Unter Krystian Sikorski läuft’s für die Dinslaken Kobras gut

Krystian Sikorski ist nach vier Spielen als Kobras-Trainer immer noch ungeschlagen und hofft, in die Play-offs zu  kommen.
Krystian Sikorski ist nach vier Spielen als Kobras-Trainer immer noch ungeschlagen und hofft, in die Play-offs zu kommen.
Foto: Jochen Emde
  • Der neue Trainer bringt als Aktiver die Erfahrung von zwei Olympia-Teilnahmen mit Polen mit
  • Seine Trainerkarriere in Deutschland begann beim Herner EV – zuletzt arbeitete er in Dortmund
  • In vier Spielen unter Sikorski sammelten die Kobras bislang zehn Punkte und sind ungeschlagen

Dinslaken..  Zurzeit läuft es für die Dinslaken Kobras in der Eishockey-Regionalliga rund. Seit Krystian Sikorski als Trainer im Amt ist, haben die Kobras aus vier Spielen satte zehn Punkte gesammelt. Und dennoch wird der Coach nicht müde zu betonen, dass noch viel Arbeit bei seiner Mannschaft zu tun ist.

Sikorski weiß sehr gut, wie viel Arbeit hinter Erfolgen steckt. „Ich konnte kaum Schlittschuh laufen, habe sehr viel Zeit investiert und irgendwann ging alles ganz schnell“, erzählt der heute 55-jährige, der mit elf Jahren mit seiner Familie in eine Siedlung mit einer Eishalle gezogen ist. Mit zwölf Jahren fing Sikorski an, Eishockey zu spielen und fand sich bereits mit 17 bei Polonia Bytom und in der polnischen Jugend-Nationalmannschaft wieder. Es dauerte nicht lange, bis der Stürmer in der Ekstraliga und Polens A-Nationalmannschaft auftauchte.

Die Olympischen Spiele in Calgary sind noch in guter Erinnerung

Mit Bytom gewann er gleich vier Mal die Meisterschaft und durfte sich dadurch über Europapokalauftritte in Eishockey-Hochburgen wie Moskau oder Stockholm freuen. Mit der Nationalmannschaft nahm Sikorski an zwei Olympischen Spielen teil, 1984 in Sarajevo und 1988 in Calgary, wobei ihm Kanada deutlich besser in Erinnerung geblieben ist. „1984 wurde jeder Schritt von uns kontrolliert. In Calgary hatten wir das Eröffnungsspiel gegen Kanada vor 20 000 Zuschauern und man hat berühmte Leute getroffen“, erzählt Sikorski.

Ohnehin hatte die Profi-Karriere große Vorteile. „Das waren sehr gute Zeiten. Man hat nicht viel Geld verdient, aber man konnte als Sportler sehr viel von der Welt sehen“, sagt der Familienvater, der nach zehn Jahren Karriere in Polen 1990 zum Herner EV wechselte. Der Kontakt war über den damaligen Herner Torwart Peter Glinka entstanden, mit dem er immer guten Kontakt gepflegt habe, der ihn fragte, ob er der Mannschaft helfen könne. „Die 90er-Jahre waren sehr schwer in Polen, ich habe die Wende noch geschafft“, ist Sikorski froh, damals nach Deutschland gezogen zu sein. „Nach fünf, sechs, sieben Jahren musst du eine Entscheidung treffen, ob du bleibst“, sagt der 125-malige Nationalspieler.

In Dortmund ging Anfang des Jahres der Spaß verloren

Ein entscheidender Faktor sei seine damals fünfjährige Tochter gewesen, erklärt er. Nach zehn Jahren als Spieler in Herne wollte Sikorski dann etwas anderes machen. Bereits Mitte der 90er-Jahre hatte er Trainerscheine absolviert. Doch zunächst kümmerte sich der ehemalige Profi um seine Familie. Nach zuletzt drei Jahren bei den Eisadlern Dortmund hatte Sikorski Anfang 2016 gemerkt, dass es nicht mehr so viel Spaß mache und er wieder mehr Zeit mit der Familie verbringen wolle.

„Im September, Oktober habe ich dann aber wieder warme Füße gekriegt und gemerkt, dass es juckt. Dann kam der Anruf von Sven Linda“, schildert der Übungsleiter die Kontaktaufnahme der Kobras. „Sven hat mir schon als Spieler in Herne und Dortmund geholfen und jetzt versuche ich, die Mannschaft nach vorne zu bringen“, sagt Sikorski, den schon eine längere Bekanntschaft mit dem letztjährigen Kobras-Kapitän verbindet.

„Großes Lob an die Mannschaft. Es läuft besser, als ich erwartet habe“, ist der Coach mit dem bisherigen Abschneiden der Kobras unter seiner Leitung absolut zufrieden. „Bis zum Ende wird gefightet. Wir wollen die Leute begeistern, gute Spiele abliefern und immer alles geben“, nennt der Coach seine Hauptziele. Der Anfang ist gemacht.

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