Ein junger Schwede läuft allen davon

Unangenehme Bedingungen: Trailrun am Wochenende in Dortmund.
Unangenehme Bedingungen: Trailrun am Wochenende in Dortmund.
Foto: Bodo Goeke

Dortmund. Die zweite Auflage der Windstopper Trailrun-Worldmasters, kurzum die inoffizielle WM dieser jungen Sportart, hat sportlich alle Erwartungen erfüllt. Der erst 23 Jahre alte Schwede David Nilsson setzte sich ganz souverän vor dem Aachener Mussa Hudrog durch. Top-Favorit Jonathan Wyatt aus Neuseeland schied am dritten Tag aus.

Nach insgesamt 68 km an drei Tagen, nach 900 Höhenmetern und zahlreichen Stürzen, nach Dauerregen und Wind, feierte der Skandinavier einen ganz souveränen Erfolg in 3:47:23 Std., hatte nach seinen drei Etappensiegen damit fast sieben Minuten Vorsprung auf Hudrog.

„Das war echtes Schweden-Wetter“, lachte Nilsson – und befreite sich unter der improvisierten Dusche von Matsch und Dreck.

Aus Dortmunder Männer-Sicht glänzte besonders die Bittermärker Tillmann Goltsch als Zwölfter (4:36:19 Std.), Lauf-Neuling Jens Meyer auf Rang 14 (4:41:32 Std.) und Nicklars Achenbach auf Rang 15 (4:42:17 Std.). Bei den Frauen glänzten Vanessa Rösler (5:19:19 Std.) auf Rang sieben und Uta Doyscher-Lutz auf Rang neun (5:32:10 Std.). In der Masters-Wertung behauptete sich der Wittener Klaus Augustin (5:09:27) als Dritter hinter Sieger Hans Hörmann (München, 4:50:51 Std.). Bei den Masters-Frauen hatte die Wischlingerin Rita Nowottny-Hupka als Dritte in 5:39:01 Std. einen starken Auftritt.

Die 250 Teilnehmer schwärmten in höchsten Tönen über die perfekte Organisation, über die anspruchsvolle Strecke und natürlich über die Atmosphäre auf dem Phoenix-West-Gelände. „Ich bin noch nie durch einen Hochofen gelaufen, ein einmaliges Gefühl. Dazu gab es erstklassige Pfade an der Hohensyburg. Dortmund hat ein sensationelles Laufgebiet“, strahlte Sieger Nilsson aus Malmö. Den hatte niemand auf der Rechnung, obwohl er schon einen Halbmarathon in 1:05 Std. absolviert hatte. Ansonsten gab sich Nilsson so, wie Skandinavier eben sind. Ruhig, bescheiden, unspektakulär. In aller Ruhe gab er Kindern Autogramme, stellte sich auch dem letzten Interview.

Dass Trailrun nicht nur Freunde in Dortmund hat, zeigte ein höchst bedenklicher Vorfall. Immer wieder wurden in den letzten Tagen in der Bittermark Hinweistafeln und Flatterband abgerissen oder so verändert, dass die Athleten in die falsche Richtung gelaufen wären. „Wir sind über solch ein Verhalten entsetzt und wissen nicht die Gründe dafür“, zeigte sich Uwe Gilles vom Lauftreff Bittermark enttäuscht. Die Bittermärker waren mit 89 Helfern vor Ort und 15 Athleten auf der Strecke vertreten.

„Es war ein wunderbarer Lauf mit tollen Pfaden“, schwärmte Stefan Paternoster. Der Mann aus dem Kleinwalsertal muss es eigentlich wissen. Paternoster ist ein legendärer Bergläufer, der schon in den entlegensten Winkeln des Erdballs seine Laufschuhe geschnürt hat.

Ein besonderes Highlight durften die Zuschauer am Samstag erleben. Gut 1000 Schüler und Schülerinnen aus Dortmunder Schulen (das Max-Planck-Gymnasium war mit gut 400 Kids diejenige Schule mit den meisten Startern) gingen im Rennen „Kids on Trail“. Mittendrin als Vorläuferin die sympathische Peking-Olympiasiegerin Lena Schöneborn. Die Moderne Fünfkämpferin erwies sich dabei als Star zum Anfassen. Genau richtig für Dortmunds Schüler.

 
 

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