Matyjaszek vermisst die Qualität

Nahm nahezu jeden Zweikampf an: Mittelfeldspieler Muhammet Canim (rechts) trieb die SGP Oberlohberg mehrfach nach vorne.
Nahm nahezu jeden Zweikampf an: Mittelfeldspieler Muhammet Canim (rechts) trieb die SGP Oberlohberg mehrfach nach vorne.
Foto: FUNKE Foto Services
Dinslaken. 0:3-Heimpleite gegen den Abstiegskonkurrenten Mülheimer SV drückt Oberlohberg nieder.

Ganz allein saß Oliver Simic auf dem nassen Platz, während die übrigen Fußballer zu den Kabinen der SGP Oberlohberg gingen. Selbst sein kleiner Sohn konnte ihn nicht trösten. Das 0:3 (0:0) schmerzte doppelt, weil der Bezirksligist erneut gegen einen Abstiegskonkurrenten nichts holte. Wie schon in der Vorwoche beim 1:3 in Oberhausen-Lirich ließ die SGP ihre Chancen gegen den Mülheimer SV liegen. Selbst wenn die Gäste spielerisch überlegen waren, wie Trainer Andreas Matyjaszek befand.

„Ich hab schon vor der Saison gesagt: Wir spielen gegen den Abstieg. Jetzt wird meine Fußballmeinung bestätigt“, meinte „Schuppi“. Seine Kicker hätten ihren Coach eines besseren belehren können, in einem groben Spiel, das selten etwas mit Fußball zu tun hatte.

Bereits in der zwölften Minute ging Philipp Peitgen nach einem überharten Einsteigen des Mülheimers Dimitri Steininger zu Boden. Der SGP-Keeper konnte weiter spielen. Nur wenige Minuten später blockte Simic einen Klärungsversuch von MSV-Torwart Dominic Haas ab. Der Keeper blieb schreiend liegen, konnte aber weitermachen und glaubte dafür Revanche nehmen zu müssen. In der 51. Minute verpasste Haas Simic einen Unterleibstritt, den der Schiedsrichter nicht beobachtete. Die Nickligkeiten zogen sich durch die Partie, doch dazwischen rollte auch der Ball. Nachdem Robert Zapart in der 27. Minute gelb-rot-gefährdet ausgewechselt wurde, kam Muhammet Canim nach einer Flanke von Enis Capri aus guter Position nicht voll dahinter (33.). Kurz darauf schlug Matyjaszek fassungslos die Hände über den Kopf: Der lauffreudige Abdulhamit Canim eroberte den Ball, legte ein Solo durch die aufgerückte Mülheimer Abwehr hin und stürmte allein aufs Tor zu. Dabei kam „Abti“ die denkbar schlechteste Idee: Statt den Abschluss zu suchen, spielte Canim den Ball links heraus – aber da war niemand. „Das war die Krönung“, schimpfte Matyjaszek. In der Defensive konnte sich die SGP meist auf Peitgen verlassen, der für den verletzten Marius Martha auflief, aber in der 57. Minute sah auch die Nummer zwei nicht gut aus. Ein MSV-Freistoß fand am langen Pfosten Enver Muzaffer, der nur einzunicken brauchte. Peitgen bügelte seinen Fehler einen Augenblick später aus, als er einen Freistoß von Muzaffer parierte. In der späten 86. Minute gewann der eingewechselte Benjamin Käsch den Zweikampf und legte ab auf Lars Brose zum 2:0. Käsch setzte durch einen Kraftakt in der 89. Minute den Schlusspunkt aus Sicht der Gäste. „Spielerisch waren die Mülheimer die besser Mannschaft und deswegen ist der Sieg auch verdient“, so Matyjaszek, der unter anderem auf Younes Fagrach verzichten musste. „Bei uns fehlt die Qualität.“

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