Nervöse Möllener zitterten sich zum Derbysieg

Aus ihrer Lufthoheit konnten die Oberlohberger in Möllen kein Kapital schlagen.
Aus ihrer Lufthoheit konnten die Oberlohberger in Möllen kein Kapital schlagen.
Foto: WAZ FotoPool / Gerd Hermann
Voerde. In einer munteren Bezirksliga-Partie schlug Glückauf die SGP Oberlohberg vor magerer Kulisse mit 2:0. Mehmet Rustemi per Elfmeter und Olcay Dikmen trafen für die Gastgeber. Viele Chancen auf beiden Seiten. „Dörfler“ fast eine Halbzeit lang in Unterzahl.

Schlangen an der Kasse? Probleme bei der Parkplatzsuche? Hektik am Kiosk? Fehlanzeige! Von einem Besucherandrang konnte beim Derby der Fußball-Bezirksliga zwischen dem SV Glückauf Möllen und der SGP Oberlohberg wahrlich keine Rede sein. Nur knapp 70 Zuschauer wollten das Duell der Nachbarn sehen – eine mehr als enttäuschende Marke. Die Fans, die am Samstagnachmittag zur Rahmstraße kamen, sahen eine zwar nicht immer hochklassige, aber dafür nie langweilige Partie, die Gastgeber Glückauf letztlich nicht unverdient mit 2:0 (0:0) für sich entschied.

Gleich nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Uwe Peuser ging es auf dem schwer zu bespielenden Rasen rauf und runter. Beide Teams leisteten sich – auch bedingt durch den holprigen Untergrund – immer wieder Abspielfehler im Mittelfeld, die dem Kontrahenten Chancen eröffneten. Pierre Salewski (3.) und Blaz Vukancic (6.) hatten die ersten beiden für die Hausherren, aber wenig später hätte auch Oberlohberg durch Sascha Neuland (11.) oder Oliver Simic (12.) in Führung gehen können.

In der Folge erarbeitete sich Glückauf ein leichtes Übergewicht und hatte beim Pfostenschuss von Daniel Pietruszka (25.) und beim Lattenknaller von Mehmet Rustemi (38.) kein Glück. Doppeltes Pech hatte zuvor schon Möllens Angreifer Tobias Tönges, der nach seinem Solo erst an SGP-Keeper Frank Langela scheiterte (17.) und kurz darauf mit Verdacht auf Bänderriss raus musste (22.).

Unnötiges Foul

Für Tönges kam Sejdo Jagurdzija, der schließlich an der entscheidenden Situation der Begegnung beteiligt war. Der Einwechselspieler ließ sich bei seinem Durchbruch auf der rechten Seite von Torsten Kandziora nur per Foul stoppen. Der SGP-Verteidiger hätte im Strafraum allerdings vorsichtiger zu Werke gehen müssen. Peuser zeigte auf den Punkt und Kandziora die gelb-rote Karte. Den anschließenden Elfmeter verwandelte Mehmet Rustemi sicher (49.).

In Unterzahl versuchten die Gäste noch einmal alles, und Younes Fagrach hatte auch gleich die Chance zur schnellen Antwort, schoss aber aus guter Position über das Tor (52.). Die jungen Möllener agierten bei den sich nun bietenden Kontermöglichkeiten nicht clever genug. Das 2:0 von Olcay Dikmen fiel schließlich aus stark abseitsverdächtiger Position (75.). Die heftig protestierenden „Dörfler“ gaben trotzdem nicht auf und hatten in der 90. Minute durch den eingewechselten Besnik Peci noch einmal die große Gelegenheit zum Anschluss. „Dann wäre in den vier Minuten Nachspielzeit vielleicht nochmal etwas gegangen“, bedauerte SGP-Trainer Andreas Matyjaszek, „ich hatte mir durchaus einen Punkt erhofft. Jetzt habe ich einen dicken Hals, denn hier war eindeutig mehr drin.“

Passend dazu sprach „Schuppis“ Gegenüber Dirk Lotz hinterher von einem „Zittersieg. Meine Mannschaft ist halt ein nervöses Hemd, aber am Ende zählen die Punkte, und die waren richtig wichtig für uns.“ So wichtig scheinbar, dass sich der Möllener Trainer nicht einmal mehr über die magere Kulisse ärgern wollte.

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