Die Strecke tat am Ende richtig weh

Peter Kehl
Start-Ziel-Sieg für den Göttinger Florian Reichert, der den Dortmunder Knut Höhler auf Platz zwei verwies.
Start-Ziel-Sieg für den Göttinger Florian Reichert, der den Dortmunder Knut Höhler auf Platz zwei verwies.
Foto: Knut Vahlensieck
Es war mächtig anstrengend - und dennoch hatten die Teilnehmer des Ecco Indoor-Trail mächtig Spaß. Besonders die Strecke sorgte für Begeisterung. Sportlich lief’s perfekt. Der Dortmunder Knut Höhler wurde Zweiter. Schon jetzt ist klar. Auch 2013 wird es einen Indoor-Trail geben. Das jedenfalls sagte Veranstalter Heinrich Albrecht.

Dortmund. Zum ganz großen Triumph hat es für Knut Höhler nicht gereicht. Und dennoch durfte der Dortmunder Lokalmatador hochzufrieden sein mit seinem Abschneiden beim „Ecco Indoor-Trail“ in der Dortmunder Westfalenhalle. Der zweimalige Tough Guy-Gewinner musste sich nach drei Tagen nur dem Göttinger Florian Reichert geschlagen geben, der seinen Gesamtsieg mit einem eindrucksvollen Start-Ziel-Erfolg auf der Schlussetappe über zehn Runden sicherte. Nach 46:29,4 Min. war Reichert im Ziel, gut drei Minuten vor seinem ärgsten Verfolger Höhler und dem Kamener Sven Serke. Das Tagesergebnis entsprach dann auch dem Gesamtergebnis nach drei Tagen.

„Die letzte Runde habe ich im Zeichen des sicheren Sieges wirklich genossen. Es war eine ganz starke Atmosphäre in der Halle, der Wettkampf absolut professionell ausgerichtet“, erklärte der glückliche Sieger. Knut Höhler musste erstmal nach Luft schnappen. Der LG0-Ausdauerspezialist hatte am ersten Tag Platz zwei belegt, kämpfte am zweiten Tag über die 5-Runden-Distanz mit den Folgen einer Magen-Darm-Infektion und hätte nach eigenen Worten „eigentlich ins Bett“ gemusst. Und dennoch quälte sich der Medizin-Student über die zehn Runden am Sonntag, versuchte zunächst noch mit Sieger Florian Reichert mitzuhalten, spürte aber schnell, dass es nicht reichte. „Da hatte ich nichts zu melden, der Sieg war weg. Nach der Hälfte des Rennens habe ich meinen Vorsprung nach hinten abgesichert“, resümierte Höhler, der nun „ein paar Wochen regenerieren“ will.

Dortmunder hinterließen hervorragenden Eindruck

Höhler war nicht der einzige aus Dortmunder Sicht, der einen hervorragenden Eindruck hinterließ. Bei den Frauen glänzte LGO-Neuzugang Sonja Vogt mit Platz zwei im Gesamtergebnis, in der Masters-Wertung erkämpfte sich der Bittermärker Stefan Puchtinger ebenfalls Rang zwei nach drei Tagen.

Stark auch der Auftritt von Rita Nowottny-Hupka (LT Wischlingen) und Josh Pavlic (LT Bittermark). Pavlic wurde auf der harten Schlussetappe Dritter bei den Masters, Nowottny-Hupka Zweite bei den Masters-Frauen.

In einem waren sich aber alle Teilnehmer einig: Diese Strecke, die zunächst so leicht erschien, hatte es in sich. „Du findest einfach keinen Rhythmus. Und die Treppen taten am Ende richtig weh“, sprach Knut Höhler stellvertretend für alle 1200 Starter.

LT Bittermark und LT Wischlingen stellten die Streckenposten

Natürlich waren auch die Dortmunder Lauftreffs in den Indoor-Trail eingebunden. Für die Streckensicherung waren der LT Bittermark und der LT Wischlingen verantwortlich, kooperierten hervorragend und stellten rund 20 Streckenposten.

Nachdem es zunächst einige Irritationen über die geschlossenen Zuschauerränge gegeben hatte, reagierten die Veranstalter auf zahlreiche Beschwerden und öffneten am Wochenende zwei Blöcke für Zuschauer, die den Indoor-Trail auf einem Sitzplatz erleben wollten.

Volker Hartmann als Chef des Bunert-Laufteams war mit 18 Aktiven am Start und stellte mit Sonja Vogt die Zweite der Frauenklasse und Stefan Puchtiger den Zweiten bei den Masters. „Es hat allen riesig Spaß gemacht“, beschrieb Hartmann die allgemeine Stimmung, nachdem es im Vorfeld noch Kritik in der Laufszene gegeben hatte.

Die Meldezahlen sprachen für sich: Beim Sprint gingen 200 Läufer an den Start, der Samstag über fünf Runden war mit 700 Athleten ausverkauft, Sonntag gingen 450 Geländeläufer/innen auf die kräftezehrenden zwölf Kilometer. Großen Anklang fand auch das Familien-Rennen und das „Kids Race“. Allein von der Hörder Marie-Reinders-Realschule waren 120 Nachwuchs-Läufer dabei.

Info: Start für 2013 schon gesichert

Heinrich Albrecht, der Veranstalter von der Agentur Plan B, war sichtlich zufrieden. „Wir machen 2013 auf jeden Fall weiter. Der Termin wird sich nicht großartig verändern. Die Zusammenarbeit mit der Westfalenhalle war perfekt und der Zuspruch aus der Laufszene spricht ja für sich“, erklärte Albrecht, der für den 5-Runden-Lauf am Samstag „ausverkauft“ melden konnte.

Natürlich wird es im kommenden Jahr noch einige Veränderungen geben. Was zunächst den Zeitplan betrifft. Besonders der Freitag wird davon betroffen sein. „Wir werden später beginnen. Das ist sicher“, sagte Albrecht.

An der Strecke dürfte es kaum etwas zu verbessern geben. „Ich bin begeistert. Die Strecke hat drei Tage gehalten und wurde von Tag zu Tag immer schneller, weil der Untergrund immer härter wurde“, sagte Streckenchef Stephan Repke.