Die Leichtathleten trauern um Reiner Kobs

Am Samstag im Alter von 70 Jahren verstorben: Reiner Kobs
Am Samstag im Alter von 70 Jahren verstorben: Reiner Kobs
Foto: Jochen Linz/PiLi

Die Dortmunder Leichtathleten tragen Trauer: Reiner Kobs, der ein Urgestein der Dortmunder Leichtathletik war, verstarb am Samstag plötzlich und unerwartet im Alter von 70 Jahren.

Noch in der vergangenen Woche erlebte man den Leichtathletik-Pionier bei der Vereinsvertreter-Sitzung als lebensfrohen und engagierten Mitarbeiter, der die Vorbereitungen für die westfälischen Hammerwurfmeisterschaften am 11. Juni 2011 auf dem Ernst-Figgen-Wurfplatz in Dortmund bereits bis ins Detail abgeschlossen hatte.

Reiner Kobs war ein Leichtathletik-Pionier weit über die Landesgrenzen hinaus. Für die Hammerwerfer aus Nah und Fern war er ein echter Fixpunkt.

Seit über fünf Jahrzehnten bestimmte das 7,257kg-schwere Wurfgerät weitgehend das Leben des früheren Modellathleten. Reiner Kobs, dessen ganzer Stolz in den letzten Jahren seine beiden Enkelkinder waren, beförderte den Eisenball selber auf gute 59,98m, war zwischen 1961 und 1980 14-mal im westfälischen Finale vertreten und errang bei den deutschen Seniorenmeisterschaften 1980 und 1985 jeweils in München „Gold“.

Reiner Kobs, der auch über zwei Jahrzehnte Landesdisziplin-Trainer des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen war, zählte nicht nur im Hammerwerfen zur ersten Reihe in Westfalen. So erzielte er u.a. 11,0 Sekunden über 100m, 7,05m im Weitsprung, 61,12m im Speerwerfen und 6702 Punkte im Zehnkampf, mit denen er bei den deutschen Mehrkampf-Meisterschaften 1960 in Hamm den dritten Platz belegte. Mit seinen Leistungen im Hammerwerfen, Weitsprung und Zehnkampf würde Reiner Kobs noch heute zur westfälischen Spitzenklasse zählen.

Die Begeisterung für die Leichtathletik übertrug der erfolgreiche Hammerwurf-Mentor auch auf seinen Sohn Karsten Kobs, der 1998 in Budapest im Hammerwerfen mit 80,12m „Bronze“ gewann und ein Jahr später in Sevilla mit 80,24m zum Weltmeister avancierte.

Vor vier Jahren gründete Reiner Kobs, der sich zuvor für den OSC engagierte, beim ASC 09 die erfolgreiche Werfergruppe, die ihren Macher und unermüdlichen Motor in Zukunft schmerzlich vermissen wird.

 

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