Ende einer langen Durststrecke

Großer Jubel bei der SGP Oberlohberg.
Großer Jubel bei der SGP Oberlohberg.
Foto: WAZ FotoPool
Dinslaken. Die Fußballer der SGP Oberlohberg gewannen erstmals nach 27 Jahren die Dinslakener Stadtmeisterschaft. Wacker schob sich noch auf Platz zwei vor. Ausrichter SuS Dritter. 400 Zuschauer.

Eigentlich könne er nun beruhigt abtreten, meinte Ali Kaya. Der Präsident der SGP Oberlohberg hatte gut lachen. Nach 27-jähriger Durststrecke sicherten sich die Bezirksliga-Kicker seines Vereins gestern zum ersten Mal wieder die Dinslakener Stadtmeisterschaft im Hallenfußball. „Wir sind wie Schalke. Die meisten unserer Spieler waren beim letzten Titel noch gar nicht geboren“, witzelte der Vorsitzende. Mit einem 7:3-Erfolg im drittletzten Spiel des Tages gegen RWS Lohberg stellten die „Dörfler“ endgültig die Weichen für den Turniersieg. Nur mit einem Kantersieg über Wacker Dinslaken hätte der VfB Lohberg die SGP noch gefährden können. Am Ende siegte sogar Wacker mit 4:0 und holte sich damit nach ganz schwachem Start noch Platz zwei. Die „Knappen“ rutschten im lange recht ausgeglichenen Tableau noch auf Rang vier hinter Ausrichter SuS 09 ab. Auf den Plätzen fünf und sechs enttäuschten der vorher hoch gehandelte B-Ligist RWS Lohberg und der TV Jahn Hiesfeld, der mit einer dürftig besetzten Reserve antrat.

„Mit dem Sieg heute habe ich nicht wirklich gerechnet, weil uns auch einige Spieler gefehlt haben. Aber wir haben teilweise ganz ansehnlichen Fußball gespielt und stellenweise auch ein bisschen Glück gehabt“, erklärte Thorsten Kleine-Boes, der verantwortliche Mann an der Oberlohberger Bande.

Freuen konnte sich auch Wacker-Trainer Kai Wellmann über eine starke Platzierung, nach der es lange nicht ausgesehen hatte. Doch nach zwei Niederlagen zum Auftakt steigerten sich die Feldmärker von Spiel zu Spiel. „Wir haben Leute in der Mannschaft, die auch noch gerne Fußball spielen, wenn es eigentlich um nichts mehr geht. Bei anderen Teams war da schon eher die Luft raus“, erklärte sich Wellmann die drei abschließenden Erfolge seiner Schützlinge. Während sich die SGP über eine Siegprämie von 210 Euro freuen konnte, blieben für Wacker immerhin noch 170 Euro.

135 Euro gehen in die Mannschaftskasse des SuS 09. Dessen Coach Ingo Hermann zeigte sich nicht nur mit dem Abschneiden seines Teams einverstanden, sondern auch mit dem Ablauf der gesamten Veranstaltung: „Wir sind wirklich vollauf zufrieden.“ Knapp 400 zahlende Zuschauer zählte der Ausrichter, aber die bekamen über weite Strecken keinen echten „Budenzauber“ zu sehen, wie auch RWS-Trainer Murat Dogan bedauerte: „Ich bin seit 15 Jahren hier. Das waren für mich die schlechtesten und langweiligsten Stadtmeisterschaften“, befand Dogan, der in erster Linie aber natürlich von seiner Mannschaft enttäuscht war: „Das war ganz klar hinter den Erwartungen.“

Noch bedienter war „Veilchen“-Coach Almir Duric. Der Jahn-Übungsleiter bemängelte nicht nur die Einstellung seiner wenigen anwesenden Schützlinge, sondern zeigte sich auch sauer über das Fehlen einiger Akteure: „Das wird noch ein Nachspiel haben.“ Mit von der Partie war immerhin Nico Giese, der im Oberliga-Kader nicht mehr zum Zuge kommt.

Zufrieden konnte auch Sascha Grote vom VfB Lohberg am Ende nicht sein, weil seine „Knappen“ eine sehr gute Ausgangsposition mit zwei Siegen zum Start nicht nutzen konnten: „Wir haben gut angefangen, aber dann wirklich alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte“, ärgerte sich Grote.

Worüber sich alle sechs Dinslakener Übungsleiter freuen konnten: Das Turnier verlief sehr fair und wirklich schwere Verletzungen gab es diesmal auch keine. Wirklich hitzig wurde es nur einmal nach der zweiten Begegnung, weil sich die RWS-Kicker beim 1:4 gegen den VfB Lohberg vom Schiedsrichter benachteiligt fühlten. Doch auch diese Wogen glätteten sich ganz schnell wieder.

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