Lautloser Voerder Niedergang nach zwei Jahren

Falsche Ecke: TVV-Keeper Thomas Olland machte sein letztes Spiel und blieb beim Elfmeter gegen Oberlohbergs Daniel Möllmann chancenlos.
Falsche Ecke: TVV-Keeper Thomas Olland machte sein letztes Spiel und blieb beim Elfmeter gegen Oberlohbergs Daniel Möllmann chancenlos.
Foto: WAZ FotoPool
Voerde. Beim 2:2-Remis gegen SGPO brannte der Absteiger nicht auf den Sieg.

In der 65. Spielminute wurde es bedrückend still an der Rönskenstraße. Soeben hatte die Nachricht die Runde gemacht, dass Grün-Weiß Holten gegen den SV Spellen 4:1 führte, bliebe es dabei wäre dass das Aus, der Abstieg aus der Fußball-Bezirksliga für den TV Voerde. Ein paar Kinder lärmten noch, die verstanden das drohende Unheil nicht, ein Haufen treuer Fans trommelte noch, sie hielten die Treue bis zum Schluss. Die Enttäuschung nach dem 2:2 (1:1)--Remis gegen Oberlohberg realisierte sich dennoch nicht als Welt-Untergangsstimmung. Viel eher in der Saison hatte sich der Abstieg nach der zweiten Saison angebahnt.

Der zweimalige Interimscoach Pierre Hilbig wirkte gefasst: „Man hat sich ja schon vorher damit beschäftigt. Jetzt heißt es Mund abwischen und alles auf nächste Saison richten.“ Gegen TuRa (0:1) und TSV Bruckhausen (2:2) fiel retrospektiv die Vorentscheidung. Nur eine Mini-Chance hielt der TVV am letzten Spieltag in der Hand. Direkt in Minute eins holte Thorben Isenberg einen Foulelfmeter heraus. Carsten Klaus geht in den Fußballruhestand, vom Punkt ließ der Stürmer seine Torjägerqualitäten noch mal aufblitzen – 1:0, Voerde würde in der Bezirksliga bleiben. Parallel dazu überschlugen sich die Ereignisse in Spellen, an der Rönskenstraße dagegen nicht. Oberlohberg betrieben nicht viel Aufwand nach vorne, die Hausherren wussten damit nicht viel zu anzufangen. Als kurz vor der Halbzeit Pierre Bergner den eingewechselten Oliver Simic foulte und Daniel Möllmann den fälligen Elfmeter verwandelte, die Voerder mit der Holtener 3:1-Führung im Hinterkopf in die Kabine verschwanden war die Hoffnung, kurz und flackernd, wieder dahin. Vielleicht blitzte in Hälfte zwei deshalb kaum noch Willen auf. Thorben Isenberg zeigte in der 56. Minute Nerven, seinen schwachen Strafstoß – Jörn Stemmer wurde zuvor von Enis Capri umgehauen – parierte Oberlohbergs Mann des Tages, Milan Kljajic. Kurz danach erhöhte Holten auf 4:1, die Zuschauer verließen den Platz, verzichteten auf die letzten Minuten in der Bezirksliga und verpassten noch zwei Treffer. Nach einem cleveren Pass von Stefan Feder schoss Jörn Stemmer die 2:1-Führung, ehe der scheidende TVV-Keeper Thomas Olland einen letzten Rückschlag verkraften musste. Der Tabellenfünfte glich in Persona von Timo Willrodt aus (90.). „Das wir das 2:1 nicht halten, ist symptomatisch für die ganze Saison“, beklagte sich Hilbig. Sein Gegenüber Andreas Matyjaszek, der mit dem Saisonverlauf als Liganeuling „zufrieden“ war, hätte den Nachbarn gern in der Liga behalten: „Ich bin überrascht, dass Voerde so schlecht ist. Ich meine, sie sind selbst schuld, wenn sie den Elfmeter verschießen.“

Hilbig reicht den Stab nun an Thorsten Klump weiter, gleichzeitig erweitern die Neuzugänge Marcel Warmann (Wacker Walsum), Torwart Kevin Fischer (SuS-A-Jugendspieler) und der Ex-Spellener Daniel Eisenberg den weitestengehend zusammenbleibenden Kader. Der Gang in die Kreisliga schmeckt Hilbig nicht: „Das tut der Gegend weh. Ich glaube, dass Spellen und Voerde in die Bezirksliga gehören.“ Die zahlreichen Ausfälle, insbesondere der Wegbruch vom Torhütergespann Julian Welfonder/Florian Seuken und die zwei Trainerwechsel ließen sich nicht mehr kompensieren.

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