„Ich mache keine Ego-Nummer“

Der Neuzugang ist ins Training des FCF eingestiegen.
Der Neuzugang ist ins Training des FCF eingestiegen.
Foto: WAZ FotoPool
Von der Regionalliga in die Kreisliga. Vom VfB Hüls zum FC Frohlinde. Ein sportlicher Abstieg von fünf Spielklassen. Und das freiwillig.

Für Stefan Hoffmann gab es da aber keine Diskussion. Mit fast 30 Jahren sah er endgültig den Zeitpunkt gekommen, für die Zeit nach dem Fußball vorzusorgen. „Frohlinde hat mir ein Job-Angebot gemacht und das konnte ich nicht ausschlagen.“

Nur zu gut kennt der Mittelfeldspieler die vielen warnenden Beispiele. „Ich will nicht mehr mit 33 oder 34 darauf angewiesen sein, Fußball zu spielen. Die Zitrone nicht bis es nicht mehr geht auspressen.“

Das sagt ein Fußballer, der zuletzt über zehn Jahre als Berufssportler lebte. Als sein neuer Trainer Jürgen Litzmanski den Coup mit Hoffmann bekanntgeben konnte, erzählte er mit einem Lachen, dass der Akteur noch einen Marktwert von 100 000 Euro habe. Das besagt zumindest ein bekanntes Fußball-Portal im Internet.

Geboren in Saudi-Arabien

Dieses verrät auch, dass Hoffmann in Dammam (Saudi-Arabien) geboren wurde. „Mein Vater hat dort zehn Jahre lang gearbeitet. Ich bin in einen deutsch-englischen Kindergarten gegangen.“ Später zog die Familie nach Dubai, ehe es nach Deutschland ging.

In Lünen begann auch Stefan Hoffmanns sportliche Laufbahn. Bereits in der Jugend wechselte er zu Borussia Dortmund. Dort sollte er später auch in der zweiten Mannschaft auflaufen. „Dortmund war meine schönste Station. Der Verein hat mich bei meiner Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann sehr unterstütz. Dafür bin ich Dortmund auch dankbar.“

Über Rot-Weiss Essen wechselte Hoffmann im Jahr 2005 zu Borussia Mönchengladbach II, wo es für ihn ebenfalls gut lief. Danach erfüllte er sich den Traum so vieler Fußballer: Er ging ins Ausland. Ein Jahr lang spielte er in Athen für den Zweitligisten Egaleo AO. „Ich hatte eigentlich für drei Jahre unterschrieben. Doch wie es in Griechenland so oft der Fall ist, konnte der Verein irgendwann die Gehälter nicht mehr bezahlen.“

Entwicklung in Hüls überraschend

Hoffmann kehrte nach Deutschland, zu Fortuna Köln, zurück. Es folgten Wechsel zur Hammer SpVg und zum KFC Uerdingen, ehe er schließlich beim damaligen Regionalliga-Aufsteiger VfB Hüls landete. Den Marlern brach nun aber der größte Geldgeber weg. Eine Entwicklung, die die Spieler recht unvorbereitet traf. Hoffmann: „Zwei Tage vor dem Trainingsbeginn wurde uns gesagt, dass der Verein keine Gehälter mehr zahlen könne. Zum Glück bin ich dann aus dem Vertrag herausgekommen.“ Der Kontrakt lief nämlich eigentlich noch bis zum Sommer 2014.

Nun ist Stefan Hoffmann also in Frohlinde angekommen. Des Jobs wegen. „Schon zu VfB-Zeiten sollte ich mit einem Job anfangen, aber das hat nicht geklappt.“ In Castrop-Rauxel jetzt aber schon. „Ich bin jetzt ein ganz normaler Amateurfußballer. Das ist schon eine große Umstellung.“

Und weil das Training des Kreisligisten nicht im Umfang eines Regionalligisten stattfindet, macht Hoffmann neben den Einheiten „noch etwas für mich selbst“.

Seine Stärken möchte Hoffmann in Frohlinde aber unverändert einbringen. „Ich bin ein Teamplayer. Ich kämpfe für die Mannschaft und stelle mich nicht in den Mittelpunkt. Ich mache keine Ego-Nummer.“

 
 

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