So bunt wie die Region

Jetzt ist sie also wieder da: Vom 6. bis 10. Juni feiert die Ruhrolympiade nach einem Jahr Auszeit in Duisburg ihr Comeback. Ein Castrop-Rauxeler, der sich darüber besonders freut, ist Sportjugend-Leiter Ulrich Müller, der im Rahmen seiner Tätigkeit für den Kreissportbund Recklinghausen für dessen erste Teilnahme mitarbeitete.

„Selbstverständlich“ sei er froh, dass der Wettbewerb jetzt seine Fortsetzung findet, sagt Müller, der seinerzeit in der Kreissportjugend mitgearbeitet hatte, dass Castrop-Rauxel als Teil des Kreissportbundes Recklinghausen 1993 – Austragungsort war Oberhausen – zum ersten Mal mitmachen konnte. „Wir hatten damals lange darauf hingearbeitet“, sagt der Sportjugendleiter. Als Koordinator hatte er die Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Sportartenleiter aller zehn Kreisstädte zusammenkommen. „Das war spannend, nicht nur die ganzen Verhandlungen, auch die Wettbewerbe hinterher.“

Wettbewerbe übrigens, in denen die Castrop-Rauxeler Sportler als Teil des Kreisteams in den folgenden Jahren durchaus Erfolge vorzuweisen hatten. „Direkt im zweiten Jahr sind wir auf den zweiten Platz gekommen“, sagt Ulrich Müller. Das war eine „tolle Belohnung“, so Müller. Noch eine Stufe weiter hoch auf dem Treppchen ging es in den Jahren 1996, 2000, 2002 und 2004, in denen der Kreis Recklinghausen jeweils das erfolgreichste Team stellte. Damit gehört man hinter Rekordsieger Dortmund (26 Siege) und den Großstädten Essen (8 Siege) und Bochum (6 Siege) zu den erfolgreichsten Teilnehmern in der Geschichte des Wettbewerbs.

Als besonders engagiert habe er die heimischen Billardspieler und Fechter erlebt, sagt Ulrich Müller. Einen besonderen Platz in seiner Erinnerung nimmt die Ruhrolympiade 2000 ein, denn da gab es nicht nur den zweiten Gesamtsieg, der Kreissportbund richtete die Spiel auch zum ersten Mal aus. „Das waren ganz andere Anforderungen“, sagt Müller. „Man versucht ja immer, es mindestens genauso gut zu machen wie die Vorgänger.“ 2004 sollte erneut ein „Heimsieg“ gelingen.

Bei der vergangenen Auflage 2010 kamen die Vertreter des KSB Recklinghausen nur auf den enttäuschenden sechsten Platz. Mit Alex Reuter von den Billardfreunden Schwerin holte sich damals auch ein junger Mann aus Castrop-Rauxel eine Goldmedaille, die allerdings an den Stadtsportbund Herne ging, weil er für dessen Mannschaft startete.

Dann folgte Ende 2010 ein Aufschrei, als bekannt wurde, dass die Ruhrolympiade im darauf folgenden Jahr nicht stattfinden würde. Schließlich war es nicht irgendeine Veranstaltung, die auf eine Tradition seit 1964 zurückblicken konnte, sondern mit mehr als 9000 Teilnehmern die größte regionale für jugendliche Sportler auf dem ganzen Kontinent. Aber es sei immer schwieriger geworden, einen Veranstalter zu finden, die Ruhrolympiade platze aus allen Nähten, hieß es damals vom Trägerverein. Die meisten der Sportjugenden hatten eine Überarbeitung des Konzepts gefordert. Das ist passiert, im kommenden Sommer geht die Ruhrolympiade wieder an den Start. Vom 6. bis 10. Juni treten in Duisburg 15 Städte und Kreise an. Das sportliche Angebot ist verschlankt worden, die 22 Sportarten sind allesamt olympisch, die Veranstalter rechnen mit 7000 Teilnehmern . 2010 hatte es noch 26 Wettbewerbe, von denen sechs jeweils in einer weiblichen und männlichen Konkurrenz ausgetragen wurden, gegeben.

 

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