholen. Derzeit trainiere ich bei Gustl (Anm.: Wilke) dreimal wöchentlich. Wir werden beobachten, wie wir das in den zweieinhalb Monaten geregelt kriegen, dann sehen wir weiter.

 
 

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