Spellen vergab ersten Matchball

Foto: Peggy Mendel
Dinslaken/Voerde. 2:3-Niederlage bei der SGP Oberlohberg nach 2:0-Führung. Trainer Markus Osthoff haderte mit den Minuten vor dem Seitenwechsel. Spellener Tore durch Sebastian Göhl und Marco Braßmann, für die SGP trafen Daniel Möllmann (2) und Oliver Simic.

Markus Osthoff setzte sich direkt nach dem Abpfiff auf die Stehtribüne an der Dinslakener Gärtnerstraße. Seine Spieler vom Fußball-Bezirksligisten SV Spellen ließen sich auf das Grün der Platzanlage der SGP Oberlohberg fallen. Was wie der Abstieg aus der Bezirksliga aussah, war es in Wirklichkeit zwar nicht, doch die 2:3 (2:2)-Niederlage des SVS fühlte sich für die Akteure wohl fast so an. Nach einer 2:0-Führung schenkten die Gäste die Punkte dennoch her. Für die SGP war es letztlich ein versöhnliches letztes Heimspiel nach einer insgesamt schwachen Rückserie.

Zwar zeigten sich die Gäste nicht spielbestimmend, waren aber in der ersten halben Stunde gewillt, den Klassenerhalt in Oberlohberg perfekt zu machen. Sebastian Göhl (13.) und Marco Braßmann mit einer direkt verwandelten Freistoß-Flanke (27.) brachten die Spellener mit ihren Treffern in Front. Diese Führung hielt bis zur 44. Minute.

Was dann folgte, war Slapstick: Zwei fast identische Fehler in der SVS-Abwehr sorgten für zwei Treffer von Daniel Möllmann (44./45.). „Wer ein 2:0 aus der Hand gibt, ist selbst schuld. Ich frage mich, wie hoch wir führen müssen, damit wir ruhig werden? Wahrscheinlich 5:0“, ärgerte sich Spellens Trainer Markus Osthoff: „Das ist natürlich sehr hart. Wir bauen uns was auf und verspielen es innerhalb von wenigen Sekunden wieder.“

Nach dem Seitenwechsel schien Spellen fast wie gelähmt. Wo in der ersten Hälfte noch gute Spielzüge und ein eigentlich sicherer Defensivverbund standen, war in der zweiten Hälfte nichts mehr zu sehen. „Kick and Rush“ war ab sofort die Devise.

Oberlohberg kam so zu zahlreichen guten Gelegenheiten. Enis Capri (80.) und Younes Fagrach (84./88.) hatten die besten Torchancen. Der eingewechselte Oliver Simic erlöste die SGP mit seinem Treffer in der 89. Minute und sorgte für lange Gesichter auf der Spellener Bank.

Osthoff stand da schon hinter der Bande. In der 87. Minute flog Marcel Lucahsen mit der gelb-roten Karte vom Platz, was den ehemaligen MSV-Profi zur Weißglut trieb: „Das ist ein Witz, da eine gelb-rote Karte zu zeigen.“ Für Oberlohberg war ein vernünftiges Auftreten im letzten Heimspiel die größte Motivation. „Jetzt kann uns keiner vorhalten, wir hätten das Spiel verschenkt. Wir wollten uns auf unserer Anlage gut präsentieren. Das ist uns gelungen“, freute sich SGP-Trainer Andreas Matyjaszek. Der SV Spellen hat in der kommenden Woche das Endspiel gegen Holten auf der eigenen Anlage. Bei einem Sieg wäre der Klassenverbleib sicher.

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