Alle Kicker im Spiel einbezogen

EB
E-Junioren der JSG Unna/Billmerich kicken zusammen mit Jugendlichen der Initative Downsyndrom
E-Junioren der JSG Unna/Billmerich kicken zusammen mit Jugendlichen der Initative Downsyndrom
Foto: Weiß
Die Gesellschaft redet von Integration oder Inklusion, bei der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Unna-Billmerich wird es gelebt. Bereits zum dritten Mal fand der integrative Kick mit jeweils sechs Spielern aus der E-Jugend der JSG und Jugendlichen aus der Initiative Down Syndrom statt. Will heißen: Behinderte und Nichtbehinderte spielen gemeinsam Fußball.

Die Gesellschaft redet von Integration oder Inklusion, bei der Jugendspielgemeinschaft (JSG) Unna-Billmerich wird es gelebt. Bereits zum dritten Mal fand der integrative Kick mit jeweils sechs Spielern aus der E-Jugend der JSG und Jugendlichen aus der Initiative Down Syndrom statt. Will heißen: Behinderte und Nichtbehinderte spielen gemeinsam Fußball.

Bei diesem „echten“ Fußballtraining werden die Grundlagen für das Fußballspiel geübt: Bälle annehmen, passen, dribbeln, schießen. So gestärkt kommt es anschließend zu Trainingsspielen, bei denen jeweils zwei Spieler mit und ohne Handicap in einem Team spielen. Natürlich gibt es dabei auch Regeln. Vor den Spielen überlegen alle Spieler gemeinsam, welche Regeln Gültigkeit haben oder verändert werden sollen, damit die Einbeziehung aller Kinder ins Spiel gewährleistet wird. So wurde beispielsweise beim letzten Mal entschieden, dass die Vereinsspieler nur zwei Ballkontakte nacheinander haben dürfen. Diese Spieler konnten also im günstigsten Fall den Ball annehmen und zum Mitspieler passen oder aufs Tor schießen. Währenddessen durften die Nicht-Vereinsspieler den Ball so oft berühren wie sie wollten. Diese Einschränkung haben sich die Vereinsspieler selbst gegeben. Sie hatten erkannt, dass sonst die Gefahr besteht, dass nicht alle Spieler mit ins Spiel einbezogen werden und das Spiel durch Einzelaktionen der Besten dominiert werden könnte.

Die Unterscheidung zwischen Vereinsspielern und Nicht-Vereinsspielern kommt übrigens von den Kindern selbst.

Neue Erfahrungen

Bei den ersten Gesprächen zu den Regeländerungen war den Jungkickern das deutliche Unwohlsein anzumerken, den Begriff „Behinderte“ in den Mund zu nehmen. Die jetzt gefundene Differenzierung zwischen Vereinsspielern und Nicht-Vereinsspielern wurde von allen sehr bereitwillig aufgenommen.

Als sinnvoll hat sich auch die Regel herausgestellt, dass Tore der Vereinsspieler nur dann gelte , wenn sie aus einer kleinen Zone vor dem Tor erzielt werden, damit das Spiel nicht zu einer wilden „Pölerei“ ausartet, die für einzelne Spieler leicht sehr schmerzhaft werden könnten.

Wenn das Spiel dann erst einmal angepfiffen ist, ergeben sich oft dramatische Spiele, in denen keiner dem anderen etwas schenkt und alle engagiert zur Sache gehen. Für viele der jungen Fußballer aus der E2 der JSG Unna-Billmerich, die im normalen Alltag in der Kreisliga A in der Spitzengruppe der Staffel 7 munter mitmischen, bietet dieses Training viele neue Erfahrungen. Gerade den Kindern, die ansonsten mit Kindern, die eine Behinderung haben, sehr wenig zu tun haben, bietet sich die Gelegenheit zu für sie völlig neuen Kontakten. Gleichzeitig sind diese Kinder die besten Trainer, die es gibt, weil sie den anderen beständig vormachen, wie Fußball funktioniert: Bälle annehmen, abspielen, freilaufen und Torschuss. Das Training kommt bei den „Vereinsspielern“ so gut an, dass bei der Ankündigung eines neuen Termins Moritz zu einigen Neuen meinte: „Das integrative Training ist echt cool, da müsst ihr unbedingt kommen.“

„Hey Trainer“

Auf der anderen Seite merkt man den Kindern mit DownSyndrom auch bei ganz anderen Veranstaltungen an, wie viel Freude sie schon bei der Begrüßung „Hey Trainer“ haben. Schließlich hört sich das auch richtig nach Fußballverein an.

Mehr zur InitativeDownsyndrom und der Jugendspielgemeinschaft Unna /Billmerich unter www.ids-unna.de und www.jsg-ub.de.