Spielabbruch nach Zuschauer-Randale bei Kreisliga-Spiel

Erst kurz vor Abpfiff kam es beim dem Dinslakener Lokalderby zwischen SGP Oberlohberg und RWS Lohberg zu Tumulten.
Erst kurz vor Abpfiff kam es beim dem Dinslakener Lokalderby zwischen SGP Oberlohberg und RWS Lohberg zu Tumulten.
Foto: Olaf Fuhrmann / Funke Foto Services
Nach Tumulten und einer Schlägerei zwischen Zuschauern wurde in Dinslaken ein Kreisliga A-Spiel abgebrochen. Polizei sicherte Abreise eines Teams.

Dinslaken.. 88 Minuten lang war es ein kampfbetontes Fußball-Spiel zwischen den beiden Dinslakener Fußball-A-Kreisligisten SGP Oberlohberg und RWS Lohberg. In der 89. Minute nahmen das dann jedoch einige Zuschauer zu genau.

Es eskalierte, Tumulte, eine Schlägerei zwischen Zuschauern und ein Spielabbruch beim Stand von 2:1 (1:1) für RWS Lohberg mit anschließendem Polizeieinsatz. Doch als die Streifenwagen eintrafen, hatten sich die Gemüter der meisten schon wieder merklich beruhigt.

Oberlohberger Spieler wollten nicht weiter kicken

Die Situation, wie es zu dem Spielabbruch kam: Tolga Karaoglu, Mittelfeldspieler der Lohberger, wollte den Ball einwerfen, als er von einem Zuschauer mit RWS-Trainingsjacke verbal attackiert wurde, woraufhin sich ein weiterer Zuschauer der Lohberger einmischte und die Situation außer Kontrolle geriet.

Von überall rannten Personen in die Nähe des Geschehens und einige RWS-Spieler versuchten die Situation zu beruhigen, andere hingegen mussten von Mannschaftskollegen zurückgehalten werden, um nicht selbst handgreiflich zu werden. Sechs Einsatzkräfte der Polizei waren im Einsatz, um das geordnete Ende des Spiels und später die Abreise der Beteiligten zu gewährleisten. Personen wurden nach Angaben der Polizei bei den Streitigkeiten nicht verletzt.


SGP-Trainer Andreas Matyjaszek scharte seine Mannschaft um sich, und – nach seiner Aussage – um diese zu schützen, ging er mit den Spielern in die Kabine: „Das ist doch selbstverständlich, dass wir erstmal in die Kabine sind. Da sind Zuschauer quer über den Platz gelaufen und RWS-Spieler waren hinter der Barriere“, erklärte „Schuppi“: „Meine Mannschaft wollte dann nicht mehr weiterspielen. Hinter dieser Entscheidung stehe ich zu 100 Prozent. Ich bin für die Lohberger jetzt der Böse. Aber besser so, als wenn jemandem was passiert wäre.“

Spruchkammer wird wohl letztlich über Partie entscheiden

Ganz anders sah es RWS-Trainer Thorsten Albustin, der sich in der 68. Minute für Baris Tekin selbst zwischen den Pfosten einwechselte: „Wir haben geführt und uns als Verein und als Mannschaft nichts zu Schulden kommen lassen. Deswegen gehe ich davon aus, dass wir der sportliche Sieger sind. Die drei Punkte tun uns sehr gut. Ich glaube nicht, dass Oberlohberg vom Platz gegangen wäre, wenn sie selbst geführt hätten.“ Am Ende wird wohl die Kreis- oder Verbandsspruchkammer entscheiden müssen, was aus dieser Partie wird.

Zum Sportlichen: RWS führte zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 2:1, obwohl Siar Yildiz (30. Minute) die Gastgeber in Front brachte. „Mir fehlten acht bis neun wichtige Leute. Das hat man gesehen. RWS hat verdient geführt“, fand Matyjaszek. Hakan Tütüncü (36.) glich per Foulelfmeter aus. Ein Foulspiel an Murat Dinc war nicht wirklich zu sehen, dafür verweigerte Schiedsrichter Sven Terwolbeck RWS vier Minuten davor nach einem Foul an Ahmet Aydin einen deutlichen Strafstoß.

Die Vorentscheidung führte dann der 36-jährige Altmeister Abdullah Özdogan (71.) herbei. Bei seinem 40-Meter-Lauf und dem anschließenden Abschluss per Picke in den Winkel wurde er von der SGP-Defensive jedoch auch nicht gestört. „Wir haben in der zweiten Hälfte deutlich besser gespielt und sind auch verdient in Führung gegangen. Wir hatten eine gute Struktur im Spiel und haben auch nichts mehr zugelassen“, fand Albustin, der während seiner zwanzig Minuten im Tor auch nicht ernsthaft geprüft wurde.

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