Mit 17 Jahren in der zweiten Liga

Noah Beyer zeigte bei seiner Heimspielpremiere in der zweiten Bundesliga keine Nerven.
Noah Beyer zeigte bei seiner Heimspielpremiere in der zweiten Bundesliga keine Nerven.
Foto: WAZ FotoPool
Dinslaken. Der Dinslakener Handballer Noah Beyer rückte bei Tusem Essen in die „Erste“ auf. Zwei Tore beim Heimspieldebüt gegen Leipzig.

Sollte das Schreiben von Autogrammen und das Posieren für gemeinsame Erinnerungsfotos noch Neuland für Noah Beyer sein, er lässt es sich nicht anmerken. Sehr freundlich und höflich, aber auch mit der gebotenen Portion Lässigkeit erfüllt der Dinslakener nach der Schlusssirene alle Wünsche der meist noch sehr jungen Handball-Fans. Genauso souverän halt, wie der Linksaußen zuvor sein erstes Meisterschaftsheimspiel für Tusem Essen gegen den Aufstiegsfavoriten aus Leipzig bestritten hat. Mit seinen gerade einmal 17 Jahren gehört Noah mittlerweile zu den allerjüngsten Spielern in der zweiten Bundesliga. Nur die unnötige 18:22-Niederlage der Gastgeber stört am Ende das Heimdebüt. Mit seinem eigenen Auftritt kann der Jugendnationalspieler dagegen mehr als zufrieden sein. „Abgesehen vom Ergebnis hat es richtig Spaß gemacht“, findet der Blondschopf.

Sicher verwandelt

Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung Mitte der ersten Hälfte bekommt Noah seine erste Wurfchance und versenkt den Ball eiskalt im kurzen Eck. „Ich war vorher doch ziemlich nervös, da hat es schon sehr gut getan, dass ich gleich ein Tor gemacht habe“, gesteht der frühere Schüler der Realschule im GHZ, der mittlerweile am Sophie-Scholl-Berufskolleg in Duisburg-Hamborn das Abitur mit dem Schwerpunkt Sport anstrebt.

Viele Möglichkeiten bekommt Noah danach nicht mehr, verrichtet seine Aufgabe in der Abwehr aber aufmerksam und zeigt schließlich auch keine Nerven, als es in der heißen Schlussphase gilt, einen Tempogegenstoß zu verwandeln. Das Nachwuchstalent vollstreckt erneut eiskalt zum 17:18-Anschluss. Danach fällt dem Tusem allerdings nicht mehr viel ein. Die junge Mannschaft muss die zweite Niederlage im zweiten Spiel hinnehmen.

Wie konsequent der Traditionsverein von der Margarethenhöhe mittlerweile auf die eigene Jugend setzt, zeigt auch die Berufung des Zwölftklässlers in den Profikader – auch wenn die doch ziemlich überraschend kam. „Ich war mit Kumpels im Urlaub auf Mallorca, als ich eine SMS von meiner Mutter bekam, dass ich ab sofort in der ersten Mannschaft trainieren soll. Da war ich erstmal überwältigt“, erzählt Noah, der beim TV Jahn Hiesfeld schon früh zum Handball kam und vor seinem Wechsel in die Ruhrmetropole auch ein Jahr für den MTV Rheinwacht im Einsatz war.

Nachdem sich der etatmäßige Linksaußen Lasse Seidel gleich zum Beginn der Vorbereitung die Hand brach, holte Trainer Mark Dragunski kurzerhand den A-Jugendlichen ins Boot und wurde bisher auch nicht enttäuscht. „Noah macht sich richtig gut“, findet auch Tusem-Prokurist Stephan Krebietke, der es als früherer Nationalmannschaftslinksaußen natürlich wissen muss.

Der Youngster selbst hat jedenfalls Blut geleckt und wünscht sich nun „dass ich mich auf Dauer in der Mannschaft etablieren kann.“ So abgezockte Auftritte wie gegen Leipzig können bei diesem Ziel natürlich nicht schaden. Noah Beyer hat sicherlich nicht seine letzten Autogramme geschrieben.

 
 

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