Eine Niederlage, die gut tat

Musste verletzt ausgewechselt werden: Der Oberlohberger Enis Capri (rechts).
Musste verletzt ausgewechselt werden: Der Oberlohberger Enis Capri (rechts).
Foto: FUNKE Foto Services / Gerd Herma
Dinslaken. Beim 2:4 gegen den Bezirksliga-Dritten aus Hamborn tankte die SGP Vertrauen. Zu Beginn führten die Hausherren.

Vergangene Woche erlitt die SGP Oberlohberg nach der langen Winterpause prompt einen Rückschlag. Der Bezirksliga-Abstiegskonkurrent Rot-Weiß Mülheim setzte sich trotz schwacher Leistung mit 2:1 durch und sorgte bei der SGP direkt für Enttäuschung. Die zweite Rückrunden-Pleite, das gestrige 2:4 (1:1) gegen den Tabellendritten Rheinland Hamborn, rief eine andere Reaktion hervor. Der Außenseiter führte zwischenzeitlich, hatte in der zweiten Hälfe die Chance auf den Ausgleich. „Die Qualität hat sich durchgesetzt“, konstatierte SGP-Coach Andreas Matyjaszek. In allem anderen lag der Tabellenfünfzehnte gleichauf.

Oliver Simic, den die Oberlohberger in Mülheim so vermisst hatten, machte sich schon nach der Halbzeitpause bereit für seinen Einsatz. Matyjaszek brachte den Top-Torjäger trotz Trainingsrückstands und diese Entscheidung wurde beinahe belohnt. In der 69. Spielminute kam Simic aufs Feld und hatte nur vier Minuten später die größte Gelegenheit in der zweiten Hälfte. Kubilay Aydin spielte Simic frei, doch der scheiterte an Oguz Alkurt. Der Nachschuss des ebenfalls frisch eingewechselten Murat Sener (kam für den verletzten Enis Capri in die Partie) wurde auf der Torlinie geklärt. Kurz darauf verwandelte Hamborns Erdal Uyar einen schwachen Klärungsversuch zum 2:4-Endstand. Die Simic/Sener-Situation besiegelte die Niederlage. Die eigentliche Chance auf Zählbares ließ die SGP aber in der ersten Hälfte liegen.

Der Aufsteiger reiste als Derby-Sieger an die Gärtnerstraße. Es mag sein, dass Rheinland nach dem 2:1 gegen die „Löwen“ die Aufgabe gegen Oberlohberg zu locker anging. Der SGP konnte es recht sein, denn die Anfangsphase gehörte zu den bisher stärksten. Frech und losgelöst kombinierte sich die Offensive um Kapitän Younes Fagrach nach vorn, ging nach nur zehn Minuten völlig verdient in Führung. Fagrach bediente auf der linken Seite Capri. Dessen gehaltener Abschluss landete genau vor den Füßen von Abdulhamit Canim. Der Neuzugang sah die freie lange Ecke und markierte das 1:0. Hamborn ließ der SGP viel zu große Räume, so dass Canim (17.) und Fagrach (21./23.) hätten erhöhen können. „Wir hätten 2:0 in Führung gehen können. Danach haben wir die Kontrolle verloren“, fand „Schuppi“. In der 28. Minute stocherte Uyar den Ball zum 1:1 ins Tor. Vor der Pause stoppte Dennis Gibis den Sololauf von Coskun Erbay im Strafraum. Kapitän Selahtin Atik lochte sicher ein.

Die SGP rehabilitierte sich, als Abdulhamit Canim einen Strafstoß herausholte, den Fagrach locker verwandelte (51.). Aber danach konnte die SGP nicht mehr den Ton angeben, auch weil der einwechselte Bilal Kayaoglu permanent Gefahr ausstrahlte und mit einem wunderbaren Schuss das 3:2 aus Sicht der Hamborner erzielte.

Matyjaszek kreidete seiner Mannschaft Schwächen in der Defensive an – „vier Tore sind zu viel“ – konnte aber auch Positives mitnehmen: „Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Für das Selbstvertrauen war das gut, aber für uns zählen nur die Punkte.“

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