Hiesfelds Serie gegen Uerdingen hält

Danny Rankl scheiterte nach 28 Minuten mit einem Vollayschuss an Uerdingens Torwart Daniel Schwabke.
Danny Rankl scheiterte nach 28 Minuten mit einem Vollayschuss an Uerdingens Torwart Daniel Schwabke.
Foto: Jochen Emde
Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld trennte sich vom KFC Uerdingen im ersten Meisterschaftsspiel 0:0. Dennis Hecht sah die gelb-rote Karte.

Dinslaken.. 

  • Auf eigener Anlage bleibt Fußball-Oberligist TV Jahn gegen den KFC ungeschlagen
  • Verdientes 0:0 im ersten Meisterschaftsspiel
  • Dennis Hecht kassierte die gelb-rote Karte

Agissilaos Kourkoudialos ahnte schon zur Halbzeit nichts Gutes. Der starke Mann im Vorstand des KFC Uerdingen stand an seinem Tisch vor der Bande im Hiesfelder Stadion, schaute sparsam aus der Wäsche und schüttelte den Kopf. „Hier“, sagte Kourkoudialos, der sich der Einfachheit halber „Lakis“ nennt, „hier haben wir in den letzten Jahren kein Spiel gewonnen“. Zum fünften Mal seit 2010 traten die Krefelder am Samstag auf der Anlage des TV Jahn an, drei Unentschieden und eine 0:1-Niederlage standen bis dahin zu Buche, den einzigen Auswärtssieg gegen die „Veilchen“ verbuchten die Krefelder am 14. September 2012 beim 2:1 in der Lohberger Dorotheen-Kampfbahn. Und nun stand es nach 45 Minuten schon wieder nur 0:0. Lakis haderte mit dem Ergebnis, haderte mit dem Spiel seiner Mannschaft. Es half nichts: Auch im zweiten Spielabschnitt fielen keine Tore, im ersten Oberliga-Spiel der neuen Saison behielt der TV Jahn gegen den Favoriten einen Punkt zu Hause.

Es war ein verdienter Achtungserfolg, der angesichts der hohen Ansprüche, die der Regionalliga-Absteiger mit nach Hiesfeld brachte, überraschender erscheint als er bei genauerer Betrachtung ist. Zum einen lief bei den Uerdingern zum Saisonauftakt mit ihrer teuer zusammengekauften Truppe längst noch nicht alles rund, auf ihren prominentesten Zugang Mohamadou Idrissou verzichteten sie zudem noch. Zum anderen bleibt festzustellen, dass der TV Jahn auch nach den personellen Verlusten in jüngster Vergangenheit immer noch eine konkurrenzfähige Elf für die Oberliga stellen kann. Vor Torwart Sebastian Wickl stand eine Abwehrreihe mit Dennis Wichert, Kevin Corvers, Maik Goralski und Jan Pirschel, die wenig zuließ, um das Mittelfeld mit Kevin Menke, Ekin Yolasan, Gino Mastrolonardo und Dennis Hecht dürften einige Konkurrenten die „Veilchen“ beneiden und der Angriff ist mit Danny Rankl und Joel Zwikirsch auch nicht die schlechteste Besetzung der Spielklasse.

So entwickelte sich eine Begegnung, die nicht immer exakt auf Augenhöhe, aber zu keinem Zeitpunkt langweilig oder einseitig verlief. Mit zunehmender Spielzeit verlagerte sich der TV Jahn darauf, das Unentschieden zu sichern, die Gäste brachten jedoch auch nicht genügend Wucht auf, um für Gefahr vor dem Tor zu sorgen. „Im Spiel nach vorne hakt es noch“, resümierte Michael Boris richtig. „Unterm Strich war das Unentschieden total verdient für Hiesfeld“, seufzte der KFC-Trainer, „und leider für Uerdingen auch“.

Gemessen an klaren Torchancen hätte die Partie genauso gut 1:1 enden können. Nach einer knappen halben Stunde des Abtastens bot sich Danny Rankl die Gelegenheit zur Führung, seinen Volleyschuss nach Freistoß-Flanke von Dennis Hecht parierte jedoch Daniel Schwabke (28.). Und kurz darauf schnappte sich Florian Abel im Anschluss an eine Hiesfelder Ecke den Ball, legte für Walid Sekkour auf, dessen Versuch Sebastian Wickl stark abwehrte (29.).

Hektik nach der Pause

Sekkour sollte später noch einmal zur Hauptfigur im Spiel werden. Nach der Pause wurde das Geschehen hektischer, Schiedsrichter Hendrik Heuvens bekam einiges zu tun. Bei der Verteilung der persönlichen Strafen hätte der etwas ausgeglichener agieren können, zumal zumindest Ioannis Alexiou mit einigen rustikalen Attacken auf Danny Rankl eine gelbe Karte redlich verdient hätte. Krasse Fehlentscheidungen muss sich der Unparteiische aber nicht vorwerfen lassen, und in der auffälligsten Szene in der 70. Minute lag er auch richtig: Dennis Hecht, nach einer gelben Karte bereits gefährdet, vom Platz zu müssen, leistete sich an der Seitenlinie ein überflüssiges Foul, was KFC-Verteidiger Sekkour in Rage brachte. Für die anschließende Tätlichkeit bekam der Uerdinger die rote und Hecht die gelb-rote Karte.

Vermeidbar? Eine Minute vor den Platzverweisen hatte Jahn-Trainer Jörg Vollack Außenstürmer Daniel Hinnemann eingewechselt – allerdings nicht für den angezählten Hecht, sondern für Kevin Menke. Der sei „nicht richtig ins Spiel gekommen“, begründete Vollack seine Maßnahme, „und Dennis Hecht ist verrückt genug, um gegen einen Gegner wie Uerdingen noch einmal etwas Außergewöhnliches zu machen“. Letztlich freute sich der Coach nach den Unruhen im Umfeld aber über den „überragenden Charakter“ seiner Akteure, „die Mannschaft hat sich zerrissen und alles reingehauen“.

Vereinsvorsitzender Dietrich Hülsemann wollte sogar „rosige Zeiten“ für die „Veilchen“ anbrechen sehen. Wie Yannic Melis darüber denkt, machte er am Samstag deutlich: Der Mittelfeldspieler löst nun doch seinen Vertrag beim TV Jahn auf. Für ihn soll Defensiv-Allrounder Patrick Polk vom KFC Uerdingen am Montag in Hiesfeld unterschreiben.

 
 

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