Scholtens Achtungserfolg war zu wenig

Timo Kiwitz
Die DTG-Damen: (von links) Lena Hemker, Josanne van Bennekom, Nina Knippert, Corina Scholten, Anja Lingen und Anke Stirken.
Die DTG-Damen: (von links) Lena Hemker, Josanne van Bennekom, Nina Knippert, Corina Scholten, Anja Lingen und Anke Stirken.
Foto: WAZ FotoPool
Dinslaken. Dinslakener Tennis-Damen verloren zum Regionalliga-Auftakt erwartungsgemäß mit 2:7 gegen Westerkappeln. Mannschaftsführerin siegte gegen angeschlagene Franziska König.

Anja Lingen hätte die Spannung noch ein wenig länger aufrecht halten können. Mit 5:0 lag die Nachwuchsspielerin der Dinslakener Tennisgemeinschaft Blau-Weiß im zweiten Satz ihrer Partie gegen Mareike Nietiedt schon vorne, die routinierte Gegnerin wirkte zu diesem Zeitpunkt konsterniert, doch Lingen gab das Match trotz der hohen Führung wieder aus der Hand. Mit dem 1:6, 6:7 im letzten Einzel des Tages schwanden auch die letzten Hoffnungen auf einen erfolgreichen Saisonstart. Am Ende unterlagen die Regionalliga-Damen der DTG dem Aufsteiger Westfalia Westerkappeln mit 2:7. Wegen der schwierigen Ausgangslage – die Blau-Weißen konnten mit Josanne van Bennekom nur auf eine ihrer Ausländerinnen zurückgreifen – war das allerdings keine große Überraschung.

Eine solche wäre allerdings durchaus möglich gewesen. Denn nicht nur Lingen hatte ihre Möglichkeiten, auch Lena Hemker fehlte gegen Alexandra Preuss nicht viel. Im Match-Tiebreak wehrte die Dinslakenerin vier Matchbälle ab, verlor aber nach dem zwischenzeitlichen 9:9 die nächsten beiden Punkte. Wirklich chancenlos war eigentlich nur Anke Stirken, die an Position drei gegen Celine Beermann 1:6, 0:6 unterlag. Das 1:6, 3:6 von Nina Knippert gegen Mareen Beermann verlief enger, als es das Ergebnis am Ende aussagte, vor allem im zweiten Satz war die jüngste DTG-Spielerin nahezu gleichwertig. Und auch van Bennekom hätte zumindest den ersten Durchgang im Spitzeneinzel gegen die starke Ukrainerin Anastasiya Vasylyeva (5:7, 1:6) gewinnen können. So aber brachte der Überraschungssieg von Mannschaftsführerin Corina Scholten gegen die deutsche Nummer 26 Franziska König nicht viel. Scholten konnte sich nicht einmal großartig freuen, weil ihre Gegnerin nach einem vor erst zwei Wochen erlittenen Bänderriss sichtlich gehandicapt ins Spiel ging. „Trotzdem muss man das erstmal gewinnen. Das war nicht einfach unter diesen Voraussetzungen“, wollte sich Scholten den Achtungserfolg auch nicht gänzlich vermiesen lassen.

Den zweiten Zähler holten Stirken/Hemker im dritten Doppel gegen Nietiedt und Alessa Gravemann. Van Bennekom/Scholten (3:6, 6:7 gegen Vasylyeva/Celine Beermann) und Knippert/Lingen (2:6, 0:6 gegen Preuss/M. Beermann) konnten nicht mehr punkten.

Trainer Thomas Lönegren machte der Auftritt trotzdem Mut: „Weil die Spielerinnen gezeigt haben, dass sie sich in guter Form befinden und sicherlich dann auch gewinnen könne, wenn sie ein bis zwei Positionen tiefer antreten.“ Das soll nämlich schon am nächsten Spieltag am 26. Mai der Fall sein, wenn der Verein hofft, die Mannschaft beim Auswärtsspiel in Münster mit weiteren externen Spielerinnen verstärken zu können. Beim TC Union, der auf Augenhöhe eingeschätzt wird, wäre ein Sieg im Kampf um den Klassenerhalt enorm wichtig.