Endlich Absteiger

Betreuer Thomas Hebestreit, Trainer Kamal Hafhaf. Foto: Manuela Schwerte
Betreuer Thomas Hebestreit, Trainer Kamal Hafhaf. Foto: Manuela Schwerte
Foto: Manuela Schwerte/press
Zehn Punkte beträgt der Rückstand des VfL Schwerte nach der 0:2-Niederlage in Weißtal. In den restlichen drei Spielen sind die nicht mehr aufzuholen. Wirklich überraschend kommt der Abstieg indes für niemanden.

Schwerte.. In den Profi-Stadien rufen die Fans des erfolgreichen Vereins dieses Wort, um den nicht ganz so erfolgreichen Verein zu verhöhnen. Und manchmal demütigen die Fans des erfolglosen Vereins damit sogar das eigene Team. Auch der VfL Schwerte ist nun höchst offiziell: Absteiger. Doch beim Landesligisten, der bis vor zwei Jahren noch Westfalenligist war und demnächst nur noch Bezirksligist sein wird, wirkt es eher befreiend.

Benda verschießt Elfmeter

„Was jetzt ist?“, wiederholte Kamal Hafhaf nach dem 0:2 (0:1) in Weißtal die Frage. „Jetzt ist es vorbei“, antwortete er mit einer Selbstverständlichkeit, als sei er gefragt worden, welcher Tag nach Silvester komme. „Endlich vorbei.“ Kein Spieler, der enttäuscht auf den Kunstrasen plumpste. Kein „Ach, hätte, wäre, würde doch...“. Keine Träne. Dass der VfL Schwerte absteigen würde, steht seit Wochen fest. Dass es jetzt – drei Spieltage vor dem Saisonende – auch rechnerisch nicht mehr anders geht, ist nur die logische Konsequenz einer Saison, in der sich der VfL in vielen Spielen zwar nicht schlechter fühlte als sein Gegner, aber eben auch fast nie besser.

Während Hafhaf den Betrieb als Übergangstrainer nur noch am Laufen halten muss, hat der künftige Trainer Benjamin Hartlieb seinen Kader für die Bezirksliga längst zusammen gestellt. 17 neue Spieler werden nach dem aktuellen Stand kommen. Ein totaler Umbruch. Und auch Hafhaf hat parallel geplant: In der kommenden Saison wird er die 2. Mannschaft in der Kreisliga B trainieren.

Am Pfingstmontag in Weißtal sah er einen VfL, der schon in der ersten Minute eine gute Chance durch Orsan Dogan hatte, der aber auch nach zehn Minuten bereits in Rückstand geriet, als er hinten auf Abseits spielte und dabei Bayram Bayigit übersah.

Daniel Benda auf dem Alleingang zum Tor (12.), Luca Gutierrez aus der Distanz (27.) und erneut Benda vom Elfmeterpunkt (44., nach Foul an Dogan) hätten Schwerte ins Spiel zurückbringen können. Stattdessen traf Salim Akdan noch zum Weißtaler 2:0 (75.). Abpfiff. Und damit war schließlich klar, was seit Wochen, ja: beinahe Monaten, in Konstruktionen mit „wohl“ und „wahrscheinlich“ verpackt wird: Der VfL ist Absteiger. Endgültig. Endlich.

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