Ruderverein Rauxel - Sprint an die Spitze

Detlev Seyb

Die Erwartungen waren in diesem Jahr längst nicht so hoch wie in den vergangenen Jahren. Dennoch konnte der Ruderverein Rauxel Sonntag beim Indoor-Cup der Ruderer in Essen-Kettwig wieder einmal ein besonderes Ausrufezeichen setzen.

Denn die Bundesliga-Frauen, in Kettwig in Renngemeinschaft mit dem Bremer RV angetreten, gehen nun als die ersten Deutschen Hallenmeister im Achter-Sprint in die Annalen ein.

Der Wettbewerb ist erst zu dieser Saison eingeführt worden und just im letzten Rennen der Deutschen Ergometer-Serie hievten sich Lisa Baues, Melanie Baues, Franziska Goldgräbe, Eleni Melis, Magdalena Jakschik, Kira Soba, Julia Starystach und Mona Wichmann auf den ersten Platz der Tages- und Gesamtwertung.

Schon früh in diesem Sprint-Rennen war klar – es wird dabei parallel auf acht Ergometern gerudert – dass die Rauxeler/Bremer Mädels die Renngemeinschaft aus Essen klar auf Distanz halten könnten. Ein Ergebnis, das der Crew von Trainer Alexander Lücke auch für die Aufgaben in der Bundesliga Auftrieb geben sollte. In dieser Saison möchte der Frauenachter von der Wartburg von Beginn an um die Medaillen mitfahren.

Erfreulich aus heimischer Sicht war auch der Auftritt von Michel Palisaar bei den Männern. Der Junioren-WM-Teilnehmer von 2009 hatte nach zuletzt glücklosen Auftritten im Boot das Training umgestellt und seinen früheren Trainer Simon Gallisch gebeten, neben ihm auf der großen Bühne von Kettwig Platz zu nehmen. „Wenn ich helfen kann, mache ich das gerne“, sagte Gallisch, der einen guten Auftritt von Michel Palisaar sah. Vorne machte der Frankfurter Jens Raab sowohl im Vorlauf als auch im Finale Betrieb und war an diesem Tag nicht aufzuhalten.

Palisaar drückte im Vorlauf auf die Tube, die Uhr blieb nach 2000 Metern bei 6:10,9 Minuten stehen. Damit stand er im Finale, verzichtete aber: „Michel wollte an seine Grenzen gehen und hat sich sich im Vorlauf total verausgabt“, so Gallisch. Für Palisaar war es eine neue persönliche Bestzeit. Zumindest die offizielle. Intern im Training hat er auch schon die 6:09 Minuten geknackt. Die Leistungskurve zeige, so Gallisch, jetzt stabil nach oben.

Deutlich von ihrer persönlichen Bestzeit entfernt war hingegen noch die Rauxelerin Margarete Jakschik, doch die 7:31 Minuten reichten bei den Leichtgewichts-Frauen immerhin noch zu Platz sechs in Kettwig und Rang acht in der Deutschen Rangliste – jeweils direkt hinter ihr folgend kam Vereinskameradin Hannah Bornschein ins Ziel.

Im Nachwuchsbereich machte Luca Tolksdorf die größten Fortschritte und erzielte das beste RVR-Ergebnis. In 3:28 Minuten über 1000 Meter wurde er Sechster bei den 14-Jährigen. Mit Platz 13 durfte Paula Nixdorf durchaus zufrieden sein.

Jan Körkemeyer und Nina Bartnik landeten in den Ranglisten zwar nicht so weit vorne, aber auch sie waren deutlich schneller unterwegs als noch zuletzt.