Es läuft wie geschmiert

Die Goldfahrt endete nach zweimal 2000 Metern rudern auf dem Beetzsee und anschließenden 450 Kilometern auf der Autobahn in der Nacht am Lagerfeuer an der Wartburginsel. RVR-Trainer Simon Gallisch, Goldjunge Malte Jakschik, sein letztjähriger Zweier-Partner Michel Palisaar, der in Brandenburg im U23-Achter Fünfter wurde, und Silber-Schwester Margarete blickten auf erfolgreiche Deutsche Jahrgangsmeisterschaften zurück.

Stunden zuvor hatten sie jede Minute auf dem Brandenburger Beetzsee ausgekostet. Silber und die Weltcup-Qualifikation von Margarete Jakschik. Gold, Silber und der Durchstarter des Vierers von Malte Jakschik zur U19-WM ins englische Eton. Das geht runter wie Öl.

Seit zwei Jahren läuft es für Malte Jakschik wie geschmiert. Vergangenes Jahr die WM-Nominierung mit Zweier-Vereinspartner Michel Palisaar zu den Welt-Titelkämpfen der Junioren in Tschechien. Nach Silber in Racice nahm der A-Junior vom RV Rauxel noch mehr an Fahrt auf. Bestwert auf dem Ergometer, unter der magischen Grenze von sechs Minuten und immer wieder diese souveränen Zweier-Leistungen mit Partner Johannes Weißenfeld. Was Trainer Simon Gallisch besonders freut: Diese konstanten Leistungen haben für eine enorme Kontinuität im Training gesorgt, die sich positiv auf das WM-Ergebnis auswirken könnte. Denn mit den Vierer-Partnern Max Johanning aus Dortmund und Lukas Müller aus Dorsten, im nationalen Zweier-Ranking direkt als Dritte hinter Jakschik/Weißenfeld platziert, sitzen sie schon lange im Boot. Und sind auch schon einige Rennen zusammen gefahren.

Es folgten Siege. Knappe. Deutliche. Was viel wichtiger war für Trainer Simon Gallisch: Die vier Ruderer haben sich immer mehr aufeinander eingespielt und können jetzt ab Samstag im WM-Vorbereitungs-Trainingslager auf Grundlagen zurückgreifen, die nicht selbstverständlich sind. Andere Boote, wie der Achter, werden erst in Berlin gebildet und müssen sich noch einfahren.

Das Vertrauen zueinander und die Erfolge haben die Crew immer weiter nach vorne gebracht, und selbst von einer Erkältung von Lukas Müller ließ sich der Vierer nicht aus dem Konzept bringen. Der Druck war groß, die Leistung in Brandenburg aber souverän. „Wir haben jetzt unser Ziel erreicht und wollen nun das Optimale herausholen“, erklärt Simon Gallisch.

Gerade weil der erfolgsverwöhnte Deutsche Ruderverband im Vierer in der Vergangenheit nicht immer auf Kurs lag, sieht Gallisch hier eine besondere Herausforderung für die Mannschaft, die auch im englischen Eton von NRW-Landestrainer Thomas Jung betreut wird. „Wir wollen für den Verband eine Medaille einfahren.“

Achter-Trainer Bernd Nenn-haus, der sein Boot um Malte Jakschik 2010 zu Silber geführt hatte, hätte den RVR-Recken gerne wieder aufgrund seiner enormen physischen Leistungsfähigkeit und Erfahrung im Großboot gesehen. Aber er weiß auch, dass der Rauxeler mit dem NRW-Vierer seinen Weg machen wird. Das Gesamtergebnis des Verbandes soll stimmen.

Freitag geht es los nach Berlin. Samstag steht ein Stufentest an, dann folgen die vielen Trainingseinheiten, die die Mannschaft zusammen schweißen sollen. Trainer Simon Gallisch betrachtet die Vorbereitung aus der Ferne. Er zog sich mit dem Achter-Finale von Brandenburg aus dem Trainergeschäft zurück, weil ihm künftig die Zeit fehlt. „Ich werde aber Ansprechpartner bleiben und koordinieren“, sagt er. Vor allem mitfiebern. Spätestens bei der U19-WM in Eton Anfang August wird er seine Auszeit unterbrechen. Wenn er wie vor einem Jahr in Racice im Rauxeler Fan-Block steht und Malte Jakschik nach vorne schreit. Es ist ja auch sein Saison-Abschluss.

 
 

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