Ein Traum geht in Erfüllung

Die USA schrieb Fußball-Geschichte – und ein Spieler des BVB 2 war mittendrin: „Es war der erste Länderspielsieg der Amerikaner gegen Italien seit 82 Jahren“, berichtete BVB 2-Stürmer Terrence Boyd nach seiner Rückkehr nach Dortmund, „ehrlich gesagt: ich bin mächtig stolz darauf, dass ich bei diesem Ereignis dabei sein durfte.“

Schon die erstmalige Berufung in den Kreis der US-amerikanischen Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen den viermaligen Weltmeister am Mittwochabend in Genua hatte der Torjäger der Dortmunder Regionalliga-Mannschaft als eine große Ehre empfunden. Vor Ort nahm er dann genau 13 Tage nach seinem 21. Geburtstag die nächste Hürde, überzeugte Jürgen Klinsmann im Training dermaßen, dass ihm der ehemalige Teamchef der deutschen Nationalmannschaft einen Platz auf der Ersatzbank reservierte.

In der 78. Minute war es soweit: Terrence Boyd betrat den Rasen des Stadio Luigi Ferraris, als Nachfolger seines Mittelstürmer-Konkurrenten Jozy Altidore von AZ Alkmaar aus der niederländischen Ehrendivision. „Für einen Stürmer war es in dieser Phase nicht ganz einfach, weil wir weitgehend hinten drin standen und versuchten, mit aller Macht unsere 1:0-Führung über die Zeit zu bringen“, sagt Boyd, „da ging es auch für uns Offensivleute vorwiegend darum, den Ball zu halten, Zeit zu gewinnen – am Ende aber hat es geklappt.“

Es seien schon bewegende Momente für ihn gewesen: als er von Jürgen Klinsmann aufs Feld beordert wurde, als er sich in Zweikämpfen mit italienischen Top-Stars messen durfte („Kopfballduelle gegen Andrea Barzagli beispielsweise erlebt man ja auch nicht alle Tage“), als er am Ende dann sein Trikot mit seinem Gegenspieler Giorgio Chiellini von Juventus Turin tauschte. „Zuerst“, gestand er, „wollte ich meines ja am liebsten behalten. Wegen der Erinnerung...“

Terrence Boyd, der in Bremen geborene Deutsch-Amerikaner, hat seinen ersten Ausflug und sein Debüt in der A-Nationalmannschaft in vollen Zügen genossen. Schon das ganze Drumherum eines solchen Länderspiels hautnah erleben zu dürfen, habe ihn ziemlich beeindruckt. Super sei er von seinen Kollegen aufgenommen worden, nur eines habe ihm richtige Bauchschmerzen bereitet: „Bei den Amerikanern ist es üblich, dass jeder Neuling vor versammelter Mannschaft ein Lied singen muss. Da war ich aufgeregter als vor dem Spiel.“

Letztendlich ging dieser Krug dann aber doch an ihm vorbei: „Nur eine kleine Rede musste ich halten, aber das war ganz okay.“

Er dürfe wiederkommen, habe ihm Jürgen Klinsmann zum Abschied gesagt. „Mit meiner Art, mich zu geben, mit meiner Aggressivität im Spiel, war er sehr zufrieden“, sagt Terrence Boyd. Erst einmal aber steht jetzt Ende des Monats die Olympia-Qualifikation mit der U 23 der USA an, den Borussen wird er dann in einigen Begegnungen fehlen. Doch für Terrence Boyd könnte mit dem Ticket zu den Spielen nach London innerhalb weniger Wochen der nächste Traum in Erfüllung gehen.

 
 

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