Erst Klausur, dann Hamburg

Malte Jakschik freut sich auf seinen Einsatz im Deutschland-Achter.
Malte Jakschik freut sich auf seinen Einsatz im Deutschland-Achter.
Foto: Detlev Sely

Eigentlich sollte im September Pause sein. Doch jetzt steigt Malte Jakschik nach dem eigentlichen Saison-Ende bei der Weltmeisterschaft in Chungju (Südkorea) nun noch zweimal in den Deutschland-Achter. Und ist natürlich mächtig stolz darauf.

Auf dem Rückflug von Seoul nach Frankfurt hatte der Ruderer des RV Rauxel diese tolle Nachricht erfahren. „Ich habe mich riesig darüber gefreut“, sagt Malte Jakschik, der mit den Ruderern aus dem Deutschlandachter im Anschluss an die WM drei weitere Tage in Südkorea verbracht hatte. Hauptsponsor Wilo SE, der Pumpenhersteller aus Dortmund, machte es möglich. Der hatte nämlich im Juni im südlich von der WM-Strecke gelegenen Busan ein neues Werk errichtet. Die Ruderer durften sich dort, natürlich auch rund um Busan, umsehen. Und auch fleißig Autogramme schreiben.

Für Malte Jakschik ist es ein besonderes Gefühl, schon mit 19 Jahren zum Team zu gehören, auf das die ganze Ruder-Nation blickt. Bundestrainer Ralf Holtmeyer betont auch immer wieder, dass er neben dem Achter viele weitere leistungsstarke Ruderer benötigt, die dann die weiteren Bootsklassen bilden und die so von hinten Druck machen können.

Konkurrenz belebt das Geschäft. Zwischendurch fährt der eine oder andere auch schon mal im Training mit im Achter. Malte Jakschik hat das ebenfalls im Sommer gemacht. Seit Montag darf er das nun bis zum Sonntag täglich machen. Holtmeyer nominierte den Rauxeler für den Sprint in Hamburg und das Langstreckenrennen in Rendsburg. Eine große Ehre für Jakschik. Zwei Rennen, die ihm weitere Erfahrung bringen werden. Und natürlich ist das Ansporn für den bevorstehenden Winter, in dem Holtmeyer sicherlich das Training anziehen wird.

Die besten vier Boote der Weltmeisterschaft sind am Start

Noch stehen Ausbildung und Beruf ganz klar im Fokus. Das ist auch der Grund, warum erst ein weiterer Platz im Achter frei wurde (Hannes Ocik musste absagen). Malte Jakschik wird möglicherweise am vorgeschalteten Ergo-Event am Freitag Abend in Rendsburg auch nicht teilnehmen können - er schreibt am Morgen an der Uni eine wichtige Klausur. Das hat natürlich Vorrang.

Der Auftritt in Hamburg wird für Malte Jakschik ein ganz besonderer. Vor einem Jahr hatte er nach der verpassten U23-WM-Qualifikation dort noch im Rauxeler Bundesliga-Achter gesessen. Hat aus der Ferne den Rummel um den Deutschlandachter mitbekommen, der nach dem Olympia-Sieg auf der Binnenalster bei den Medien gefragt war. Nun darf der Rauxeler im Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes selbst mitfahren und diesmal auf seinen Heimatklub blicken, der zwar keinen Männer-Achter mehr in der Bundesliga hat, dafür aber bei den Frauen für Furore sorgt. Die „Rote Lore“ von der Wartburginsel hat in Hamburg noch die Chance, auf den dritten Platz im Gesamtklassement zu fahren.

Rauxels Frauen-Achter kann in der Bundesliga noch Dritter werden

Zeit zum Anfeuern der RVR-Ladies wird Malte Jakschik sicher haben - die Sportler sind zwar weiter höchst motiviert, aber nach dem eigentlichen Saison-Ende dürfen sie sich auch mehr Zeit für anderes nehmen. „Es werden jetzt mehr Späße außerhalb des Bootes gemacht“, sagt Malte Jakschik, „aber wir wollen natürlich die Aufgabe ernst nehmen und auf keinen Fall hinterherfahren.“

Die Qualität der Gegner wird auch nicht dafür sorgen, dass jemand die Aufgabe auf die leichte Schulter nehmen wird: Die Briten, der aktuelle Weltmeister, kommen. Die USA, der Dritte aus Chungju. Und mit den Polen ist auch das viertplatzierte Boote der gerade beendeten WM dabei. Deshalb bereitet sich die Mannschaft nach einer kurzer Auszeit von Donnerstag bis Sonntag seit Montag wieder konzentriert vor.

Danach dürfen die Sportler aber endlich einmal die Zügel schleifen lassen. Bundestrainer Ralf Holtmeyer erwartet zwar, dass sich jeder auf seine Weise weiterhin fit hält, doch mit geregeltem Training am Stützpunkt wird es wohl erst im Oktober wieder losgehen. So eine Pause ist auch mal wichtig. Dann haben die Sportler auch mal Zeit für Aktivitäten in ihren Heimatvereinen, die ihnen den Sprung nach oben überhaupt erst ermöglichten.

 
 

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