Einmal EM und nie wieder

Gute Stimmung beim  Endspiel um die Dart-Europameisterschaft in Dinslaken. Foto: Heinz Kunkel
Gute Stimmung beim Endspiel um die Dart-Europameisterschaft in Dinslaken. Foto: Heinz Kunkel
Foto: Heinz Kunkel

Dinslaken..  Viertägige Veranstaltung wird für Dinslaken ein einmaliges Erlebnis bleiben. Spieler war begeistert von der Atmosphäre in der Stadthalle.

Mit dem letzten erfolgreichen Wurf fielen Anspannung und Konzentration ab. Im Augenblick des Triumphes war Phil Taylor wieder der sympathische Typ aus Stoke-on-Trent, nicht der Multimillionär und Superstar, der er in England ist. „The Power“ nahm die Dartscheibe aus ihrer Verankerung, ließ sie von allen am EM-Endspiel Beteiligten signieren und schenkte das Board zwei weiblichen Nachwuchsfans, die er auf die Bühne holte. Dann herzte der aktuelle Welt- und frisch gebackene Europameister den Dinslakener Bürgermeister Michael Heidinger vor der offiziellen Siegerehrung wie einen alten Bekannten.

Auch wenn das Finale gegen Wayne Jones am Ende mit 11:1 ganz glatt über die Bühne ging, war es für Taylor doch ein anstrengender Tag auf dem Weg zur Verteidigung seines Titels aus Amsterdam 2009. Im Viertelfinale am Nachmittag gegen Mark Walsh spielte der 49-Jährige Favorit erst nach durchwachsener Anfangsphase seine Klasse aus, siegte dann noch recht glatt mit 10:4.

Richtig eng wurde es dann im Halbfinale gegen Terry Jenkins, der durchgehend stark spielte und vor allem auf den Doppeln ungeheuer sicher war. Beim hauchdünnen 11:10-Erfolg hatte Taylor das Glück, das alles entscheidende letzte Leg eröffnen zu dürfen. Kaum 20 Minuten später stand die Nummer eins der Welt dann schon wieder zum Endspiel auf der Bühne, frenetisch gefeiert vom Publikum, das an allen vier Tagen in der Stadthalle deutschlandweite Maßstäbe setzte. Unisono lobten die Spieler und auch die Veranstalter die unglaubliche Stimmung im Saal.

Und dennoch wird es wohl die erste und letzte Europameisterschaft in Dinslaken gewesen sein. Dart wird in Deutschland immer beliebter. Die PDC Europe, der Ableger des Weltverbandes, will dieses Fernsehturnier unbedingt in einer größeren Halle austragen. Deutschland habe den Niederlanden schon ein wenig den Rang abgelaufen, denkt Werner von Moltke. „Im letzten Jahr in Amsterdam hatten wir zwar auch die Halle an allen Tagen mit 600 Leuten voll, aber die Nachfrage in Dinslaken war diesmal wesentlich größer. Wir hätten durchaus das Dreifache an Karten verkaufen können“, verrät der Eventmanager auf der Terrasse des Stadthallen-Restaurants. „Als ich mit Dart in Deutschland anfing, hat mir niemand geglaubt, dass ich dafür überhaupt Eintrittskarten verkaufen würde“, freut sich von Moltke. Auch in Dinslaken will er weiter Dart anbieten: „Es gibt da viele Möglichkeiten“, sagt der Promoter und denkt dabei unter anderem an ein „Meet the Power“ mit Phil Taylor.

 
 

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