Schmitz’ Sieg im S-Springen als Trostpflaster

Die erste Hiesfelder Dressurmannschaft belegte Platz zwei.
Die erste Hiesfelder Dressurmannschaft belegte Platz zwei.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
  • Beim Hiesfelder Sommerturnier fiel der erste Tag nahezu ins Wasser
  • Die Organisatoren machten das Beste daraus und zogen alle Prüfungen durch
  • Gastgeber-Talent gewann mit “Chekker“ das S-Springen

Eine weiße Reithose und ein graues Polohemd mit einer kurzen weißen Krawatte, das war das Turnieroutfit von Tim Thomas Schmitz. Nur die mit Schlamm bespritzten Reitstiefel zeigten am Sonntagnachmittag noch Spuren von einem matschigen und regnerischen Samstag. „Klar ist es hart, wenn du als Verein lange auf dieses Turnier hinarbeitest und dann fällt zumindest der erste Tag ins Wasser. Da ist man schon ein bisschen enttäuscht“, gestand Schmitz. Beim Sommerturnier des Reit- und Fahrvereins Dinslaken-Hiesfeld hatten die Veranstalter doch stark mit dem Wetter zu kämpfen.

„Man wünscht sich natürlich etwas anderes, als wenn von 40 gemeldeten Reitern nur vier in manche Wettbewerbe gehen. Aber man muss die Angst der Reiter auch verstehen. Auf schlammigem Boden gibt es einige Situationen, die man nicht kontrollieren kann. Dennoch haben wir wirklich Glück mit dem Boden gehabt, heute zeigt er den Umständen entsprechend gute Voraussetzungen, andere Turniere in der Umgebung mussten abgebrochen werden“, meinte Antje Hülsemann, Pressesprecherin des Vereins, am Sonntag.

34 Prüfungen

Insgesamt 34 Prüfungen bot das Reitturnier. Diesmal fand auch die dritte Qualifikationsrunde des Jugend-Vereins-Championats in Hiesfeld statt. Bei diesem Mannschaftswettbewerb konnte das Hiesfelder Spring-Team um Sophie Rhode mit „Deine Lady“, Alexander Reimann mit „Sir Henry“, Lisa Hübner mit Likantus“ und Hannah Hülsemann mit „La bela Luna“ den zweiten Platz erreichen. In der Dressur gingen direkt zwei Mannschaften an den Start, die erste Mannschaft mit Deborah Krüßmann und Pferd „Don Quichot“, Lukas Thiemann mit „Quentin“, Vera Dittrich mit „Helio“ und Lara Lisken mit „Drangon’s Littel darling“ belegten den zweiten Platz. Die zweite Mannschaft erreichte Rang vier. Damit belegt Hiesfeld beim Superchampionat, bei dem sowohl das Springen als auch die Dressur in die Bewertung einfließen, den zweiten Platz. Das Highlight am Samstag war die Sichtung des Bundeschampionats der fünf- und sechsjährigen Pferde, hier sicherte sich Lisa Lindner von RuF Hünxe mit „Brunello“ einen Platz in Warendorf.

Für den Hiesfelder Tim Thomas Schmitz begann der erste Turniertag durchwachsen. „Ich habe mich mit meinem Pferd Carambar in das L-Springen gewagt. Dort habe ich aber vor allem bei Drehungen gemerkt, dass mein Pferd an den Hinterhufen rutscht. Ich habe zwei Fehler gemacht und bin nicht in die Wertung gekommen. Eigentlich wollte ich noch beim M*- und beim S*-Springen mitmachen, aber das war mir dann doch zu gefährlich“, so Schmitz.

Am Sonntag hatte er seine beiden erfahrenen Pferde „Caya“ und „ Chekker“ mitgebracht. „Dafür, dass es gestern wirklich so viel geregnet hat, ist der Springplatz in einem erstaunlich guten Zustand. Ich werde heute beim S-Springen teilnehmen und mal gucken wie das so funktioniert. Die Konkurrenz ist aber stark und es kommt auch immer auf die Tagesform von Pferd und Reiter an“, schätzte Schmitz seine Chancen im Vorfeld ein. Sein Versuch beim S-Springen sollte belohnt werden, der 19-Jährige holte sich mit „Chekker“ den ersten Sieg in einer S-Springprüfung. „ Das ist schon etwas ganz besonderes und wir freuen uns natürlich mit ihm, dass es diesmal so gut geklappt hat. Wir mussten dieses Jahr bei diesem Turnier viele organisatorische Rückschläge hinnehmen, aber wenn man dann so einen Erfolg im Verein verbuchen kann, lohnt es sich natürlich trotzdem“, meinte Hülsemann.

Durch den Regen sagten vor allem viele Reiterinnen und Reiter, die eine größere Entfernung zurücklegen mussten, die Teilnahme ab. Durch die vielen Absagen gab es viel Leerlauf zwischen den einzelnen Teilnehmern und Prüfungen. „Wir können heute sagen, dass wir trotz der Bedingungen alle Prüfungen angeboten haben“, erklärte Hülsemann. Tom Sanders vom Gastgeber holte mit seinem Pferd „Turbulent“ den ersten Platz im M**-Springen. Nach dem S-Springen am Sonntag klang das Turnier langsam aus, wobei vor allem die Vereinsmitglieder und Helfer noch gemeinsam das Deutschlandspiel auf der elektronischen Leinwand schauten.

Für den RuFV Hiesfeld-Dinslaken war es mit Sicherheit nicht das zuschauerreichste Turnier der letzten Jahre. Dem Zusammenhaltsgefühl scheint das Regenwetter aber keinen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben.

 
 

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