Ausgerechnet Schwarz muss Samstag zusehen

Stephan Schwarz muss gegen den MSV zusehen, freut sich aber dennoch riesig auf die Partie.
Stephan Schwarz muss gegen den MSV zusehen, freut sich aber dennoch riesig auf die Partie.
Foto: Heiko Kempken / WAZ FotoPool
Voerde. Der einzige MSV-Fan im Kader des TV Voerde ist nach seinem dritten Kreuzbandriss noch außer Gefecht.

Als kleiner Junge schlug sein Herz noch für Werder Bremen, doch irgendwann, da nahm ihn sein Stiefvater einmal mit ins Wedau-Stadion und infizierte Stephan Schwarz sogleich mit dem MSV-Virus. Seit rund 20 Jahren hält der Fußballer des TV Voerde den Meiderichern nun schon die Treue – und ist damit in den Reihen des A-Ligisten ein Unikat. Doch wenn die „Zebras“ nun am Samstag um 16 Uhr zum Freundschaftsspiel an der Rönskenstraße erwartet werden, kann ausgerechnet Schwarz nicht mitwirken. „Das wird trotzdem eine ganz geile Sache. Für die Region und für den TV Voerde“, sagt der 28-Jährige, der sich die Partie von der Ersatzbank aus ansehen wird.

Eine Einwechslung ist allerdings ausgeschlossen, denn „Blacky“, der eine unglaublich lange Leidenszeit hinter sich hat, wurde erst vor acht Wochen operiert und kämpft derzeit für ein weiteres Comeback. Zweimal schon war dem defensiven Mittelfeldspieler innerhalb kurzer Zeit das Kreuzband gerissen, im Spätherbst ereilte Schwarz dieselbe Verletzung sogar ein drittes Mal.

Mannschaftstraining im Oktober

Das Karriereende schien endgültig besiegelt, doch der Voerder Kicker gibt nicht auf: „Wenn man den Sport so leidenschaftlich betreibt, dann kann man nicht einfach aufhören. Mein Umfeld hat mir geraten, Schluss mit dem Fußball zu machen, aber mein Arzt meint, dass es funktionieren kann“, sagt Schwarz, der sich seit der Operation, bei der diesmal eine andere Methode angewendet wurde, täglich mehrere Stunden für sein Comeback quält und sich schon wesentlich weiter fühlt als nach den ersten Kreuzbandrissen: „Ich habe diesmal auch nicht so viel Muskulatur verloren“, meint der Voerder, der sich über große Unterstützung des Vereins freut und im Oktober wieder ins Mannschaftstraining eingreifen will.

Die Begegnung mit Zweitliga-Aufsteiger MSV wird Schwarz übermorgen mit „einem lachenden und einem weinenden Auge“ verfolgen. Seinen Lieblingsclub sieht er nach der drohenden Insolvenz gerade wegen des deutlich gestiegenen Zuschauerinteresses und des häufig demonstrierten Zusammenhalts von Mannschaft und Fans wieder in der richtigen Spur. In Voerde sollen die Duisburger, wenn es nach ihm geht, aber nicht allzu häufig treffen. „Weniger als zehn Gegentore wären überragend. Aber das wird richtig schwer“, glaubt der Rekonvaleszent, der nur allzu gerne geholfen hätte, den ein oder anderen Treffer zu verhindern.

Rund 900 Karten hat der TV Voerde für die Partie gegen den MSV Duisburg bereits im Vorverkauf abgesetzt. „1600 Zuschauer wären am Ende schon schön, bis 3500 könnten wir stemmen. Viel hängt natürlich auch vom Wetter ab“, hofft TVV-Coach Torsten Klump auf Sonnenschein und angenehme Temperaturen.

Die Kassen öffnen am Samstag bereits um 13 Uhr. Um 14 Uhr bestreitet die D-Jugend des TV Voerde ein Vorspiel gegen ein Team des TV Jahn Hiesfeld. An einer Torwand gibt es Preise zu gewinnen. Der Zweitligist aus Meiderich kommt mit dem mobilen Fanshop und mit Maskottchen „Ennatz“. „Es soll ein Familienfest werden“, sagt Klump.

Der Trainer des A-Ligisten bat seine Schützlinge trotz der Sommerpause am Dienstag zum Training und staunte nicht schlecht. 30 Spieler konnte Klump bei der Einheit begrüßen und die Voerder Fußballer gaben richtig Gas. Der TVV-Coach will am Samstag mehr als 20 Leuten die Chance auf einen Einsatz geben. Heute findet eine zweite Trainingseinheit statt, in der auch trainiert werden soll, wie sich der Kreisliga-Vizemeister möglichst wenig Gegentore einfängt. „Aber eigentlich“, so Klump, „ist das Ergebnis vollkommen egal.“

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