44 Schüsse, kein Tor

Der Puck wollte einfach nicht ins Lauterbacher Tor.
Der Puck wollte einfach nicht ins Lauterbacher Tor.
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Dinslaken. Die Dinslakener Kobras verloren in der Regionalliga gegen Lauterbach mit 0:2

Die letzten 37 Sekunden blieb das Tor der Dinslakener Kobras leer – der Rückstand: 0:2. Die letzte Hoffnung: mit sechs Feldspielern doch noch die wichtigen Treffer zu landen. Doch mit dem Abpfiff waren die Hoffnungen endgültig begraben. Die Option, Platz zwei in der Eishockey-Regionalliga zu erobern, war unmöglich geworden. Mit 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) verlor das Team von Trainer Thomas Schmitz gegen die Luchse des EC Lauterbach das vorletzte Hauptrundenspiel. Durch den Sieg sicherten sich die Direktkonkurrenten den zweiten Tabellenplatz und die sichere Teilnahme an den Oberliga-Playoffs.

Schmitz blieb nach der Partie lange fern: Gespräche mit dem Vorstand, mit der Mannschaft, Zeit für sich, um die Niederlage zu verarbeiten. Ein bitterer Rückschlag, schließlich war Platz zwei das klare Ziel gewesen. Nun war selbst der vierte Platz in Gefahr. Nur die Mannschaften auf den Plätzen eins bis vier spielen um den Oberliga-Aufstieg mit. Die Plätze eins bis drei waren nun bereits vergeben: Die Spitzenposition geht an die Eisadleraus Dortmund, Platz zwei an die Luchse aus Lauterbach und Platz drei an die Zweitvertretung der Kölner Haie.

„Die Stimmung bei uns in der Kabine ist natürlich am Boden“, sagte Schmitz enttäuscht, „da brauchen wir uns nichts vorzumachen.“ Der Kobras-Coach fügte hinzu: „Mal wieder unser altes Problem, wir machen vorne die Tore nicht rein und bekommen hinten zwei dumme Treffer rein.“

Angezogene Handbremse

Vom Showdown war im Spielverlauf für die 160 Zuschauer wenig zu sehen. Beide Teams kämpften mit angezogener Handbremse. Es fehlte der letzte Biss. Das machte sich vor allem im torlosen ersten Drittel bemerkbar. Zwar prüften die Luchse Kobras-Keeper Felix Zerbe mit dem ein oder anderen Versuch, und auch die Kobras hatten ihre Torschüsse, doch ohne Erfolg. Auch Neu-Kobra Kamil Vavra, der bei seinem Debüt vor drei Wochen gegen die Luchse mit vier Toren und zwei Vorlagen geglänzte hatte, trat unauffällig auf. „Lauterbach hatte sich jetzt komplett auf Kamil eingestellt, er wurde ständig gedoppelt“, erklärte Schmitz, „er ist nun mal Eishockey-Profi und der stärkste Spieler im Kader, und das wissen unsere Gegner mittlerweile auch.“

Im Mittelabschnitt verloren die Kobras Dominick Spazier, der nach einem Bandencheck von Marko Filip (26.) zunächst einige Minuten am Boden liegen blieb und anschließend mit Kopfschmerzen in die Kabine verschwand. Bereits umgezogen verfolgte er anschließend die Partie als Zuschauer. Seine Mannschaft hatte gerade eine Unterzahlsituation überstanden, da gingen die Gäste durch Manuel Six (35.) in Führung. „Dieses Tor war der Dolchstoß“, gestand Schmitz, „es hat uns das Genick gebrochen.“ Die Torschüsse der Kobras blieben ungefährlich. Im Schlussabschnitt legten die Luchse nach: Benjamin Schulz (49.) machte den Sieg perfekt. Da half auch der Einsatz des sechsten Feldspielers auf Seiten der Kobras nichts mehr.

„44 zu 22 Schüsse und trotzdem haben wir kein einziges Mal getroffen“, ärgerte sich Schmitz. Lob für den Auftritt der Kobras gab es von Luchse-Trainer Roger Nicholas, dem Ex-Profi, der in seiner aktiven Zeit unter anderem für die Kölner Haie und Frankfurt in der Bundesliga auflief.

Strafzeiten: Kobras 6; Luchse 8 + 10 (Schneider).

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