„Dortmund ist ein Stück Heimat für mich“

Hat in Dortmund den Spaß am Handball wiedergefunden: Svenja Spriestersbach.
Hat in Dortmund den Spaß am Handball wiedergefunden: Svenja Spriestersbach.

Die Schonzeit ist vorbei. Montag um 18.30 Uhr beginnt für die Handballerinnen des BVB die Vorbereitung auf die Meisterschaftssaison 2011/12 in der erstmals einteiligen 2. Bundesliga.

Drei Monate hat Trainerin Alice Vogler Zeit, ehe es am 10. September beim MTV 1860 Altlandsberg los geht. Mit dabei ist Svenja Spriestersbach, die ihr Kurzengagement beim BVB eigentlich nicht verlängern wollte, es dann aber doch tat: „So wollte ich einfach nicht aufhören.“

Gestern war Svenja Spriestersbach mal wieder auf der Autobahn. Von Haiger im Siegerland nach Stuttgart – unterwegs zur Familie ihres Freundes. An weite Entfernungen ist die 29-Jährige ja gewöhnt, spätestens seit sie im Januar überraschend einsprang, um die Verletzungsmisere des BVB zumindest etwas zu lindern. Sie half aus, war erfolgreich und was das Wichtigste war, sie hatte nach nach frustrierenden Jahren in Buxtehude und Mainzlar wieder Spaß am Handball. Wäre da nicht der riesige Aufwand gewesen. Dreimal die Woche zum Training von Haiger nach Dortmund, dreimal die Woche je 100 km hin und wieder zurück über die A 45. „Insgesamt bin ich sechs Stunden von zu Hause weg“, sagte sie, und Zeit ist knapp im Hause Spriestersbach. An der Universität Kassel macht die 29-Jährige ihren Master, zudem stemmt sie die Büro-Organisation in der Physiotherapeuten-Praxis ihres Lebensgefährten in Haiger.

An diesen Umständen hat sich seit Januar nichts geändert, wohl aber an ihrer lange ablehnenden Haltung. „Wir haben Svenja von unserer neuen Marschroute überzeugt. In den wenigen Monaten bei uns hat sie ihren Spaß am Handball wiedergefunden“, erklärte Trainerin Alice Vogler den Stimmungswandel ihrer Rückraumspielerin, die bereits von 2006 bis 2009 beim BVB gespielt hatte.

Überzeugt, aber nicht überredet. „Alice hat mir den Raum gelassen, hat mich nicht gedrängt, das war ganz wichtig für mich“, blickt Svenja Spriestersbach zurück und sagt: „Dortmund gefällt mir, das ist inzwischen ein Stück Heimat für mich. Deshalb kam für mich kein anderer Verein in Frage als der BVB.

Also wird Svenja Spriestersbach heute wieder im Auto sitzen, damit sie pünktlich um 18.30 Uhr zum Saisonauftakt an der Halle Wellinghofen ist. Ein lockeres Auftakttraining läutet die erste Woche ein, die geprägt ist von Leistungsmessungen, Überprüfungen und einem sogenannten Teambuildung im Naturhochseilgarten in Riesenbeck.

„Wir kennen uns natürlich längst. Aber sicherlich ist es für die meisten ziemlich neu, von einer Mitspielerin beim Klettern gesichert zu werden, sich in solch einer Extremsituation auf den anderen verlassen zu müssen“, erklärte Alice Vogler Sinn und Zweck der Maßnahme.

Mit der Gemütlichkeit der Kennenlernphase ist es aber schnell vorbei. Denn auf Fitness legt Alice Vogler gesteigerten Wert. „Alle waren fleißig“, zeigte sich die BVB-Trainerin zufrieden und ließ sich zur Überprüfung die jeweiligen Eincheck-Listen für das Fitness-Studio geben. Sicher ist sicher.

 
 

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