Der Wunsch nach Veränderung

Der Tennis-Bezirk 2 will nach einer Mitgliederbefragung den Spielbetrieb reformieren.

Dinslaken/Voerde/Hünxe.  Ende April oder Anfang Mai geht’s los, nach vier bis sechs Spieltagen ist kurz vor den Sommerferien schon wieder Schluss. Für Außenstehende mutet die kurze Dauer des Ligabetriebs so merkwürdig an wie der Name: Medenspiele. Für die Tennisgemeinde ist überhaupt nichts Ungewöhnliches dabei. Normal aus Tradition. Nie war es anders. Der Vorstoß, den der Bezirk 2, zu dem neben Dinslaken, Voerde und Hünxe unter anderem auch die größeren Städte Duisburg, Oberhausen, Mülheim und Bocholt gehören, nun wagen möchte, klingt da schon beinahe revolutionär. Bereits im nächsten Jahr könnte es auf Bezirksebene einige gravierende Änderungen geben.

Der Kern der Neuausrichtung: die Teams sollen deutlich mehr Spiele austragen und würden dann im Normalfall auch nach den „großen Ferien“ noch im Einsatz sein. Geplant sind größere Gruppen, im Idealfall mit neun Mannschaften, so dass jedes Team vier Heim- und vier Auswärtsspiele bestreitet. Bei Gruppen à fünf Mannschaften würde es Hin- und Rückspiele geben.

Ein erster Entwurf sieht vor, dass in den Bezirksklassen sechs Begegnungen vor den Sommerferien und zwei danach ausgetragen werden. In der obersten Klasse, der Bezirksliga, müssten zumindest 2017 alle Partien vor den Ferien beendet sein, weil im Anschluss direkt die Aufstiegsrunde beginnt. „Wir erfinden Tennis damit sicher nicht neu, aber es dürfte sich schon um die grundlegendste Änderung in den letzten vier Jahrzehnten handeln“, sagt Lutz Benninghoff, der Vorsitzende des Bezirks 2.

Für den Rechtsanwalt aus Voerde ist dabei allerdings noch bemerkenswerter, wie der Prozess bis zur bevorstehenden Entscheidung, die definitiv noch vor Weihnachten gefällt werden soll, vonstatten ging.


„Es ist das Resultat einer sehr umfassenden Mitgliederbefragung, wie sie ähnlich jetzt auch in anderen Bezirken durchgeführt wurde. So etwas gab es vorher noch nicht“, sagt Benninghoff. Von Anfang Mai bis Ende Juli konnten Aktive, Vereinsvorstände, Trainer und Clubwirte sich an einer umfangreichen Online-Umfrage beteiligen. Eine klare Mehrheit aller Teilnehmer sprach sich dabei für eine Neugestaltung aus. Besonders groß war der Wunsch nach Veränderung in der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen. Hier sehnten sich rund 70 Prozent nach einer Reform.

Das Ergebnis der Umfrage präsentierte der Bezirksvorstand nun auf einer Informationsveranstaltung im Clubhaus des TC Rot-Gold Voerde. 70 Personen aus 34 Vereinen waren gekommen. Bei der anschließenden Diskussion gab es auch durchaus einige kritische Anmerkungen, die der Vorstand, hier insbesondere Sportwart Thomas Naumann und Wettspielleiter Kai Güßbacher, nun bei den anstehenden Planungen für 2017 berücksichtigen wollen. Insgesamt lasse sich aber konstatieren, so der 2. Vorsitzende des Bezirks, Bernhard Bartsch, dass es „kaum größere Bedenken gegen die Umsetzung“ gab.

 
 

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