„Total nett aufgenommen“

Von links: Achim Mühlbacher, Volker Wüster, Sabine Poluzyn, Peer Hüsken und Doro Schmelt.
Von links: Achim Mühlbacher, Volker Wüster, Sabine Poluzyn, Peer Hüsken und Doro Schmelt.
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Dinslaken. Sabine Poluzyn traf im Rahmen der NRZ-Aktion „Biker sucht Frau“ erstmals auf Partner Peer Hüsken, mit dem sie beim 24-Stunden-Rennen in Duisburg startet.

Selbst hatte Sabine Poluzyn den NRZ-Artikel über den Dinslakener Mountainbiker Peer Hüsken, der eine weibliche Partnerin für das 24-Stunden-Rennen in Duisburg suchte, noch gar nicht gelesen, als sie bereits ein Freund informierte: „Der hat gedacht, so bekloppt, da mitzumachen, kann nur ich sein“, lacht Poluzyn. Der Kollege von der freiwilligen Feuerwehr hatte den richtigen Riecher. Die sportbegeisterte 37-Jährige formulierte schnell eine kurze Bewerbung und wurde am Ende ausgewählt. Am Sonntag beim Country-Touren-Fahren des RSC Dinslaken traf die mittlerweile in Moers wohnende Walsumerin zum ersten Mal auf ihren Partner, mit dem sie nun ein gemeinsames Ziel verbindet. Anfang August will das Duo im Landschaftspark nicht nur ankommen, „wir wollen auch etwas erreichen“, betont Poluzyn.

„Zu allen Schandtaten bereit“

Die erste Begegnung auf der langen Wegstrecke verlief immerhin schon einmal erfolgsversprechend. „Ich bin total nett aufgenommen worden“, freut sich Poluzyn, die am CTF-Startort in Hiesfeld nicht nur ihren Partner, sondern auch Sponsor Volker Wüster und Dorothee Schmelt, Dinslakens schnellste Mountainbikerin kennenlernte, die das NRZ-Projekt beratend unterstützt. Gemeinsam ging der Trupp bei extrem schwierigen Bedingungen mit Kälte und reichlich Schlamm die 46-Kilometer-Runde an, bei der Hüsken zu einer ersten, sehr positiven Einschätzung seiner zukünftigen Teamkollegin kam: „Das Potenzial ist da. Sie ist nicht ängstlich und hat den Willen, sich weiter zu verbessern. Sie hat richtig Bock drauf“, meint der Hiesfelder.

Poluzyn, seit vielen Jahren schon als Läuferin unterwegs, begann vor rund zweieinhalb Jahren mit dem Mountainbiken, 2012 absolvierte sie das komplette CTF-Programm in Nordrhein-Westfalen. Ein Rennen hat die ausgebildete Pferdewirtin, die mittlerweile aber die internationale Kundschaft einer Duisburger Autovermietung betreut, aber noch nie bestritten. Eine neue Herausforderung, die sie nun gerne annimmt. Dass dafür auch in der Vorbereitung großer Einsatz gefragt ist, weiß sie auch: „Ich bin zu allen Schandtaten bereit.“

In den Trümmern von Haiti

Dass die Herausforderung 24-Stunden-Rennen im Zweier-Team nicht nur eine körperliche ist, sondern gerade in der Nacht auch den Kopf fordert, ist Poluzyn ebenfalls bewusst. Doch in dieser Hinsicht hat die Mutter (Sohn Alexander) eine, wie sie selbst sagt, „super Schule“ durchgemacht. Poluzyn gehört zur I.S.A.R. Germany, einem Zusammenschluss von Rettungsspezialisten aus verschiedenen Feuerwehren und Hilfsorganisationen, die unter anderem bei Erdbeben helfen. Mit ihrem achtjährigen Schäferhund „Gismo“ rettete die Bikerin 2010 bereits Erdbebenopfer aus den Trümmern in Haiti. Ihr zweiter Schäferhund „Crazy“ befindet sich noch in der Ausbildung, soll aber auch bald Menschen retten, wenn es irgendwo auf der Welt nötig ist. „Was man bei dieser Tätigkeit auf jeden Fall lernt, ist das Ausschalten von irgendwelchen Umständen“, sagt Sabine Poluzyn. Die Konzentration aufs Wesentliche – das wird der sympathischen Sportlerin in den nächsten Monaten sicher auch bei der Vorbereitung auf den gemeinsamen Wettkampf helfen. Die NRZ wird das Duo auf dem Weg nach Duisburg weiter begleiten.

 
 

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