Ickerner Nachwuchs in der Spitzengruppe

Eigentlich hatten sich die C-Jugend-Handballerinnen des TuS Ickern auch in dieser Saison wieder für die Oberliga-Vorrunde qualifiziert. Aufgrund der dünnen Personaldecke verzichteten die Verantwortlichen aber von sich aus auf den überkreislichen Spielbetrieb. In der Kreisliga hat sich der TuS-Nachwuchs mittlerweile gut etabliert. Unser Jugend-Team der Woche belegt dort den zweiten Platz.

Castrop-Rauxel. Nach fünf Spieltagen in der Kreisliga hat die weibliche C-Jugend des TuS Ickern acht Punkte auf dem Konto. Nur ein Mal, beim 28:32 in Gladbeck, gingen die Castrop-Rauxelerinnen als Verlierer vom Platz. Danach gab es drei Siege in Folge - zuletzt am vorvergangenen Wochenende ein klares 36:13 gegen den Bochumer HC.

Die Besonderheit dabei: Im Kader des TuS-Teams ist keine etatmäßige Torhüterin zu finden. "Da wir kein Mädchen haben, das dauerhaft ins Tor gehen möchte, rotieren wir", erläutert Trainer Jörg Hansmeyer. Zuletzt stand gegen Bochum Anne Frochte zwischen den Pfosten.

Das Fehlen einer festen Torhüterin war nicht zuletzt ein Grund dafür, dass die Verantwortlichen des TuS den Verzicht auf die Oberliga-Vorrunde erklärten. "Angesichts des Spielniveaus in der Oberliga könnten wir in dieser Besetzung nicht mithalten", erklärt Hansmeyer, der mit Dirk Köster das Trainergespann bildet, "in der Kreisliga muss der Gegner erst einmal gegen unsere gute Deckung anrennen."

Das Konzept geht offenbar auf. Zuletzt gewannen die Ickerner C-Jugend-Handballerinnen stets mit mehr als 20 Toren Vorsprung. Gegen Bochum lobte Hansmeyer die "gute Deckungsleistung und das schnelle Umschaltspiel". Spielerinnen wie Annika Köster Viktoria Neuberger, Eva Arlt und die Tochter des Trainers, Lea Hansmeyer, sorgten für zahlreiche Treffer.

Zu den Handballerinnen, die aus dem Kader der vergangenen Saison in der C-Jugend geblieben sind, haben sich mittlerweile auch zwei Neuzugänge gesellt: Tamara Boecker und Malin Golabek sind als Anfängerinnen zum TuS gekommen. Hansmeyer attestiert beiden "tolle Fortschritte".

Eine Platzierung unter den ersten drei Teams der Kreisliga ist nach Ansicht des Trainers in dieser Saison "Pflicht". In der kommenden Spielzeit rückt der Großteil der Mädchen in die B-Jugend auf, wo Jörg Hansmeyer die Oberliga-Qualifikation wieder für möglich hält. "Dazu bräuchten wir allerdings dringend eine Torfrau aus den Jahrgängen 2001 bis 2003."

Für Mannschaftsführerin Lea Hansmeyer geht es parallel zu ihrem Engagement beim TuS Ickern auch in der Oberliga-Vorrunde weiter. Sie tritt mit Zweitspielrecht für die HSG Schwerte-Westhofen an. Für die 14-Jährige ergibt sich somit ein strammes Programm: Montags und mittwochs trainiert sie beim TuS, dienstags und donnerstags in Schwerte. An den Wochenenden stehen zumeist zwei Spiele an. Dennoch sagt Lea: "Es macht mir viel Spaß."

Gerne würde sie auch mit dem TuS auf die überkreisliche Ebene zurückkehren, sieht dies aber nicht als Voraussetzung für ihren Verbleib an. "Am wichtigsten ist es mir, dass ich weiterhin mit meinen Freundinnen zusammenspielen kann."

Auch für ihren Vater und Trainer steht nicht nur der sportliche Erfolg im Vordergrund. "Unsere Mädchen spielen unabhängig von ihrer Spielklasse bereits einen tollen, schnellen und begeisternden Handball und trainieren hart dafür", sagt Jörg Hansmeyer. Veranstaltungen wie das eigene Jugendturnier des TuS und die Reisen zum Partille Cup in Schweden hätten für eine sehr gute Atmosphäre gesorgt. "Die Identifikation mit dem Verein ist ausgesprochen groß."

Jörg Laumann