Eine Hinserie der Enttäuschungen

Bei RWS Lohberg erreichten Cetin Gariban und der SC Wacker immerhin ein torloses Unentschieden.
Bei RWS Lohberg erreichten Cetin Gariban und der SC Wacker immerhin ein torloses Unentschieden.
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Neunter Rang mit nur 17 Zählern. Ganz klar: Die Hinserie des Fußball-A-Ligisten SC Wacker Dinslaken verlief nicht zufriedenstellend.

Dinslaken..  Neunter Rang mit nur 17 Zählern. Ganz klar: Die Hinserie des Fußball-A-Ligisten SC Wacker Dinslaken verlief nicht zufriedenstellend. Da braucht Trainer Thorsten Bohnert gar nicht groß um den heißen Brei zu reden: „Natürlich haben wir uns alle mehr ausgerechnet und hatten mehr Punkte erwartet. Ich habe auch wirklich keine Lust mehr, immer nur über unser großes Potenzial zu reden, wenn wir es nicht abrufen.“

Ein Grund für die Enttäuschungen der Hinserie sind verschiedene Herangehensweisen der Beteiligten: Für Bohnert und Trainerkollege Dirk Wollstein ist Kreisliga A-Fußball ein ernst zu nehmendes Hobby, für viele Spieler hingegen rangiert es auf der Prioritätenliste deutlich weiter unten. „Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich ist die Gesundheit, Arbeit und die Familie wichtiger. Aber dann sollte auch irgendwann Fußball kommen. Aber vielleicht sehen wir das auch einfach zu streng. Dann müssen wir aber auch die Saisonziele revidieren und nicht mehr von einem der oberen Plätze sprechen“, ärgert sich Bohnert über die Einstellung einiger Akteure.

Nur zwölf Spieler beim Training

Die durchschnittliche Trainingsbeteiligung von zwölf Spielern sei ein Spiegelbild. „Wer oben mitspielen will, braucht sicher fünf Leute im Schnitt mehr. Aber wir werden uns jetzt auch den Gegebenheiten anpassen“, so Bohnert. Eine weitere Problematik: Wacker erzielt einfach zu wenig Tore. Ertugrul Yirtik verließ die Feldmark vor Saisonbeginn, Hasip Özer zog sich in der Sommervorbereitung eine schlimme Verletzung zu. „Da fehlen natürlich dann auch richtig gute Leute“, meint Bohnert. Auch Adrian Ortmanns – ebenfalls Offensivspieler – ist nur sehr selten in Dinslaken, da er ein Studium in England angetreten hat.

Auch die Verpflichtung von Danny Scholz und Kevin Paterka hat sich zerschlagen. Beide wollten eigentlich zur Winterpause endgültig beim SC durchstarten, doch „die beiden waren schon wochenlang nicht mehr beim Training und der Kontakt ist abgebrochen. Sehr schade, weil beide uns sportlich weitergebracht hätten“, ist der Trainer sicher.

Sicher ist aber immerhin die Rückkehr von Rene Scheffler, der vom VfB Lohberg wieder an das andere Ende der Augustastraße wechselt. Bereits in der A-Jugend kickte Scheffler für die „Feldmärker“ und scheint keinen schlechten Eindruck bei Bohnert hinterlassen zu haben: „Rene hat auf Dauer auf jeden Fall das Zeug, in der Liga eine gute Rolle zu spielen.“

Blick nach unten richten

Ziele setzt sich Bohnert dennoch natürlich. Die Punktausbeute soll deutlich aufgebessert werden. Dazu werden die Dinslakener in der Wintervorbereitung einiges tun müssen. „Wir dürfen auf keinen Fall den Blick nach unten verlieren. Das kann schneller eng werden als uns lieb ist“, erhofft sich der Übungsleiter einen versöhnlichen Saisonabschluss, um dann in der kommenden Saison neu angreifen zu können – vielleicht auch mit einem veränderten Kader.

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