Die Abwehr ist das Sorgenkind

Trainer Felix Linden (M.) am Spielfeldrand.
Trainer Felix Linden (M.) am Spielfeldrand.
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Die Hinrunde in der Verbandsliga ist für die Handballerinnen der SV 08/29 Friedrichsfeld noch nicht vorbei. Sonntag kommt der VfL Rheinhausen.

Voerde..  Die Hinrunde in der Verbandsliga ist für die Handballerinnen der SV 08/29 Friedrichsfeld noch nicht vorbei. Auf das Heimspiel am Sonntag (18.15 Uhr) gegen den VfL Rheinhausen folgt wiederum in eigener Halle die Partie gegen den TV Aldekerk. Erkenntnisse hat Trainer Felix Linden über den Winter trotzdem schon gewonnen. Positive wie negative. Über seine Zukunft hat sich der 25-Jährige auch Gedanken gemacht – und kann derzeit noch nichts Stichfestes sagen.

Vom Herzstück zur Achillesferse: „Die Abwehr ist im Moment unser Sorgenkind“, sagt Linden. Vieles hänge mit der Handverletzung Miriam Grunes zusammen, die mit Susi Scheja eine „richtig gute Abwehr in den ersten vier Spielen gestellt hat“. Der Tabellendritte kann sich damit brüsten, das zweitbeste Bollwerk der Liga zu besitzen. Dennoch wurden die „Vereinigten“, die bereits vier Minuspunkte haben, den Ansprüchen nicht gerecht. „Gegen Wülfrath darf man verlieren, aber nicht in der Höhe“, beurteilt der 25-Jährige die 18:29-Pleite gegen den verlustpunktfreien Spitzenreiter. Noch ärgerlicher sei das Spiel gegen Gartenstadt gewesen: „Drei Minuten vor Schluss mit 19:17 zu führen und dann noch drei Tore zu bekommen, das geht gar nicht.“ Außerdem kassierten die „Vereinigten“ eine Finalpleite im Kreispokal.

Von der Mini-Krise rehabilitierte sich die SV 08/29 Friedrichsfeld mit drei Siegen in Folge. „Bei diesen drei Spielen haben wir auch nicht über die gesamte Spieldauer dominiert“, bleibt Linden kritisch. Insbesondere von seinen Rückraumspielerinnen fordere er mehr. Dabei ist der Rückraum mit den beiden ehemaligen Nationalspielerinnen Larissa Heil und Andra Loredana-Pop so gut ausgestattet wie lange nicht. Zwei auf internationalem Parkett erfahrene Spielerinnen zu integrieren, stellt eine besondere Herausforderung dar. Aus Sicht des Taktikers Linden besteht ein Problem darin, dass beide Spielerinnen entgegen des Friedrichsfelder Systems die Kreisläuferin in der Mitte fixieren wollen.

Mit nur 188 Treffern verlieren die Friedrichsfelderinnen den Vergleich mit den ersten fünf der Verbandsliga. „Wir erzielen zu wenig einfache Tore“, klagt Linden. Auch wenn Danielle Beckord sich als eine vielversprechende Shooterin hervor tat. Um angriffsstärker zu werden, müssten die 08/29-Damen in erster Linie das Tempo erhöhen, glaubt Linden: „Da haben wir die größten Steigerungsmöglichkeiten.“

Von der Kreisläufer-Position gab es jüngst gute Nachrichten: Julia Löckelt stieg nach ihrem Kreuzbandriss ins Aufbautraining ein, kann eventuell schon Ende Februar eingesetzt werden. Löckelts Ausfall konnte bisweilen durch Leyla Karsli, Chiara Lippmann oder Heil abgefedert werden. Weitere Ausfälle können die Friedrichsfelderinnen, denen die Linkshänderin Sevgi Aydin ebenfalls fehlte, nicht verkraften. Die Rückraum- und Rechtsaußenspielerin studiert in Aachen Maschinenbau und wurde stark von den Prüfungen beansprucht. Jetzt soll Aydin wieder häufiger zum Handball greifen können.

Michael Peter, Trainer des morgigen Gastes, gab am Donnerstag seinen Abschied zum Saisonende bekannt. Ob Felix Linden in Friedrichsfeld bleibt, steht auch nicht fest. „Ich fühle mich in Friedrichsfeld wohl, aber es ist auch sehr viel Arbeit“, so Linden, dem auch andere Angebote als das des Friedrichsfelder Vorstandes vorliegen. „Ich bin noch in Gesprächen. In den nächsten Wochen werde ich mich entscheiden.“

Die VfL-Damen zählen für Felix Linden zu den „Top drei“. Zum einen hat auf der Mitte mit Anja Bing „eine der besten Spielerinnen der Liga“ das Heft in der Hand, zum anderen trainiert der Ex-Hamborner Peter eine ausgeglichene Mannschaft. In die Winterpause ging es jedoch mit einer 26:33-Niederlage gegen den TV Borken.

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