Noch kein Rhythmus im SGP-Blut

Rhenania hängte sich in Hälfte zwei mehr rein als Oberlohberg und drehte das Spiel zum verdienten 3:2-Sieg.
Rhenania hängte sich in Hälfte zwei mehr rein als Oberlohberg und drehte das Spiel zum verdienten 3:2-Sieg.
Foto: Winfried Labus/WAZ-FotoPool
Dinslaken. Oberlohberg unterlag trotz zwischenzeitlicher 0:2-Führung gegen den Tabellenführer SV Rhenania Bottrop. Matyjaszek im Urlaub

Während die Fußballer des SV Rhenania Bottrop ihren „Bigpoint“ im Aufstiegsrennen der Bezirksliga feierten, stand Thorsten Kleine-Boes mit angesäuerter Miene alleine auf der Zuschauertribüne. Da, wo der Co-Trainer der SGP Oberlohberg in der 86. Minute vom Referee hin verwiesen wurde. Da, wo Kleine-Boes eine Minute später den Siegtreffer von Kevin Wenderdel zum 3:2 (0:1)-Endstand gesehen hatte. Nicht die Niederlage wurmte den Assistenten des urlaubenden Chefs Andreas Matjyaszek, sondern der Mann in Gelb. Durch „tatkräftige Unterstützung des Schiedsrichters“, verlor die SGPO aus seiner Sicht eine 2:0-Führung.

Den Aufstieg haben sich die Oberlohberger trotz der fabulösen Hinrunde nicht auf die Fahne geschrieben. Daher schmeckte die Niederlage im Spitzenspiel bei weitem nicht so bitter, wie vielleicht anzunehmen ist. Die Rhenania dagegen begrub Matchwinner Kevin Wenderdel an der Eckfahne, als ob der Grundstein für die Meisterschaft gelegt sei. Die Auswärtspleite wäre aus Sicht der Gäste aber zu verhindern gewesen. Schon in der 16. Spielminute erzielte Daniel Möllmann die 1:0-Führung – hochverdient in der starken Anfangsphase. Von den herrschenden Trainingsbedinungen im P’-Dorf war nichts zu sehen. Am Dienstag musste die EInheit abgebrochen werden, am Donnerstag wurde das Spiel abgesagt. Die Bottroper Hausherren haben derlei Probleme nicht auf ihrem Kunstrasen, von einem Vorteil sahen die gerade mal 75 Zuschauer kaum etwas. Dass die Oberlohberger den Fußball trotz des anhaltenden Winters nicht verlernten, bewies Daniel Möllmann nach Wiederanpfiff: An der Mittellinie setzte sich der Offensivspieler mit einem klasse Solo durch und wurde erst von Rhenania-Schlussmann Dominik Wrobel gestoppt. Die nachfolgende Ecke trat Möllmann und assistierte damit Andreas Tomus, der per Kopf das 2:0 erzielte. Bottrops Trainer Oliver Dirr hatte genug gesehen, wollte „mehr Theater“ und schickte drei frische Kräfte, von denen der eingewechselte Wenderdel praktisc h im Alleingang die Begegnung drehte. Erst bereitete der Stürmer den Anschlusstreffer durch Pascal Pfeifer vor (74.), dann profitierte Radoslaw Jankowski (79.) und schließlich krönte der Bottroper seine überragende Vorstellung mit einem flachen Schlenzer zum Siegtreffer. „Man merkt, dass uns die Spielpraxis fehlt. Wir haben noch keinen Rhythmus gefunden“, sagte Kleine-Boes. Zwar habe Schiedsrichter Patrick Wrede im zweiten Durchgang die Linie verloren, aber Oberlohberg tat kaum noch etwas, um die Schieflage zu beseitigen. „Fakt ist, dass wir nicht den Druck nach vorne gesucht haben“, gestand Kleine-Boes ein.

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