Nur 120 Teilnehmer in Voerde

Nils Balke
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Voerde.  Maciek Miereczko aus Siegburg gewann den Voerder City-Halbmarathon. Veranstalter war mit der Teilnehmerzahl überhaupt nicht zufrieden.

Lenas Stimme schallt über den Möllener Marktplatz. Natürlich der Song, mit dem Fräulein Meyer-Landrut nachts zuvor den Eurovision Song Contest in Oslo gewann. Die Kinder überqueren nach zwei absolvierten Kilometern schon die Ziellinie. Und Reiner Podworni applaudiert beim Schülerlauf jedem einzelnen Finisher. Beifall spendet der Trimininators-Abteilungsleiter des TV Voerde aber auch den anderen Teilnehmern. Vor allem Maciek Miereczko, der nach 1:19:15 Stunden beim siebten Voerder City-Halbmarathon siegte.

Die Zeiten der Vorjahre lagen zwar deutlich darunter. „Aber ich hab’s als lockeren Trainingslauf betrachtet und bin die Sache langsam angegangen, weil ich eine Achillessehnenverletzung hatte“, erklärt der Läufer des LAZ Siegburg. Hinter Miereczko, der im Dezember den Marathon in Calvià auf Mallorca gewann, landen Sascha Hubbert (1:20:08) aus Voerde und Volker Dorn (1:20:42) vom Ruhrorter TV.

Die Damen brauchen noch eine kleine Weile. Dann biegt Kirsten Sonnenschein von Marathon Dinslaken in die Schlesierstraße ein. 1:35:31 Stunden bedeuten Platz eins. Nach ihr kommen Petra Gevers-Lohkamp (1:36:45) aus Bottrop und Jutta Gürndt (1:39:10) ins Ziel. Podworni steht noch unter Strom. Er hält schon die Urkunden in den Händen, nimmt gleich die letzten Siegerehrungen vor.

Es bleibt nur wenig Zeit zum Durchatmen. „Das ist hier eine Hektik“, schnauft der Familienvater. Vorbereitung, Durchführung, Problemlösung – der Voerder Stadtsportverband hat dem Organisationstalent das Komplettpaket übertragen. Doch ihm wird’s langsam zu bunt: „Ich werde in diesem Jahr 61, kann meiner Familie das nicht mehr zumuten.“ Seine Vorstellung für die nächsten Jahre: eine neue Aufgabenteilung.

In welchem Rahmen und mit welchem Team der Wettbewerb in Zukunft organisiert werden soll, ist derzeit noch unklar. „Über die diesjährige Teilnehmerzahl kann man sicherlich nicht glücklich sein“, meint Stadtsportverbandsvorsitzender Dieter Ellerbrock. 120 Aktive auf der 21,1-Kilometer-Distanz sind nicht das Gelbe vom Ei. Voerdes Bürgermeister Leonhard Spitzer blickte schon beim Start etwas enttäuscht drein: „Schade, dass parallel der Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg stattfindet.“