„Die Mädchen wissen jetzt, was möglich ist“

Seit der Winterpause mit großem Engagement in Lütgendortmund tätig: Trainer Andreas Krznar.
Seit der Winterpause mit großem Engagement in Lütgendortmund tätig: Trainer Andreas Krznar.
Foto: WR/Franz Luthe

War das ein Paukenschlag. Bis zum 16. Spieltag mussten die Fußballfrauen der SG Lütgendortmund auf ihren ersten Saisonsieg warten - und dann dieses 6:0 am Sonntag bei Arminia Ibbenbüren.

Es war ein Erfolgserlebnis zur rechten Zeit - denn eindrucksvoller hätte sich die Mannschaft von Andreas Krznar im Kampf gegen den Abstieg nicht zurückmelden können.

Doch bei aller Freude über diesen ersten „Dreier“ bleibt der neue Trainer vorsichtig: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wir müssen jetzt nachlegen, am Sonntag zu Hause gegen Rheine. Sollten wir auch diese Partie gewinnen, hätten wir sieben Punkte aus den ersten vier Spielen geholt. Und dann könnten wir tatsächlich voller Hoffnung nach vorn blicken.“

Im Winter hatte Andreas Krznar den Tabellenletzten der Regionalliga übernommen und von Beginn an einen bemerkenswerten Optimismus versprüht. Mit seiner positiven Einstellung hat er sein junges Team offensichtlich angesteckt. Was ihn so zuversichtlich stimmt? „Im psychologischen Bereich war offensichtlich etwas verkehrt gelaufen. Vielleicht haben sich die Mädchen nicht genügend mit der Situation befasst. Jetzt ist der Fokus wieder verstärkt auf den Abstiegskampf gerichtet. Und in diesem Zuge ist auch die Identifikation mit dem Verein noch gewachsen.“ Es scheint, als habe Krznar eine Blockade gelöst, „denn dass sie Talent haben und das Potenzial reichen könnte und auch müsste, um die Liga zu halten, steht für mich außer Frage. Jetzt haben auch die Mädchen gesehen, was möglich ist“.

Die mit Abstand jüngste
Mannschaft der Liga

Enorm wichtig war der Sieg in Ibbenbüren nicht nur für die Tabellensituation, sondern auch für die Moral. Aber sie haben auch einiges für diesen Erfolg getan. Krznar: „Wir sind schon seit dem 7. Januar im Training und damit viel eher eingestiegen als die meisten anderen Klubs. Das zahlt sich jetzt aus, denn physisch ist die Mannschaft prima drauf.“ Das habe sich schon in der Vorwoche beim 1:1 in Essen-Schönebeck gezeigt, als sie 90 Minuten Vollgas gaben und für ihren hohen Einsatz mit dem Last Minute-Ausgleichstreffer belohnt wurden.

Andreas Krzar, der sich vertraglich bis 2013 an die SGL gebunden hat, betreut die nach einer Einschätzung mit Abstand jüngste Mannschaft der Liga: drei 16-Jährige, fünf 17-Jährige und eine 18-Jährige standen in Ibbenbüren in seiner Startelf.

Nicht zuletzt dieser jugendliche Elan soll bei der Aufholjagd helfen. Noch steht die SG Lütgendortmund auf dem letzten Tabellenplatz, doch der Rückstand zum rettenden Ufer ist auf vier Punkte ge-schrumpft - und mit einem Sieg über Rheine würde man auf jeden Fall die Rote Laterne abgeben. Doch das wäre für Andreas Krznar ohnehin nur eine Zwischenstation: „Mir würde reichen, wenn wir am letzten Spieltag gerettet sind.“

 
 

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