Müllers Hammer holt das Glück zurück

Spellens Sebastian Göhl (rechts) erzielte den 2:1-Führungstreffer mit einem traumhaften Schlenzer.
Spellens Sebastian Göhl (rechts) erzielte den 2:1-Führungstreffer mit einem traumhaften Schlenzer.
Foto: WAZ FotoPool
Voerde. Traumtor von Spellens Nachwuchsspieler sorgte für den 3:2-Derbysieg gegen Oberlohberg.

Joachim Kasselmann schloss Markus Osthoff erleichtert in die Arme. Drei Punkte gegen den Abstieg. Die Emotionen des Vorstandsvorsitzenden vermittelten eine klare Botschaft: Wir schaffen das. Das war der nächste Schritt. Oder verbalisiert vom Trainer des SV Spellen: „Wir kämpfen bis zum Ende“, erklärte Osthoff nach dem 3:2 (1:1)-Heimsieg gegen den Fußball-Bezirksligisten SGP Oberlohberg.

Ein Mann sorgte dabei für den Gesprächsstoff der nächsten Tage in der Spellener Schweiz: Finn Müller. Die Nachspielzeit rückte näher, die Zeit lief gegen die schwimmenden Hausherren, als der Nachwuchsspieler aus 25 Metern Maß nahm und sein Schuss einen Augenblick später im rechten Winkel des Oberlohberger Gehäuses einschlug. Ein Wahnsinns-Tor. „Toll“, fand auch Osthoff, der ab der 49. Spielminute auf Michael Kupke verzichten musste, den Treffer. Der Stürmer zerrte sich den Oberschenkel, hatte bis dato aber eine klasse Partie abgeliefert. Kurz vor der Halbzeit erzielte Kupke den hochverdienten Führungstreffer, bedingt durch einen schlimmen Fehler von Andreas Otto, der den Ball an der Strafraumgrenze an Kupke verlor. Dieser hätte eigentlich quer legen müssen, quetschte das Leder aber zwischen Alexander Rohde und den Pfosten durch. Fast im Gegenzug glichen die Oberlohberger Gäste aus. Enis Capri legte ab auf Abwehrspieler Stefan Schütz (43.).

In der anschließenden Pause lief die Bewässerungs-Aktion gehörig schief. Nur auf der SGP-Angriffsseite ratterte der Sprenkler. Sebastian Göhl bewahrte in der 66. Minute trotzdem den Durchblick: Mit einem traumhaften Schlenzer schloss Göhl einen Angriff über die linke Seite zur 2:1-Führung ab. Zu der Zeit lag Thorsten Kandziora verletzt auf dem Boden. Kandziora musste danach ausgewechselt werden. Spellen hätte die Partie unterbrechen sollen. Statt mit Protesten antwortete die SGP mit dem erneuten Ausgleich. SGP-Trainer Andreas Matyjazsek entsandte mit Dennis Gibis, Fatih Civana und Younes Fagrach drei Offensivspieler. Kapitän Andreas Tomus drückte nach einer Ecke den Ball hinter die Spellener Torlinie, doch der Unparteiische ließ weiterlaufen. Auch kurz danach, als Fagrach sich mit einem hohen Bein den Ball erarbeitete und daraufhin den Ausgleich erzielte, ließ der Schiedsrichter fälschlichweise weiterlaufen (86.). Dann packte Müller den Hammer aus. „Hat die Mannschaft sich verdient“, meinte Osthoff hinterher, „wir sind wirklich nicht vom Glück verfolgt“. Dem musste sein Gegenüber Andreas Matyjaszek zustimmen. „Ich habe die Spellener gegen Oberhausen gesehen. Irgendwann müssen sie ja auch mal Glück haben.“

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