Frohlinde empfängt den Tabellenführer

Für Bezirksligist Spvg Schwerin (11.) ist fünf Spieltage vor Saisonschluss nunmehr jeder Punkt wichtig. Am Sonntag geht's zum VfB Waltrop. Wacker Obercastrop (8.) empfängt den FC Brünninghausen II. Der FC Frohlinde (4.) trifft auf Tabellenführer Waltrop und könnte im Titelkampf noch einen spannenden Schluss-Akkord intonieren.

Castrop-rauxel.. Fußball-Bezirksliga 9

SV Wacker Obercastrop - FC Brünninghausen II
(So, 15 Uhr, Erin-Kampfbahn, Karlstraße 44a, 44575 Castrop-Rauxel)

Wieder ein Heimspiel, aber mit anderem Anspruch: Nach dem verlorenen Lokalderby gegen den FC Frohlinde (4.), ist für den SV Wacker Obercastrop (8.) ein Sieg gegen den FC Brünninghausen II (16.) eigentlich Pflicht. Und da steckt eigentlich die Gefahr im Detail. Daher warnt auch Wacker-Coach Andreas Köhler eindringlich: "Das wird kein Selbstläufer, wir müssen das Spiel mit klarem Kopf angehen."

Unterschätzen gilt nicht. Warum auch? Die Dortmunder Gäste, die mit erst 13 Punkten am Ende der Tabelle stehen, haben ja nichts zu verlieren. Sie haben es einfach und können befreit aufspielen. Drei Siege stehen erst auf derer Habenseite, bei einem dieser "Dreier" haben die Obercastroper ihr Scherflein beigetragen. Nach dem 4:2-Hinspiel-Sieg in Frohlinde hatten danach einige Wackeraner die Reserve des Westfalenligisten auf die leichte Schulter genommen - und verbrannten sich durch eine 1:2-Niederlage die Finger.

Noch nicht gesichert

Schon allein deshalb will Köhler, der damals noch Eintracht Datteln trainierte - aber auch bestens über den damaligen Wacker-Reinfall Bescheid wusste, bei seinen Spielern alle Prozentpunkte herauskitzeln. Andreas Köhler: "Das ist praktisch alles eine Kopfgeschichte, dass wir die bessere Mannschaft sind, zeigt die Tabelle, aber das müssen wir auch auf dem Platz zeigen."

Zähler leichtfertig abgeben, das können sich die Castrop-Rauxeler nicht erlauben. Köhler: "Mit 31 Punkten sind wir noch nicht auf der sicheren Seite; wenn wir gewinnen, sieht das schon anders aus." Nicht dabei sein werden Maurice Ottberg, der sich einen Kahnbeinbruch zugezogen hat sowie Kevin Biletzke nach einem Bänderriss. Dafür kehrt Lativ Boudhan zurück, der sich mit seiner Gelb-Rot-Sperre gegen Frohlinde als Linienrichter nützlich gezeigt hatte.

FC Frohlinde - Teutonia/SuS Waltrop
(So, 15 Uhr, Brandheide 175, 44577 Castrop-Rauxel)

Die Frohlinder selbst haben mit dem Rennen um den ersten Platz nicht mehr direkt zu tun. Aber im Lager von Arminia Marten wird das Spiel sicherlich mit Argusaugen beobachten. Nach wochenlangem Hinterherhecheln haben die Dortmunder Vorstädter den Rückstand zur Spitze auf drei Zähler minimiert. Mit einem eigenen Sieg bei Eintracht Datteln und einem Frohlinder Sieg dazu würde die Arminia am 26. Spieltag Rang eins übernehmen.

Sieht leicht aus, wird es aber nicht sein. Denn vor allem die Frohlinder hadern doch mit immensen personellen Problemen. Zu den "unfassbar vielen Verletzten", wie es Spielertrainer Michael Wurst umschreibt, kommen zwei weitere Ausfälle hinzu, die in der Vorwoche beim 3:1 in Obercastrop maßgeblich beteiligt waren. Wurst-Pedant Stefan Hoffmann fehlt aus privaten Gründen, wie auch Lennox Günther (Abitur-Reise).

Keine Wiedergutmachungs-Tour

Wurst ist indes wieder voll dabei, der zuletzt wegen seiner Verpflichtung als Stadion-Sprecher beim VfL Bochum erst in der 60. Minute ins Spiel kam. Wurst: "Jetzt müssen einfach die in die Bresche springen, die sonst nicht so viel zum Einsatz kommen aber den Anspruch haben, spielen zu wollen."

In der ersten Serie hat die Frohlinder Formation, damals noch unter Trainer Jürgen Litzmanski, unglücklich mit 1:2 verloren. Damals brach sich Bastian Niebert den Arm. Der junge Abwehrrecke kann an der Revanche nicht teilnehmen, weil er sich bei seiner Arbeit einen Bänderriss zugezogen hat. Auf der möglichen Wiedergutmachungs-Tour kann sich auch nicht Stamm-Torwart Daniel Schultz begeben, der sich eine Kapselverletzung im Finger zugezogen hat.

So wird Robin Böhmer aus der zweiten Mannschaft wie in Obercastrop die Linie der Ersten hüten. Wurst: "Das hat Robin richtig prächtig gemacht." Ob das aber alles reicht, gegen den Liga-Primus an der Brandheide das Zünglein an der (Titel-)Waage zu spielen, wird sich zeigen.

VfB Waltrop - Spvg Schwerin
(So, 15 Uhr, Lorenz-BayWa Arena, Waldweg, 45731 Waltrop)

Ein Sieg bei VfB Waltrop (12.) wäre für die Mannschaft von Schwerins Trainer Thomas Faust schon ein "Meilenstein" auf dem Weg zum Klassenverbleib. Selbst ein Unentschieden würde zumindest die Gastgeber mit dem Castrop-Rauxeler Trainer Daniel Kuhn auf Distanz halten. Drei Zähler wären natürlich umso besser. Die "Blau-Gelben" hätten dann die 30-Punkte-Grenze geknackt. Das wäre wichtig.

Die Konkurrenz im Tabellenkeller steht nach Punkten dicht gedrängt wie in der Bundesliga. Der Sportliche Leiter des VfB Stuttgart, Robin Dutt, hatte das ja zuletzt als "kuschelig" bezeichnet. Doch eine Wohlfühl-Atmosphäre im Abstiegskampf ist solch eine Enge sicherlich nicht. Da kann noch viel passieren, weil noch 15 Punkte vergeben werden.

"Nicht nachlassen"

Die Schweriner haben in die Erfolgsspur zurückgefunden. Das Remis gegen Westfalia Huckarde und der Sieg beim Schlusslicht FC Brünninghausen II taten dem Punktekonto gut. Doch Trainer Faust warnt: "Wir dürfen nicht nachlassen, und müssen kompakt stehen."

Personal ist dafür genug da. Alan Michna kommt nach langer Verletzungszeit dazu und Andi Dapi hat die Gelb-Rot-Sperre abgebrummt. Christoph Foitzik sowie Crisowalandis Mavridis werden wohl ausfallen. Faust: "Bei unserem Kader macht mir das keine Bauchmerzen."

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