18 Kilometer durch die „Grüne Hölle“

Frank Desai-Hüttemann
Foto: Veranstalter

Schwerte. Marion Böcher und Dirk Selleny waren die schnellsten Schwerter beim 5. Fisherman’s Friend Strongman Run durch die „Grüne Hölle“ am Nürburgring. Marion Böcher belegte in der 3:01,40 Stunden Platz 297 in der Frauen-Hauptklasse, während Dirk Selleny nach 2:10,50 Stunden als 749. der Männer-Hauptklasse beim wohl härtesten Crosslauf der Welt über den Zielstrich lief.

Knapp 20.000 Zuschauer haben diesen weltweit größten Crosslauf der Extraklasse am Nürburgring verfolgt. Auf der Strecke waren dann doch „nur“ 8890 Teilnehmer, nachdem 10940 gemeldet hatten. Ins Ziel eingelaufen sind letztendlich 8547 Läufer, von denen einige auch die Schwerter Farben vertreten haben. „Die Zeit war gut, es tat aber auch sehr weh“, zeigte sich Marion Böcher auch einen Tag nach dem Strongman noch mächtig beeindruckt. „Ich habe erst im September angefangen zu laufen, nachdem ich zuvor schon einige Sachen ausprobiert hatte“, verriet die 42-Jährige im WR-Gespräch. „In der Endphase der Vorbereitung bin ich dann regelmäßig einen Halbmarathon gelaufen, ich war aber leider in den letzten drei Monaten regelmäßig krank. Auf dem Nürburgring habe ich mich dann durchgebissen.“ Schwer beeindruckt war die Ruhrstädterin vom Zusammenhalt auf der Strecke. „Hier hat jeder dem anderen geholfen und bei einem Durchhänger gut zugesprochen. Brutal waren die Wasserlöcher, hier ist die Muskulatur sehr schnell den Bach runter gegangen.“

An der Spitze war dann schon Ellbogen-Denken angesagt. Der 29-jährige Trierer Debütant Florian Neuschwader gewann in der Zeit von 1:21,27 Stunden ganz knapp vor dem Finnen Jani Lakanen. Seriensieger Knut Höhler, der zuletzt dreimal hintereinander gewann, musste sich diesmal mit dem dritten Platz begnügen. Knapp zweieinhalb Minuten später lief er in 1:24,02 Stunden nach 18 Laufkilometern, 28 Hindernissen und 650 Höhenmeter ins Ziel ein. Bei den Frauen war Ulrike Dreißigacker in ausgezeichneten 1:37,25 Stunden nicht zu schlagen. Zweite wurde die Vorjahressiegerin Nina Schüler (1:43,49) vor Carina Weidler (1:49,37).

28 Hindernisse und
650 Höhenmeter

Knapp zwanzig Minuten nach der Drittplatzierten Weidler kam Schwertes schnellster Mann Dirk Selleny ins Ziel. „Es war wirklich schön, kann ich nur jedem empfehlen, der viel Spaß haben will“, hörte man beim Schwerter auch gut 30 Stunden nach dem Start noch die Lust am Strongman heraus: „Ganz hinten zu starten ist vielleicht nicht so schön, aber die Veranstalter appellieren an alle, sich nach Können in die Startblöcke einzuordnen und da stand ich dann im ersten Drittel.“

Die Hindernisse hatten es natürlich in sich. Für Selleny war die Eifeler Nordwand, hintereinander aufgetürmte Strohballen, das schwierigste. „Aber an jedem Hindernis wurde einem von den Mitstreitern Hilfe angeboten, was wirklich toll war.“ Besonders anstrengend waren auch die Kiesgruben, „das merkte man relativ schnell und intensiv in den Oberschenkeln.“ Aber es gab auch schöne Barrieren, zum Beispiel das Bergauf-Bergab auf der Quad-Strecke. Die Hindernisse sorgten aber auch für die notwendigen Erholungsphasen während der gut 18 Laufkilometer. „Die teilweisen Wartezeiten wurden von vielen natürlich als Erholung genutzt, aber dennoch musste man sich das Rennen gut einteilen“, meinte Selleny. Er tat dies – die erste Runde in 64 Minuten und die zweite in 66 Minuten. Besser geht es fast nicht

Drittschnellster Schwerter war Marcel Martens in der Zeit von 2:15,05 Stunden und Rang 906 in der Männer-Hauptklasse. Knapp fünf Minuten länger war Tim Fröhling (2:20,50) unterwegs (MH Platz 1143). Steffen Peisert und Tobias Gunia, der bereits Strongman-Erfahrung aufweisen konnte, folgen mit 2:28,58 bzw. 2:35,05 Stunden (Rang 1636 bzw. 2151 Männer-Hauptklasse). Kai Mathias lief in 2:41,04 Stunden auf Rang 2735 ein, Dirk Kreckel benötigte 2:44,06 Stunden (Rang 3033), während die Blaschke-Brüder Peter und Michael 2:53,35 bzw. 2:59,33 Stunden unterwegs waren. Unter drei Stunden blieb Andre Dorr (2:59,48/Rang 4607), knapp darüber Marc Stelbrink (3:12,17/5637) und Stefan Käßner (3:23,17/6377). Über dem Zeitlimit blieben Axel Schümann (3:36,06/6964) und Karsten Kretzschmar (3:47,58/7313).