T-Shirt-Test in Tansania

Nele Kazur im Zielbereich des Kilimanjaro-Marathons.
Nele Kazur im Zielbereich des Kilimanjaro-Marathons.
Foto: NRz
Dinslaken/Tansania. Nele Kazur kann diesmal wegen ihres Aufenthalts in Afrika nicht am City-Lauf teilnehmen, nahm dafür aber zehn Kilometer beim Kilimanjaro-Marathon in Angriff.

Der City-Lauf hat Nele Kazur schon früh in seinen Bann gezogen. Wenn ihrer Heimatstadt im Frühjahr der Startschuss fällt, ist die Dinslakenerin eigentlich immer dabei. Die elfte Auflage wird die junge Frau am Sonntag allerdings weder aktiv, noch als Zuschauerin miterleben können. Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres hält sie sich momentan in Tansania auf. Für die begeisterte Läuferin musste also eine Ersatzveranstaltung her, und die war schnell gefunden. 11 000 Kilometer südlich des Niederrheins ging die 18-Jährige beim Kilimanjaro-Marathon in Moshi über die zehn Kilometer an den Start – im druckfrischen City-Lauf-Shirt, das Michael Keuten, der Vorsitzende von Marathon Dinslaken, ihr extra für den Testlauf in der Hitze Afrikas geschickt hatte.

Singende Schulklassen

Distanz und Dress waren für die ehemalige Schülerin des Otto-Hahn-Gymnasiums also durchaus vergleichbar. Ansonsten hatte das Rennen in Tansania aber nicht viel mit dem City-Lauf gemein. Schon der Start war deutlich früher für 7.15 Uhr morgens angesetzt, bei den hohen Temperaturen zu späterer Stunde eine vernünftige Maßnahme. Die Startmusik des City-Laufes vermisste Nele Kazur etwas, der kleine Knall, der die Massen in Moshi in Bewegung brachte, war dafür keine Entschädigung, doch die bunt gemischte Truppe, die sich auf die Strecke begab, war ein Erlebnis für sich. Von singenden Schulklassen bis zu bestens trainierten Läufern war alles dabei.

Noch interessanter war allerdings die Kleidung, die der Großteil der Starter beim Zehn-Kilometer-Lauf trug. Favorit beim Schuhwerk waren mitnichten Turnschuhe, sondern Ballerinas oder alternativ auch Flip-Flops. Dazu trugen die einheimischen Starter dann Strumpfhosen, Röcke oder Jumpsuits. Im Ziel wurden alle Finisher mit reichlich Wasser versorgt. Während sich die Teilnehmer der kürzeren Distanzen erholten, erreichten auch die schon die schnellsten Läufer von Halbmarathon oder Marathon das Ziel. Jeder Finisher wurde vom Publikum mit großem Jubel begrüßt. Beim ersten einheimischen Läufer waren die Tansanier schließlich überhaupt nicht mehr zu halten.

Verschiedene Projekte

Für Nele Kazur war die Teilnahme am Kilimanjaro-Marathon ein unvergessliches Erlebnis. Genau wie alle anderen Erfahrungen, die sie schon seit September 2015 unweit der Grenze zu Kenia sammelt. In Moshi arbeitet sie beim tansanischen Roten Kreuz in verschiedenen Bereichen mit, betreut in unterschiedlichen Schulen Kinder, bringt ihnen Schreiben und Rechnen bei. Außerdem unterstützt die Dinslakenerin Projekte für Arme oder Menschen mit HIV. Bei all den Aufgaben vergeht die Zeit wie im Fluge, und im Sommer geht es schon wieder zurück nach Deutschland. Im Frühjahr 2017 ist Nele Kazur dann auf jeden Fall wieder bei der zwölften Auflage des Dinslakener City-Laufes dabei.

 
 

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