Bereit zum Durchstarten

Soufian Rami (r.) und Kevin Menke
Soufian Rami (r.) und Kevin Menke
Foto: Dombrowski
Dinslaken. Soufian Rami nimmt sich für den Rest der Saison vor allem eine Steigerung der eigenen Leistung vor.

Für Soufian Rami lief die Saison in der Fußball-Oberliga bislang so wie für seine Mannschaft generell: mäßig. Im Sommer wechselte der Mittelfeldspieler vom FC Kray zum TV Jahn Hiesfeld, ihm wollte Trainer Jörg Vollack die führende Rolle in der Schaltzentrale hinter dem Angriff übertragen. Doch der Motor stotterte, Rami kam nicht recht auf Touren. In der Rückrunde will er bei den „Veilchen“ nun durchstarten.

Das Trainingslager der Hiesfelder in der Türkei ist ein Hort der Zuversicht. Am Donnerstag konnte das Team die Übungseinheiten nach regnerischen und kühlen Tagen bei Sonnenschein absolvieren, die Aktiven und Verantwortlichen im Umfeld strahlen Optimismus aus. Soufian Rami macht da keine Ausnahme: „Ich gehe guter Dinge ins neue Jahr. Wir werden locker vierzig bis fünfzig Prozent mehr bringen als in der Hinrunde.“

Zurückblicken möchte der Deutsch-Marokkaner nur ungern. „Ich habe 2014 verdrängt, suche keine Ursachen dafür, dass es nicht rund lief.“ Seine Zeit in Kray in der ersten Jahreshälfte war von Verletzungen geprägt, im neuen Verein habe man ihn danach „sehr herzlich“ aufgenommen, doch „sportlich bin ich überhaupt nicht zufrieden mit mir. Die Hinserie war für die gesamte Mannschaft nicht gut, aber vor allem meine Leistung hat mich enttäuscht“.

Taktischer Wechsel

Dabei war er mit großen Erwartungen empfangen worden. In der Vorbereitung freute sich der Trainer, einen „Edeltechniker“ bekommen zu haben, der 23-Jährige sollte mit seiner Übersicht Akzente setzen und gefährliche Situationen vor dem gegnerischen Tor kreieren.

Mit Beginn der Oberliga-Saison ging die Formkurve jedoch abwärts und pendelte sich auf einem Niveau unter den zuvor gezeigten Möglichkeiten ein. Der Trainer hielt weiter seine schützende Hand über den Neuzugang, gab ihm Zeit, um sich in die Mannschaft einzufinden, verteidigte Rami gegen Kritik aus dem Umfeld und zog taktische Konsequenzen. Ein Positionswechsel von der Mitte auf die linke Außenbahn brachte tendenziell Besserung, ehe ein weiterer Rückschlag kam: „Für drei, vier Spiele lief’s gut“, erinnert sich Rami, dann zog er sich bei der 3:4-Niederlage in Nievenheim am 21. November einen Muskelfaserriss zu. Wieder eine Zwangspause.

In der Zwischenbilanz stehen für den Studenten der Wirtschaftswissenschaften auf dem Fußballplatz zwölf Spiele für den TV Jahn zu Buche, sechsmal nahm ihn Jörg Vollack vorzeitig raus – allerdings auch verletzungsbedingt.

Mit öffentlicher Kritik an einzelnen Spielern hält sich der Coach aus Prinzip zurück, Ramis Leistungen bewertet er insgesamt diplomatisch als „okay“. Woraus sich folgern lässt, dass Vollack mehr erwartet. Soufian Rami stellt sich darauf ein, „ich fühle mich jetzt körperlich gut, bin megavariabel auf jeder Position im Mittelfeld einsetzbar“.

Langfristige Ziele setzt sich der Hiesfelder dabei nicht, nur so viel: „Wenn wir die Euphorie durch die guten Testspiele und das Trainingslager in die Saison übertragen, können wir noch einiges erreichen.“ Nach dem Stotter-Start ist der Motor aufgetankt.

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