Klejonkins verrückter Sonntag: Von der „Sau“ zum Helden

Schoss das Siegtor: SGP-Kapitän Viktor Klejonkin (2.v.l.) steigerte sich in Hälfte zwei
Schoss das Siegtor: SGP-Kapitän Viktor Klejonkin (2.v.l.) steigerte sich in Hälfte zwei
Foto: WAZ FotoPool
Dinslaken. Nach mageren Wochen schlug die SGP den Aufstiegskandidaten Repelen. Viktor Klejonkin verwandelt Freistoß aus 30 Metern zum 3:2-Endstand.

In der Halbzeit habe Trainer Andreas Matyjaszek seinen Kapitän „zur Sau gemacht.“ Zu oft ließ der Fußballer der SGP Oberlohberg den Kopf hängen, gab auf, meckerte. „Ich habe zu ihm gesagt: Aus 30 Metern packst du dir das Ding.“ In der 79. Spielminute nahm Klejonkin den Ratschlag an. Bei einem Freistoß gegen den Bezirksligisten VfL Repelen aus besagter Distanz ließ es der Mittelfeldspieler auf einen Versuch ankommen und hatte Glück: Schlussmann Fabian Esselborn rutschte bei dem Versuch aus, seine Position zu korrigieren, und erreichte den zentralen Aufsetzer nicht mehr. Esselborn kochte, trat gegen den Pfosten. Er ahnte: Der Freistoß zum 3:2 (1:2) aus Sicht des Gastgebers bringt die Entscheidung.

Seit vier Wochen beobachtete Matyjaszek, wie seine Schützlinge das Fußballspielen verlernten und trotzdem Punkte holten. Zählbares und einen attraktiven Kick, davon schienen sich die Oberlohberger zuletzt beim 1:3 gegen Sonsbeck II noch weiter entfernt zu haben. Mit den Repelenern stand jetzt ein Team auf dem Platz, gegen den nur das Nötigste nicht gut genug ist. „Die waren richtig klasse“, lobte Matyjaszek die Elf von Sascha Weyer, die als stärkster Angriff der Liga erwartungsgemäß den Anfang machte. Ein hoch geschlagener Freistoß landete auf dem Fuß von Martin Maciejewski, der unbedrängt abschließen konnte (10.). Genau davor hatte der SGP-Coach in der Woche gewarnt, in der Matyjaszek nach eigener Aussage ein „Schweine-Trainer“ war, um „Leistung zu provozieren“. Bei Christian Lehm hatte die Woche gewirkt. Nach Balleroberung in der Repelener Hälfte zog Lehm einfach mal ab – unhaltbar ins lange Eck (29.). Die Gäste übten weiter Druck aus. Klatschte Michael Grintz’ Schuss abgefälscht an die Latte (40.), schlug der nächste von einem Oberlohberger abgelenkte Ball hinter Frank Langela ein. Ungedeckt netzte Nico Pehla zur 2:1-Führung (43.).

Eine brillante Einzelaktion von Younes Fagrach nach dem Seitenwechsel sorgte wieder für ausgeglichene Verhältnisse. Den klugen Pass des SGP-Ideengebers verwandelte Oliver Simic. „Wenn Younes seine Frische hat, ist alles okay“, so Matyjaszek, dessen Team in Folge engagierter war. Besonders Klejonkin schmiss sich in die Zweikämpfe, holte auch den Freistoß raus, den der Kapitän direkt verwandelte. 29 Tore hatte Repelen vor dem Spiel erzielt, zum 32. Treffer kam der Tabellendritte nicht mehr, weil Frank Langela etwas dagegen hatte. Der Routinier hielt den Sieg gegen Lewis Brempong und Jannik Jauer fest.

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