Mit der Qualität zufrieden

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Es ist keine Überraschung, dass der neue „Internationale Schach-Meister Bayerns“ nicht aus Castrop-Rauxel kommt. Um sich die Krone dieses königlichen Brettspiels aufzusetzen, dafür waren Rainer Käding und Frank Müller auch nicht nach Bad Wiessee gereist.

Es ging um etwas ganz anderes – nicht allein um das Treiben der Figuren-Armada um Dame, König und Turm auf dem Schachgeviert. Wiedersehen mit alten Bekannten, Erfahrungsaustausch fachlich wie privat, auch das war wichtig. Von der tollen Atmosphäre waren Käding und Müller schon bei ihren früheren Teilnahmen an diesem traditionell hochkarätig besetzten Turnier begeistert. Die beiden Schachspieler des SV Castrop-Rauxel waren bereits zum dritten Mal dabei beim Wettstreit mit immerhin 24 Großmeistern (GM) und 14 Internationalen Meistern (IM) unter den 464 Teilnehmern.

Schach in allen Facetten und mit allen Dramen

Draußen vor der Tür Schnee zuhauf zum Auftakt, herrliches Fönwetter zum Ende, und Schach in allen Facetten und mit allen Dramen bei neun anstrengenden Runden.

„Was will man mehr“, blickt Rainer Käding zurück, „mit unserem früheren Aushängeschild Michael Hoffmann (SG Solingen), Michael Hammes aus Koblenz, Frank Strozewski aus Erkenschwick, Frank Müller und mir hatten wir eine nette Runde zusammen, mit der man sich abends auch außerschachlich gut unterhalten konnte“. Natürlich kam auch der schachlich-fachliche Teil mit Vor- und Nachbereitung der Partien und gründlicher Analyse nicht zu kurz.

Nicht immer deckten sich die Ergebnisse mit den Erwartungshaltungen, aber das ist ja bei einem Turnier normal. So erreichte GM Michael Hoffmann, der zu Castrops Bundesliga-Zeiten seine Schach-Karriere begann, mit 6,5 Punkten den 30. Platz. Vornotiert war er auf Position 23. „Sein persönliches Armageddon erlebte er in der 7. Runde, als er trotz guter Eröffnungsvorbereitung gegen das 16-jährige ukrainische Wunderkind Illja Nyzknyk verlor“, berichtet Rainer Käding. Bis dahin lag Michael Hoffmann mit 5,0 Punkten aus sechs Runden noch gut im Rennen. Besser machte es Eduardas Rozentalis: Der frühere SVC-Spieler, jetzt SC SW Northeim, war auf Rang neun gesetzt und wurde schließlich mit 6,0 Punkten Sechster.

Rainer Käding, die Nummer 106 der Setzliste, erspielte sich mit vier Siegen, zwei Remis und drei Niederlangen 5,0 Punkte und blieb damit im Rahmen seiner Erwartungen (Rang 134). „Da ich auch gegen zwei Internationale Meister spielen musste, hatte ich ein durchaus anstrengendes Pensum“, sagte Rainer Käding, „nach einer 15-monatigen Turnierpause konnte ich aber mit der Qualität der Partien durchaus zufrieden sein.“

Nicht ganz so glücklich war diesmal Frank Müller, der mit 4,5 Punkten auf Rang 219 landete und nicht ganz an sein erfolgreiches Abschneiden des Vorjahres anknüpfen konnte.

Zurück in den Liga-Alltag mit dem „Kellerduell“

Turniersieger wurde verdient der GM Liviu Nisipeanu mit 7,5 Punkten. Der Rumäne hatte mit sechs Punkten aus sechs Runden den besten Start erwischt und sicherte mit drei Remis in den letzten drei Runden das Ergebnis ab. Zwar wurde er noch von fünf Spielern punktemäßig eingeholt (u.a. Rozentalis), jedoch konnte er die beste Zweitwertung vorweisen.

Für Rainer Käding und seine Teamkameraden aus der ersten Mannschaft des SV Castrop-Rauxel kehrt bereits in zehn Tagen der Liga-Alltag wieder ein. Am 18. November geht es in der NRW-Klasse gegen den SC Bocholt. In diesem Kellerduell zwischen dem Tabellenvorletzten vom Castroper Stadtgarten und dem Schlusslicht vom Niederrhein wollen die heimischen Figurenzieher endlich den ersten Saisonsieg einspielen.

 
 

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