Borussia Dortmund trauert um Helmut Bracht

Helmut „Jockel“ Bracht, Spieler der ersten BVB-Meistermannschaft von 1956, zeigt dem BVB-Geschäftsführer  Hans-Joachim Watzke, dem Ex-OB Gerhard Langemeyer und Reinhold Wosab (v.l.) sein Trikot vom Meisterschaftsspiel 1956.
Helmut „Jockel“ Bracht, Spieler der ersten BVB-Meistermannschaft von 1956, zeigt dem BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, dem Ex-OB Gerhard Langemeyer und Reinhold Wosab (v.l.) sein Trikot vom Meisterschaftsspiel 1956.
Foto: ddp

Borussia Dortmund trauert um seinen Meisterspieler und früheren Fußballobmann Helmut Bracht, der im Alter von 81 Jahren gestorben ist. Die Beisetzung findet am kommenden Freitag auf dem Friedhof in Brechten statt.

Seinen 80. Geburtstag hat er noch im Kreise seiner Freunde in Holthausen gefeiert, „Aki“ Schmidt brachte ihm zu später Stunde ein Ständchen auf dem Akkordeon, und als er „Jockels“ Lieblingsschlager von den Capri-Fischern anstimmte, da huschte ein Lächeln über das Gesicht des bereits damals von seiner schweren Krankheit gezeichneten Jubilars. An der Seite seiner Frau Karin , die ihn rund um die Uhr versorgte, erlebte er noch die Feierlichkeiten zum „Hundertsten“ seines BVB. Doch in den letzten Monaten – „Jockel“ verbrachte sie im münsterländischen Seppenrade – verließ ihn zusehends die Kraft.

„Ölprinz“ haben sie Bracht gerufen, nachdem sich der gelernte Mineralöl-Kaufmann 1957 selbstständig und hauptberuflich die General-Agentur der Deutschen Shell in Dortmund übernommen hatte. Über Preußen Horstmar, Brambauer 13, Lüner SV, Westfalia Herne und SpVg. Herten führte ihn der Weg zur Borussia, bei der er Erich Schanko beerbte. Als linker Läufer war der schon in jungen Jahren ergraute Charmeur eine feste Größe der Meistermannschaft 1956/57 und mit Willi Burgsmüller der einzige Spieler aus jener großen Elf, der 1963 auch den 3:1-Endspieltriumph gegen den 1. FC Köln feierte. Als Aktiver und später als Obmann zeichnete ihn ein „goldenes Auge“ für Talente in der Umgebung aus. So lockte er zunächst mit Friedhelm „Timo“ Konietzka, Rolf Thiemann und Horst Steinkuhl drei Spieler vom VfB Lünen 08 zum BVB, später auch Klaus Brakelmann (Preußen Horstmar) und Wolfgang Przygodda (VfB 08). Er entdeckte außerdem „Aki“ Schmidt (SV Berghofen), Jürgen „Charly“ Schütz (Urania Lütgendortmund) und Lothar Emmerich (Dorstfeld 09).

Ende der 60-er Jahre musste er vor den finanziellen Zwängen des Vereins kapitulieren. Ihm fehlte das Geld, um den Liga-Kader nach seinen Vorstellungen zu verstärken. Nach dem Abstieg in die Regionalliga packte er auch als Mitglied und Vorsitzender des Ältestenrats mit an, um den Klub wieder in ruhigere Gewässer und in den 90-er Jahren ins zweite „goldene Jahrzehnt“ zu führen.

Mit „Jockel“ Bracht verliert der BVB eine seiner schillerndsten Persönlichkeiten. Borussia wird ihm heute in einer Schweigeminute gedenken.

 
 

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